Ukraine-Krieg: Starlink weiterhin gedrosselt – Selenskyj erhebt Vorwürfe
Die ukrainische Armee kämpft weiter ohne Satelliteninternet. Der italienische Verteidigungsminister kritisiert die USA. Alle Nachrichten im Newsblog. Samstag, 17. Oktober Starlink weiter gedrosselt – Selenskyj erhebt Vorwürfe Das militärisch wichtige Satelliteninternet Starlink funktioniert nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über der Ukraine weiterhin nur gedrosselt. Tests in europäischen Ländern hätten überdies ergeben, dass die Drosselung nur sein Land betreffe, sagte Selenskyj in Kiew . "Das heißt, es handelt sich um eine geplante Operation", folgerte er. Drohnen, die schneller als 161 Kilometer in der Stunde fliegen, würden weiterhin den Kontakt zu den Starlink-Satelliten verlieren und dann verloren gehen, sagte der Präsident. Dies behindert ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Angriffen auf mittlere Distanzen. In einer Phase eskalierender russischer Luftangriffe klagt das ukrainische Militär seit Mitte der Woche über die Geschwindigkeitsbegrenzung. Starlink gehört zum Firmenreich von Elon Musk , die militärisch genutzte Sonderfunktion Starshield wird nach Musks Angaben aber vom Pentagon kontrolliert. Aussagen von Musk und aus dem Weißen Haus gaben kein klares Bild des Vorgangs . Zwischenzeitlich berichteten Medien in Kiew unter Berufung auf das ukrainische Militär, Starlink funktioniere wieder ohne Begrenzung. Zu den Tests sagte Selenskyj, man habe Autos in EU-Ländern mit einem Tempo von 180 Kilometern pro Stunde fahren lassen. Deren Satellitenverbindung sei nicht abgerissen. "Wir verfügen über entsprechende Aufzeichnungen und Beweise", sagte Selenskyj. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion. Die US-Führung von Präsident Donald Trump versteht sich nicht mehr als Unterstützer der Ukraine, sondern als Vermittler. In mehreren Schritten der vergangenen Woche ist Trump aber Moskau entgegengekommen und hat den Druck auf Kiew verstärkt. Besetzte Gebiete in der Ukraine: Das Schicksal Tausender Menschen ist ungewiss – ein Gastbeitrag Russland hält Tausende ukrainische Zivilisten in Gefangenschaft. Einen Weg nach Hause gibt es kaum. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Deutscher in der ukrainischen Armee: "Dort hat es angefangen, dort wird es enden" Alexander Gertz dient seit 2023 als Sanitäter in der ukrainischen Armee. Sein Fronttagebuch zeigt den Kriegsalltag im Donbass. Ein Gespräch über das Vergessen, die Angst zu sterben und skurrile Szenen zwischen Ukrainern und Russen. Lesen Sie das ganze Interview hier . Selenskyj kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat die Aussetzung der neuen US-Sanktionen gegen Russland durch US-Präsident Donald Trump kritisiert. Eine Lockerung des Drucks auf Russland und finanzielle Belohnungen seien für Kremlchef Wladimir Putin nur Ansporn, weiter zuzuschlagen, teilte Selenskyj in einem Beitrag bei Telegram mit. Er beklagte dabei, dass Trump sich zu dem Schritt entschlossen habe, einen Tag nachdem Moskau einen der massivsten Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeführt habe. "Russland versucht, in der Ukraine kurz vor dem Winter einen Blackout herbeizuführen", sagte Selenskyj. Das Land wolle Millionen Menschen Strom und Heizung nehmen. "Es braucht Druck, um dies zu stoppen", forderte er. Trump könne das Sanktionsgesetz auch wieder in Kraft setzen. "Aber es muss wirklich greifen", betonte Selenskyj. Neue Details zu Starlink-Drosselung in der Ukraine Die Einschränkungen bei Starlink haben Kiews Drohnenabwehr getroffen und die Beziehungen zu Washington belastet. Nun widersprechen sich Berichte, öffentliche Dementis und Aussagen aus dem Umfeld der US-Regierung. Arbeiteten Donald Trump und Elon Musk zusammen? Russland: Haben ukrainische Infrastruktur angegriffen Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht großflächig ukrainische Infrastrukturziele angegriffen. Darunter befinde sich das größte Stahlwerk des Landes in Krywyj Rih, das dem Konzern ArcelorMittal gehört, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Anlage hat ihren Betrieb nach einer Reihe russischer Raketenangriffe seit September eingestellt. Zudem seien ein Umspannwerk in Schytomyr, ein weiteres Stahlwerk in Saporischschja sowie ein Frachtschiff im Schwarzen Meer getroffen worden. Letzteres habe Militärgüter für den Hafen von Odessa geladen. Unterdessen wurde bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russischen Region Belgorod eine Frau getötet, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Rettungskräfte meldet. Deutscher dient in