Schüsse in Krakau: Terrorermittlungen – Helden-Polizist in Lebensgefahr
In Krakau feuert ein Attentäter mit einem Sturmgewehr, zwei Polizisten stellen sich ihm entgegen. Einer wird von drei Kugeln getroffen und schwebt in Lebensgefahr. Nach dem Schusswaffenangriff auf Passanten in Krakau ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen einer terroristischen Straftat. Schon zuvor sprach Polens Regierungschef Donald Tusk von Terror. "Bis jetzt hatten wir in Polen noch keinen so drastischen Fall von Terrorismus , denn so muss man diesen brutalen Angriff auf lebende Menschen in Krakau nennen", sagte Tusk. Am Samstag hatte der 24 Jahre alte Michal O. auf dem Marktplatz von Krakau sechs Menschen mit Schüssen aus einem Sturmgewehr vom amerikanischen Typ AR-15 getötet sowie mehrere Passanten verletzt. Zuvor hatte O. in seinem Heimatort Ostrowiec Swietokrzyski, etwa zwei Autostunden nordöstlich von Krakau, seine Eltern und seine Schwester umgebracht. Schüsse in Krakau – Deutscher verletzt: Polizei findet Tote im Haus des Täters Neun Tote in Krakau: Polizist feuerte mehrmals auf Todesschützen Der Schütze soll nach ersten Erkenntnissen "sehr radikale Ansichten" vertreten haben, wie Polens Innenminister Marcin Kierwinski sagte. Es gebe Anzeichen dafür, dass er von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei. Krakau: Polizisten hielten "Mörder mit ihren eigenen Körpern auf" Aufnahmen zeigen, wie O. in Tarnkleidung, Helm und offenbar kugelsicherer Weste Schüsse in Krakau abfeuerte. Gestoppt wurde er von zwei Polizeibeamten, die O. verfolgten, als er mit seinem Auto flüchtete – und sich einen Schusswechsel mit ihm lieferten, nachdem der Attentäter nach einem Unfall aus seinem Wagen gestiegen war. Justizminister Waldemar Żurek bezeichnete die beiden Polizisten als "Helden". "Wären sie nicht gewesen, wäre die Zahl der Opfer des Massakers in Krakau unvorstellbar gewesen", schrieb er bei X. "Sie stellten sich dem Terroristen Auge in Auge, der mit einer automatischen Waffe schoss, gingen auf Feuerwechsel und hielten den Mörder mit ihren eigenen Körpern auf." Einer der beiden, Jakub Kulik, schwebt dem Minister zufolge in Lebensgefahr. Er sei von drei Kugeln des Attentäters getroffen worden, unter anderem sei er an der Lunge verletzt worden. "Er braucht jeden Blutstropfen", schrieb Minister Żurek und rief die Bevölkerung zu Blutspenden auf. "Jakub ist ein Held, der andere gerettet hat" TVP World, der englischsprachige Nachrichtensender des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Polen, berichtete, dass auch das Fallschirmjägerregiment, in dem Kulik vor seinem Eintritt in den Polizeidienst gedient hatte, um Blutspenden bat. "Jakub ist ein Held, der andere gerettet hat und nun selbst Hilfe benötigt", heißt es demnach in dem Aufruf. Es werde Blut der Gruppe AB Rh+ benötigt. "Wir appellieren daher an alle Soldaten, Angehörigen des Militärs, deren Familien und alle Menschen guten Willens: Wenn Sie Blut spenden können, helfen Sie bitte Jakub." Das regionale Blutspende- und Blutbehandlungszentrum in Krakau dementierte unterdessen Meldungen, denen zufolge es an Blutkonserven für die Verletzten des Angriffs mangele. "Wir verfügen über ausreichende Mengen aller notwendigen Blutbestandteile, um Leben zu retten", hieß es in einer Erklärung. Der andere Polizeibeamte, der dabei half, den Attentäter zu überwältigen, wurde ebenfalls schwer verletzt. Die Verletzungen von Artur Morański sind Berichten zufolge jedoch nicht so ernst wie die seines Kollegen.
