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VW: Wolfsburger Autobauer meldet Verlust von 5,82 Milliarden Euro

Im dritten Quartal 2026 hat Volkswagen einen Verlust von fast sechs Milliarden Euro eingefahren. Dahinter stecken mehrere Faktoren – von China bis zum Konzernumbau. Volkswagen hat im dritten Quartal 2026 einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro verbucht. Damit steht der Wolfsburger Konzern nach neun Monaten insgesamt mit einem Minus von 2,72 Milliarden Euro da und steuert auf das erste Verlustjahr seit dem Diesel-Skandal zu. Das geht aus einer Mitteilung des Konzerns in Wolfsburg hervor, über die die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Hohe Nachfrage nach E-Autos Ein Teil der Verluste geht auf Sondereffekte zurück, doch auch das Tagesgeschäft steht unter Druck. Einer der Hauptgründe ist das wachsende E-Auto-Geschäft in Europa. Jedes fünfte bis Ende September auf dem Kontinent ausgelieferte Fahrzeug war ein reiner Stromer, rund 40 Prozent des Auftragsbestands entfallen auf Elektromodelle. Allein für die Kleinwagen-Familie rund um den ID. Polo lagen zuletzt 150.000 Bestellungen vor. VW-Finanzchef Arno Antlitz zufolge liegt die Nachfrage auf einem Niveau, das der Konzern erst für 2029 erwartet hatte. Doch der Boom hat eine Kehrseite. "Der Markterfolg unserer Elektrofahrzeuge setzt unser Ergebnis zusätzlich unter Druck", sagt Antlitz. Ein E-Auto bringe dem Konzern derzeit weniger Gewinn als ein vergleichbarer Verbrenner. Die Marge des Modells ID. Cross liege bei 70 bis 80 Prozent eines entsprechenden Verbrennermodells, bei anderen Modellen noch darunter. Antlitz gehe davon aus, dass sich dieser Effekt in den kommenden Monaten noch verstärken werde. Man müsse daher die Kosten senken. Immerhin zeigte sich Antlitz zuversichtlich, dass VW durch den Boom die CO2-Flottengrenzwerte der EU zunächst einhalten und Strafzahlungen vermeiden könne. Markt "im freien Fall" Schwer wiegt auch die Lage in China. In den ersten neun Monaten des Jahres sanken die Verkäufe dort um gut 30 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge. VW-China-Chef Ralf Brandstätter sprach zuletzt von einem Markt "im freien Fall". 2025 wurden in der Volksrepublik noch mehr als 24 Millionen Autos verkauft, für 2026 werden weniger als 19 Millionen erwartet. In Spitzenjahren hatte VW dort mehr als vier Millionen Fahrzeuge jährlich abgesetzt und mehr als vier Milliarden Euro verdient. Für 2026 rechnet der Konzern in China vor Abschreibungen nur noch mit einem Ergebnis um die Gewinnschwelle. Antlitz zufolge bestehe zudem ein erhebliches Risiko, dass das vierte Quartal das Ergebnis vor Abschreibungen in den negativen Bereich drücke. Zusätzlich hat VW den Wert chinesischer Tochterfirmen, die der Konzern vollständig kontrolliert, um rund eine Milliarde Euro nach unten korrigiert. Sonderkosten drücken den Gewinn Den größten Einzelposten unter den Sonderkosten bildet eine Wertberichtigung auf den Firmenwert von Porsche. Sie beläuft sich auf rund 6,4 Milliarden Euro und ist nicht zahlungswirksam, drückt aber den Gewinn. Hintergrund sind gesunkene Erwartungen an die Entwicklung der Stuttgarter Tochter. Bereits im Vorjahr hatte die Lage bei Porsche zu einem Quartalsverlust beigetragen. Belastend wirkten insbesondere der Einbruch im China-Geschäft, US-Zölle und Kurskorrekturen bei der Elektrostrategie. Zuletzt hatten sich die Geschäftszahlen von Porsche stabilisiert. Insgesamt hatte VW für das laufende Jahr mit Sonderkosten von rund zehn Milliarden Euro gerechnet, von denen 8,7 Milliarden bereits verbucht wurden. Auch der angestrebte Verkauf des Werks Osnabrück an den Finanzinvestor Aurelius sowie an das Land Niedersachsen schlug im dritten Quartal negativ zu Buche. Beide Käufer wollen den Standort auf Rüstungsproduktion ausrichten. Eine genaue Summe nannte Volkswagen nicht. Ohne die Sondereffekte hätte VW im Tagesgeschäft in den ersten neun Monaten einen Gewinn von 8,8 Milliarden Euro erzielt. Der Umsatz lag in diesem Zeitraum bei 233,4 Milliarden Euro, ein Rückgang von 2,2 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet das Management im Tagesgeschäft höchstens mit einem geringen Gewinn. Im vierten Quartal dürften weitere Sonderkosten anfallen, etwa für zusätzliche Vorruhestandsregelungen. Auch eine Einigung mit den Arbeitnehmern über die Sparpläne des Vorstands könnte zusätzliche Kosten verursachen, zum Beispiel für Abfindungen. Vor Jahresende gilt eine solche Einigung allerdings als unwahrscheinlich.