ukrainischer Armee: "Diese Gratwanderung konnte ich nicht lange durchhalten" Alexander Gertz dient seit 2023 als Sanitäter in der ukrainischen Armee. Sein Fronttagebuch zeigt den Kriegsalltag im Donbass. Ein Gespräch über das Vergessen, die Angst zu sterben und skurrile Szenen zwischen Ukrainern und Russen. Italienischer Minister rügt Trumps Ukraine-Kurs scharf Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto hat die Einschränkung der US-Unterstützung für die Ukraine als "völlig falsch" bezeichnet. In einem BBC-Interview warnte er, ein Rückzug von US-Hilfe bei Satellitendiensten und Geheimdienstinformationen könne den russischen Angriffskrieg verlängern, statt Frieden näherzubringen. "Wenn Putin Schwäche auf ukrainischer Seite sieht – und wenn die USA der Ukraine Ressourcen entziehen, entsteht diese Schwäche –, wird er glauben, gewinnen zu können", sagte Crosetto. Ukrainischen Angaben zufolge war in der Nacht zu Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit für Starlink-Terminals etabliert worden, das etwas mehr als einen Tag bestand. US-Vertreter erklärten, Präsident Donald Trump habe keine Verlangsamung der Verbindungen für die Ukraine angeordnet. Trump bestritt zudem, dass die USA keine Frühwarnungen vor russischen Luftangriffen mehr weitergäben. Crosettos Kritik folgt auf Äußerungen von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie hatte Trumps Vereinbarung über den Kauf russischen Diesels als riskant kritisiert: Das Geschäft könne Russland Legitimität verleihen, während es ukrainische Städte bombardiere. Crosetto sagte, Italien werde die militärische Unterstützung fortsetzen, solange Melonis Regierung im Amt sei. Weitere Lieferungen im Parlament zu beschließen, werde mit Blick auf die bis Ende 2027 anstehenden Wahlen jedoch schwieriger. Laut einer Umfrage befürworten nur 18 Prozent der Italiener, weiterhin Waffen an die Ukraine zu liefern. Trump stoppt verschärfte Russland-Sanktionen Nur eine Woche nach dem Diesel-Deal mit Putin stoppt Trump verschärfte Russland-Sanktionen. Das Paket hätte unter anderem Einreiseverbote gegen den Kremlchef vorgesehen. Forderung an Kremlchef: Papst telefoniert mit Putin Leo XIV. ist besorgt über die Lage in der abgeriegelten Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine. In einem Telefont mit Putin ruft er den Kremlchef zu einem Waffenstillstand in der Region auf. Freitag, 16. Oktober Selenskyj beziffert Finanzbedarf von der EU Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj braucht von seinen Verbündeten in der Europäischen Union weitere 70 Milliarden Euro für das kommende Jahr, um im Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer bestehen zu können. Nötig das Geld "für die Verteidigung, für Waffen und für unsere Widerstandsfähigkeit", sagte er beim EU-Gipfel in einer Rede vor den Staats- und Regierungschefs, die er anschließend auf der Plattform X veröffentlichte. Der Krieg werde die Ukraine im nächsten Jahr insgesamt 155 Milliarden Euro kosten. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits zu Beginn des Gipfels eine Aufstockung der Mittel für die Ukraine gefordert, aber keine Größenordnung genannt. Auf seiner Abschluss-Pressekonferenz sagte er, es gebe eine große Übereinstimmung in der EU, der Ukraine auch über den Winter und im nächsten Jahr weiterzuhelfen. Nach Angaben von EU-Ratspräsident António Costa forderten die Staats- und Regierungschef die EU-Kommission auf, einen Vorschlag zur Deckung des zusätzlichen Finanzierungsbedarfs vorzulegen. Die Unterstützung der Ukraine war noch nie so wichtig wie heute, sagte Costa und verwies dabei auch auf russische Sabotageakte und wiederholte Verletzungen des Luftraums und der Hoheitsgewässer von EU-Mitgliedstaaten. Die EU hatte der Ukraine im vergangenen Jahr 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027 bewilligt, die nun nicht ausreichen. "Wir wissen, dass wir mit diesem Geld nicht auskommen, die Ukraine mit diesem Geld nicht auskommt", räumte Merz ein. UN: Im Winter könnten Millionen Ukrainer vertrieben werden Mehrere Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, die nach ihrer Flucht vor dem Krieg in ihre Heimat zurückgekehrt sind, könnten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in diesem Winter erneut vertrieben werden. Für Millionen Menschen stelle sich "nicht mehr nur die Frage, ob sie nach Hause zurückkehren können, sondern ob sie dort sicher bleiben können", erklärte am Freitag der Regionaldirektor der IOM für Europa und Zentralasien, Arthur Erken. Beschädigte Wohnungen, wiederholte Angriffe auf Energieinfrastruktur und unerschwingliche Heizkosten veranlassen der UN-Organisation zufolge viele Familien in der Ukraine, eine erneute Flucht aus ihrem Zuhause in Erwägung zu ziehen. "Die Absicht, erneut aufzubrechen, ist bei den in den vergangenen drei Monaten Zurückgekehrten am höchsten", erklärte die IOM. Fast 3,6 Millionen Menschen sind nach Angaben der IOM weiterhin innerhalb der Ukraine vertrieben, während etwa 3,8 Millionen Menschen nach ihrer Vertreibung seit Beginn des Krieges im Februar 2022 an ihren Wohnort zurückgekehrt sind. Rund 1,45 Millionen Menschen, die in ihre Heimat zurückgekehrt sind, leben nun in Gebieten nahe der Frontlinie, darunter 565.000 in der Region Charkiw. Neue ukrainische Drohne kann Verletzte evakuieren Eine solche Drohne gab es noch nie: Ein ukrainisches Unternehmen hat ein Modell vorgestellt, das Verletzte transportieren soll. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Nach Angriffen auf Schiffe: Bulgarien fordert Nato-Verstärkung an Nach Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Mittelmeer hat Bulgarien Verstärkung der Nato angefordert. Verteidigungsminister Dimitar Stojanow erklärte, dass man Kampfflugzeuge und Seeüberwachungsflugzeuge, Luftverteidigungsraketensysteme. Anti-Drohnen-Systeme sowie zusätzliche alliierte Truppen und eine stärkere Nato-Präsenz benötige. Zudem strebe man gemeinsam mit Rumänien eine koordinierte Reaktion an. Die Nato hat bisher nicht reagiert. Zuvor waren die innerhalb von etwa zwölf Stunden zwei Tanker nahe der rumänischen Schwarzmeerküste von Drohnen getroffen worden. Drohnenangriff: Sankt Petersburg schließt Flughafen Wegen eines Drohnenangriffs hat der Flughafen der russischen Millionenstadt Sankt Petersburg den Betrieb eingestellt. Auf der Webseite "Flightradar24" ist zu sehen, dass mehrere Flugzeuge, die eigentlich in Putins Heimatstadt an der Ostsee landen sollten, Warteschleifen im Luftraum östlich der Metropole fliegen und nicht landen können. Wie unter anderem die Analysten des "Faytuks Network" auf X berichten, hat Finnland den Luftverkehr über dem östlichen Golf von Finnland eingeschränkt. Eine offizielle Bestätigung des Angriffs oder möglicher Schäden steht derzeit noch aus. Trump über ukrainische Angriffe: Eine Schande US-Präsident Donald Trump hat die Wiederaufnahme der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien scharf kritisiert. "Ich halte das für eine Schande", sagte Trump am Donnerstag dem Sender Newsmax. Durch die Attacken würden die weltweiten Energiepreise in die Höhe getrieben. Trump bekräftigte seine Kritik am ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und warf ihm vor, er zeige weniger Verhandlungsbereitschaft als Kremlchef Wladimir Putin. Der Krieg müsse bald enden, betonte Trump. "Ich glaube, eigentlich möchten beide, dass er endet", fügte er hinzu. "Aber ich finde, dass der Umgang mit Selenskyj schwieriger ist als der mit Putin." Steckt Putin hinter Vorfall in Lettland? Bewaffnete Männer sind auf Nato-Gebiet in Lettland eingedrungen. Die Armee spricht von einer hybriden Bedrohung. Was hat Russland damit zu tun? Lesen Sie hier mehr dazu. Russische Industrieanlagen in Rostow brennen Ukrainische Drohnen haben nach Angaben des Gouverneurs der südrussischen Region Rostow, Juri Sljussar, dortige Industrie- und Lageranlagen getroffen und einen Brand ausgelöst. Bei dem Angriff sei ein Mann verletzt worden, schreibt Sljussar im Onlinedienst Telegram. Kiew nach Angriff ohne Strom Nach einem russischen Angriff sind Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und ihrem Umland ohne Strom. Moskau habe ein Objekt der kritischen Energieinfrastruktur attackiert, teilte das ukrainische Energieministerium mit. In Teilen der Stadt und der Region Kiew seien Verbraucher in der Folge ohne Stromversorgung. Mit der Wiederherstellung werde begonnen, wenn die Sicherheitslage es zulasse. In der Hauptstadt, ihrem Umland und weiteren Regionen des Landes war Drohnenalarm ausgelöst worden. Durch die Schäden an einer Energieanlage in der Region Kiew sei der Wasserdruck in mehreren Stadtteilen niedrig, schrieb Hauptstadtbürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. Zudem seien Drohnentrümmer auf das Grundstück eines Privathauses gestürzt. Im Erdgeschoss des Hauses brach demnach ein Feuer aus. Donnerstag, 15. Oktober Russische Drohnen treffen Tanker vor Nato-Staat – Seeleute vermisst Bei einem Drohnenangriff vor der rumänischen Schwarzmeerküste sind zwei Chemikalientanker in Brand geraten. Sieben Seeleute werden vermisst, wie die rumänischen Behörden am Donnerstag mitteilten. Einem Nato-Militärvertreter zufolge stammten die Drohnen aus Russland. Der rumänische Präsident Nicusor Dan bestätigte die Drohnenangriffe, vermied es jedoch, Russland direkt als Verantwortlichen zu benennen. Die beiden Schiffe ankerten nahe der Mündung des Sulina-Kanals, einer für die Ukraine wichtigen Exportroute über die Donau. Eines der Schiffe befand sich in rumänischen Hoheitsgewässern, das andere knapp außerhalb. In den vergangenen zehn Tagen wurden mindestens fünf weitere Frachtschiffe nahe der Küsten der Nato-Mitglieder Rumänien und Bulgarien getroffen. Nach Angaben örtlicher Behörden gelten mindestens 23 Seeleute als vermisst oder tot. "Die Lage im Schwarzen Meer ist ernst", sagte Präsident Dan. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte nach einem Treffen mit Dan und dem bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radew, das Bündnis werde seine Abschreckungs- und Verteidigungsposition bei Bedarf anpassen. Wegen der wiederholten russischen Angriffe auf die ukrainischen Schwarzmeerhäfen ist Kiew zunehmend auf die Donauhäfen und Schifffahrtsrouten nahe der Küsten Rumäniens und Bulgariens angewiesen. Die zunehmenden Angriffe auf Handelsschiffe schüren Sorgen über die Getreideexporte aus der Region. Die rumänische Außenministerin Oana Toiu bezeichnete das Schwarze Meer kürzlich als "das derzeit tödlichste Meer, was die Zahl der Opfer unter Seeleuten in den letzten Monaten angeht". Dem bulgarischen Ministerpräsidenten Radew zufolge wollen die EU-Staats- und Regierungschefs über ein mögliches Moratorium für Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer beraten. Sanktionen gegen Russland: Trump erwägt Lockerungen für Putins Schattenflotte Washington prüft einen Kurswechsel bei sanktionierten Tankern aus dem Umfeld Russlands. Geplant sind Ausnahmen für nicht betroffene Ölladungen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Russischer Dissident: Putin wird "im Amt sterben" Der russische Regierungsgegner Michail Chodorkowski teilt nicht die Befürchtung, dass auf Kremlchef Wladimir Putin ein noch radikalerer Herrscher in Russland folgen könnte. "Ich erwarte nicht, dass nach ihm etwas Schlimmeres kommt", sagte der frühere Ölmagnat vor Journalisten in Berlin. "Alles, was man verschlimmern kann, wird Putin tun." Er werde eskalieren, wenn es seinen Interessen diene. Chodorkowski zeigte sich skeptisch, dass der Ukraine-Krieg und der Großkonflikt zwischen Russland und Europa enden werden, solange Putin an der Macht sei. "Wird Putin im Amt sterben? Sehr wahrscheinlich", sagte Chodorkowski über den 74-jährigen Kremlchef. Bestenfalls könne es gelingen, den Krieg einzufrieren und eine begrenzte Deeskalation zu erreichen. Ein möglicher Nachfolger müsse erst seine Macht in Russland festigen. Die Möglichkeiten einer Eskalation gegen Europa werde schon Putin ausgereizt haben, sagte Chodorkowski in der Denkfabrik Liberale Moderne. Er erwarte, dass nach Putin Institutionen wie der russische Sicherheitsrat, das Parlament und die Regionen wieder mehr Einfluss gewinnen. Dies werde keine Demokratisierung in westlichem Sinne sein, für die Russen werde es aber spürbar leichter sein. Der 63-jährige Chodorkowski war als Chef des Ölkonzerns Yukos einer der wohlhabendsten Männer Russlands. Als er Putin zu kritisieren begann, wurde er 2003 verhaftet und kam erst zehn Jahre später aus der Haft frei. Er gilt im Exil als eine wichtige Stimme der insgesamt sehr zersplitterten russischen Opposition. Trump erpresst Kiew: Der Druck steigt Washington lockert den Öl-Druck auf Moskau und dreht in Kiew zugleich an empfindlichen Stellschrauben. Im Machtpoker um Energie, Geheimdienste und Starlink wächst die Ungewissheit. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Altkanzler in Putins Diensten: So umgeht Schröder die Russland-Sanktionen Gerhard Schröder sitzt im Aufsichtsrat einer russischen Supermarktkette – trotz strenger Sanktionen gegen Russland. Die Spur des Geldes führt ins Saarland. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Gefahr vor Europas Küste: Der Krieg rückt näher – jetzt soll ein Nato-Kommando her Vor Rumäniens Küste brennen regelmäßig Schiffe, Drohnen dringen in den Luftraum des Nato-Landes ein. Bukarest will deshalb ein gemeinsames Militärkommando im Schwarzen Meer. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Ukraine trifft sechs russische Kampfbomber – mit einem Schlag Die Ukraine hat einen Militärflughafen tief im russischen Hinterland angegriffen – mit einem Waffensystem, das eigentlich für den Seekrieg entwickelt wurde. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Russland baut neuen Drohnen-Stützpunkt nahe der Ukraine Russland steht kurz vor der Fertigstellung eines großen neuen Stützpunkts für den Start von düsengetriebenen Drohnen in der südwestlichen Region Rostow nahe der ukrainischen Grenze. Dies geht aus einer Auswertung von Satellitenbildern durch die Nachrichtenagentur Reuters und Verteidigungsexperten hervor. Wo am 31. August noch ein unbebautes Feld war, steht inzwischen eine Anlage, die etwa 126 Fußballfelder groß ist, wie Aufnahmen der Satellitenbild-Dienstleister Planet Labs und Airbus zeigen. Die Bauzeit betrug lediglich sechs Wochen. Selenskyj kündigt neue Angriffe auf russische Ölinfrastruktur an Die Ukraine will ihre großangelegten Angriffe auf russische Ölraffinerien wieder aufnehmen. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Das Verbot, Raffinerien anzugreifen, ist aufgehoben. Damit ist Schluss", erklärte der ukrainische Präsident. Als Grund nannte Selenskyj das für ihn schwindende Vertrauen in US-Präsident Donald Trump. Dieser habe den Zugang zu Starlink bewusst blockiert, die Maßnahme gegenüber Kiew jedoch als technische Störung dargestellt. Dies erschwerte sowohl Operationen an der Front als auch Angriffe auf russische Militärstellungen. Auch die ausgebliebenen Warnungen vor ballistischen Raketen, durch die Anfang der Woche zwei Menschen ums Leben kamen, habe Trump auf schlechtes Wetter zurückgeführt. Selenskyj widerspricht dieser Erklärung: "Es war kein technisches Problem, es war sein Wille", so Selenskyj. Darüber hinaus kritisierte er Trumps Bestrebungen, ein Diesel-Abkommen mit Russland abzuschließen, sowie dessen positive Haltung gegenüber Wladimir Putin. Trump hege eine besondere Zuneigung gegenüber Autokraten und Superreichen, warf Selenskyj dem US-Präsidenten vor. Ein Ende der Angriffe auf die Energieinfrastruktur komme laut Selenskyj nur infrage, wenn die Ukraine im Gegenzug weitere Patriot-Abfangraketen von den USA erhalte. Ukraine soll russischen Militärflugplatz angegriffen haben Die Ukraine soll in der Nacht zum Donnerstag einen russischen Militärflugplatz in der Region Woronesch mit Raketen angegriffen haben. Das berichtet die ukrainische Zeitung "Ukrajinska Prawda" unter Berufung auf Militärbeobachter. Demnach kam es auf dem Flugplatz Borisoglebsk zu mindestens einer heftigen Explosion und einem großen Brand. Videos in sozialen Netzwerken zeigen einen gewaltigen Feuerball. Auf dem Militärflugplatz werden unter anderem russische Kampfjets und Bomber der Typen Su-34 und Su-35 eingesetzt. Diese Flugzeuge nutzt Russland auch für Angriffe mit gelenkten Fliegerbomben auf die Ukraine. Zudem befinden sich dort Berichten zufolge Munitions- und Treibstofflager. Der Gouverneur der Region Woronesch, Alexander Gussew, hatte zuvor vor Raketenangriffen gewarnt. Ob der Flugplatz tatsächlich getroffen wurde und welche Schäden entstanden sind, ist bislang nicht unabhängig bestätigt. USA wollen beschlagnahmtes russisches Geld verwalten Die USA haben vorgeschlagen, dass europäische Staaten einen Teil des nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine blockierten russischen Staatsvermögens freigeben und in ein von Washington beaufsichtigtes Instrument übertragen sollen. Damit sollten Friedensgespräche wiederbelebt werden, berichtete die Zeitung "Financial Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Europäische Delegierte hätten den Plan zurückgewiesen, der von den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, vorgelegt worden sei. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig überprüfen. Mittwoch, 14. Oktober Explosion auf Schiff in Rumänien – Drohnentreffer? Nahe der Grenze zur Ukraine ist nach einer Explosion auf einem Handelsschiff in rumänischen Gewässern Feuer ausgebrochen. Ob ein Treffer durch eine Drohne die Ursache gewesen sei, sei noch unklar, sagte Verteidigungsminister Radu Miruta dem rumänischen Sender "Digi24". Die rumänische Luftabwehr habe auf ihrem Radar keine Drohne registriert, die sich auf dieses Schiff zubewegt habe. Das Schiff fahre nun zum rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta, wo eine Untersuchung zur Feststellung der Brandursache geplant sei. Wie mehrere rumänische Medien berichteten, habe die Crew des unbeladenen Schiffs "Yara J" unter der Flagge der Komoren etwa 10 Seemeilen südöstlich der Hafenstadt Sulina an der Donaumündung einen Notruf abgesetzt. Wie Minister Miruta bestätigte, gelang es der Crew, vor Eintreffen der rumänischen Seeretter das Feuer selbst zu löschen. Von den 17 Seeleuten – Syrer, Inder und Iraner – sei niemand verletzt worden. Musk weist Kritik aus der Ukraine zurück Nach Kritik aus der Ukraine hat der US-Unternehmer Elon Musk darauf verwiesen, dass das Satellitennetzwerk Starshield Eigentum der US-Regierung sei und von dieser auch kontrolliert werde. Jegliche Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werde vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt, erklärte Musk auf X. Starshield ist der militärische Teil des Satellitennetzwerks, dessen ziviler Arm Starlink heißt. Zu Starlink sagte Musk, dieses System sei auf zivile oder defensive Aktivitäten beschränkt und könne nicht für offensive militärische Zwecke genutzt werden. Wut in der Ukraine : "Schande, dass wir einen starken Partner verlieren" Die Ukraine hatte zuvor Musks Unternehmen SpaceX, zu dem Starshield und Starlink gehören, vorgeworfen, die Satelliten-Nutzung für die Ukraine eingeschränkt und dadurch die ukrainische Drohnenabwehr und Luftverteidigung im Kampf gegen Russland geschwächt zu haben . Das hatte Sorgen geschürt, US-Präsident Donald Trump könne die Unterstützung der Ukraine auf dem Schlachtfeld reduzieren, um Kiew zu Zugeständnissen an Russland oder die USA zu zwingen. Selenskyj: "Schande, dass wir einen starken Partner verlieren" Die Starlink-Sperre, eine nur einseitige Waffenruhe und eine Ablöse-Forderung – in Kiew steigt die Wut auf die USA. Selenskyj sagt, man fühle sich verraten. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Anschlag auf Starlink-Bodenstation in Bulgarien Nach einem Anschlag auf eine Starlink-Bodenstation in Polen ist es auch in Bulgarien zu einem Brand in einer Anlage des Satelliteninternetdienstes gekommen. Bulgariens Regierungschef Rumen Radew bestätigte in der Fragestunde des Parlaments in Sofia den Vorfall in der Nähe der Hauptstadt. Das Satellitennetz ist ein strategisch wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung im Krieg gegen Russland. Der Brand war zuvor vom Oppositionsbündnis Demokratisches Bulgarien (DB) öffentlich gemacht worden. Wegen laufender Ermittlungen wollte Radew keine näheren Angaben zu dem Vorfall machen. In einer geheim gehaltenen Anlage von Starlink in der Nähe der bulgarischen Hauptstadt Sofia sollen dem Oppositionsbündnis zufolge elf von 17 Antennen am 9. Oktober vorsätzlich in Brand gesetzt worden sein. Diese Antennen dienten zur Hauptverbindung zu SpaceX und würden im Ukraine-Krieg genutzt, so DB. Prowestliche Oppositionsparteien vermuten eine Verbindung zu Russland. Diese in sozialen Medien verbreiteten Bilder sollen den Brand der Anlage zeigen: Der Chef der bulgarischen Agentur für nationale Sicherheit DANS, Plamen Tontschew, geht bei dem Brand in der Starlink-Anlage bei Sofia von Sabotage aus. "Derartige Sabotage-Akte sind auch in Zukunft nicht ausgeschlossen", warnte er im bulgarischen Parlament. Am 23. September war in einem Terminal von Starlink südlich von Warschau ebenfalls ein Brand ausgebrochen. Am Dienstag wurden in Nürtingen bei Stuttgart zwei mutmaßliche Saboteure festgenommen, die den Anschlag verübt haben sollen . Die Regierung in Warschau vermutet russische Geheimdienste hinter der Tat. Die Ukraine meldete zuletzt Ausfälle des Starlink-Systems , das wichtig für die Verteidigung des Landes ist. Unbekannter erschießt fünf ukrainische Soldaten Fünf ukrainische Soldaten sind nach Behördenangaben hinter der Front bei Charkiw von einem Unbekannten erschossen worden. Nach dem Täter werde gefahndet, teilte die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine mit. Ermittelt werde in mehrere Richtungen. Insbesondere werde geprüft, ob der Schütze zu einem Aufklärungs- und Sabotagetrupp der russischen Armee gehören könnte. Die Tat ereignete sich demnach am Dienstag in einem Wohnhaus im Landkreis Charkiw im Osten des Landes. Der Täter habe das Feuer auf die Soldaten eröffnet; sie seien ihren Verletzungen erlegen. Zu anderen möglichen Motiven der Tat wurden keine Angaben gemacht. Die Ukraine wehrt seit mehr als viereinhalb Jahren eine großangelegte russische Invasion ab. EU überweist Kiew Milliardensumme für Drohnen und Raketen Die EU hat der Ukraine 2,86 Milliarden Euro für den Kauf von Drohnen, Luftverteidigungssystemen und Raketen überwiesen. "Diese Mittel werden der Ukraine helfen, ihren dringenden Bedarf auf dem Schlachtfeld zu decken und ihre Verteidigungsfähigkeit gegen den russischen Angriffskrieg zu stärken", sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Das Geld sei konkret für die Beschaffung von Rüstungsgütern von ukrainischen Unternehmen vorgesehen. Zu den Spekulationen, dass das US-Unternehmen Starlink auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump die Leistung des von den ukrainischen Streitkräften intensiv genutzten Satelliteninternetsystems gedrosselt haben könnte, um Druck auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auszuüben, wollte sich die Kommission nicht äußern. Eine Sprecherin sagte, man kenne die Berichte über Störungen. Solange man nicht über mehr Informationen verfüge, könne man dazu aber nichts weiter sagen. Die Sprecherin betonte zudem, dass die Kommission keine Hinweise darauf habe, dass die USA die Weitergabe von Geheimdienstinformationen eingestellt hätten. Ihr Wortlaut schloss allerdings nicht aus, dass es Hinweise auf eine Einschränkung der Weitergabe geben könnte. Drohnen treffen Schiffe: Vor der Küste Bulgariens zeigt sich das Dilemma der Nato Der Ukraine-Krieg weitet sich zunehmend aufs Schwarze Meer aus. Doch der Kampf um die Handelsrouten trifft zunehmend Staaten, die selbst nicht am Krieg beteiligt sind. Die Nato steht deshalb vor einem Problem. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Ukraine verliert Kontrolle über Drohnen – Trump unter Verdacht Bei Einsätzen der ukrainischen Streitkräfte kommt es plötzlich zu Verbindungsabbrüchen. Ein Berater Selenskyjs bestätigt technische Einschränkungen bei Starlink, andere vermuten politischen Druck aus Washington. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Putin trifft Coca-Cola und McDonald's – Trump schweigt Russland hat in der Ukraine wiederholt Einrichtungen großer US-Konzerne angegriffen. Eine bedeutende Reaktion aus der US-Regierung gibt es darauf nicht. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Russische Drohnen töten mehrere Menschen im westukrainischen Luzk Durch russische Drohnenangriffe sind in der westukrainischen Großstadt Luzk mindestens vier Menschen getötet worden. Etwa ein Dutzend weitere Menschen sei verletzt worden, teilte die Polizei des Gebiets Wolhynien in sozialen Netzwerken mit. Ein Lebensmittelgeschäft sei in Brand geraten und ein nicht näher bezeichnetes Gebäude im Stadtzentrum beschädigt worden. Luzk ist etwas mehr als 80 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Ukraine greift geplantes größtes Rechenzentrum Europas an Ukrainische Drohnen haben in der Nacht zum Mittwoch ein milliardenschweres Rechenzentrum der russischen Sberbank in Balakowo angegriffen. Die Anlage sollte nach früheren Plänen russischer Behörden bis 2030 zum größten Rechenzentrum Europas ausgebaut werden. Die Bank bestätigte den Angriff, meldete jedoch keine Störungen ihrer Systeme. Der Komplex in der Region Saratow umfasst mehr als 55.000 Quadratmeter. Geplant sind rund 120.000 Server, die Investitionen belaufen sich auf 122,2 Milliarden Rubel. Auch Russlands größter Supercomputer sollte dort untergebracht werden. Wie schwer die Anlage beschädigt wurde, ist bislang unklar. Der ukrainische Drohnenhersteller Fire Point reklamierte die Attacke für sich. Bereits in den vergangenen Tagen waren drei Rechenzentren des russischen Technologiekonzerns Yandex angegriffen worden . Zwei mussten nach Unternehmensangaben ihren Betrieb einstellen. Die Ukraine nimmt damit zunehmend auch Russlands digitale Infrastruktur ins Visier. Nach Angriff: Russisches Ölterminal geht in Flammen auf In der Nacht ist es zu einer großen Explosion im russischen Nowoschachtinsk gekommen. Die Stadt liegt in der Nähe der Großstadt Rostow am Don und gilt als wichtiger Knotenpunkt für die Verschiffung von russischem Öl. Am 10. Oktober hatte die Ukraine hier ein Ölterminal angegriffen, das seitdem in Flammen stand und nicht gelöscht werden konnte. Nun hat das Feuer offenbar einen oder mehrere Öltanks zerstört. Auf Videos von Augenzeugen ist zu sehen, wie eine große Explosion das Öllager in Nowoschachtinsk in Flammen hüllt. Bislang haben sich die regionalen Behörden noch nicht zu möglichen Opfern geäußert. Dienstag, 13. Oktober Selenskyj: Partner warnten nicht vor russischem Angriff Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach russischen Raketenangriffen auf die Hauptstadt Kiew eine fehlende Vorwarnung durch die westlichen Verbündeten des Landes beklagt. "Zu diesem Angriff gab es leider keine Vorwarnung von unseren Partnern", teilte Selenskyj bei Telegram mit. "Aufklärungsdaten über den Abschuss russischer ballistischer Raketen helfen dabei, Menschenleben zu retten, und das ist eine der kritischsten Fragen", sagte er. "Aber direkte oder indirekte Unterstützung Russlands, die Behinderung der Hilfe für die Ukraine und die Erschwerung des Schutzes vor ballistischen Angriffen – all das trägt definitiv nicht zum Frieden bei", sagte Selenskyj weiter. Der Präsident nannte keinen Partner namentlich, betonte aber, das Land brauche ein starkes Amerika, ein starkes Europa und Partner, "die wirklich helfen". Er forderte wirksamen Druck auf Russland. Hier lesen Sie mehr. Explosion an russischer Gaspipeline: Flammen schießen meterhoch In Russland hat sich eine Explosion an einer großen Erdgaspipeline ereignet. In der Region Pensa sei am Dienstag eine bis zu 70 Meter hohe Stichflamme aufgestiegen, berichtete die russische Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf die Regionalregierung. Betroffen ist die Pipeline "Zentralasien–Zentrum" nahe dem Dorf Woltschkowo. Die Behörden sperrten die Leitung nach dem Vorfall ab und unterbrachen den Gasfluss. Durch die Hitze geriet auch die umliegende Vegetation in Brand. Nach bisherigen Angaben gab es weder Tote noch Verletzte. Die betroffene Leitung gehört zum russischen Staatskonzern Gazprom. Sie ist Teil eines rund 5.000 Kilometer langen Pipelinesystems, das Russland mit den zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan verbindet. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Ob die Gasversorgung durch den Vorfall längerfristig beeinträchtigt wird, ist noch nicht bekannt. Regierungschef für weitere Angriffe auf russische Rechenzentren Litauens Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius hat weitere ukrainische Angriffe auf Rechenzentren in Russland ins Gespräch gebracht. "Ich denke, wir sollten Herrn Selenskyj bitten, weitere Rechenzentren in Russland anzugreifen. Vielleicht würde das helfen", sagte er am Montag beim Warschauer Sicherheitsforum. Sinkevičius reagierte damit auf die Frage, wie Litauen, Polen und andere europäische Staaten ihre Wahlen besser vor ausländischer Einflussnahme schützen könnten. Das berichtete der litauische Rundfunk LRT unter Berufung auf die Nachrichtenagentur BNS. Der Regierungschef sprach sich zudem für eine engere europäische Zusammenarbeit in der Verteidigung aus. Europa müsse seine Verteidigungsindustrie stärken und stärker von den Erfahrungen der Ukraine lernen, sagte er. Finnland fordert Reisebeschränkungen für Russen in ganz Europa Finnland hat ein EU-weites Verbot von Touristenvisa für russische Staatsbürger gefordert. Solange Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine fortsetze, sollten keine entsprechenden Visa mehr ausgestellt werden, erklärte Außenministerin Elina Valtonen am Montag. "Es ist nicht richtig, dass Russen nach Europa reisen und hier die Lebensart und Freiheiten genießen können, während ihr Land die Häuser von Ukrainern bombardiert", sagte sie laut dem finnischen Außenministerium. Im vergangenen Jahr stellten die Schengenstaaten russischen Staatsbürgern demnach fast 500.000 Touristenvisa aus. Finnland selbst schränkt die Vergabe von Visa für nicht notwendige Reisen bereits seit 2022 ein. Nun fordert Valtonen, die Regeln EU-weit zu verschärfen. Zudem will Helsinki strengere Visabeschränkungen für Personen aus dem Umfeld von Kremlchef Wladimir Putin, russische Sportler sowie aktive und ehemalige russische Kriegsteilnehmer durchsetzen. Ein EU-weites Verbot für Touristenvisa gibt es bislang nicht. Drohnen treffen zwei Schiffe im Schwarzen Meer Bulgarien hat am Dienstag Drohnenattacken auf zwei Schiffe vor seiner Küste im Schwarzen Meer gemeldet. Demnach handelt es sich um den Frachter "Chelsea 3", der unter der Flagge Maltas fährt. Der Name des zweiten Schiffes wurde mit "Azov Concord" angegeben. Über Verletzte oder Verwundete war zunächst nichts bekannt. Bulgariens Regierungschef Rumen Radew berief das Sicherheitskabinett des Landes ein. Laut Medienberichten machte er Russland für die Angriffe verantwortlich. Er wollte mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte die Lage beraten und den russischen Botschafter in Sofia einbestellen. Erst in der Vorwoche war ein Handelsschiff nach Drohnenbeschuss im Schwarzen Meer gesunken. Bei dem Unglück vor Rumäniens Küste starben zwei Seeleute. Die Ukraine machte Russland für die Angriffe verantwortlich. Trump verteidigt Putin – "mehr als Selenskyj an Deal interessiert" US-Präsident Donald Trump will ungeachtet der Kritik an seinem jüngsten Vorgehen im Ukraine-Krieg den Aggressor Russland nicht stärker in die Pflicht nehmen und sieht vor allem die Ukraine unter Zugzwang. Auf die Frage einer Reporterin, was er dazu sage, dass Russland die von ihm selbst verkündete Energie-Waffenruhe verletzt habe, sagte Trump: "Nun, ich müsste mir das erst einmal ansehen, denn es gab Verstöße auf beiden Seiten." Auf Nachfrage, wie er Russlands Präsident Wladimir Putin dazu bewegen wolle, sich an die Waffenruhe zu halten, sagte Trump, er glaube, dass Putin eine Einigung erzielen wolle. Man müsse den ukrainischen Präsidenten dazu bringen, das ebenfalls zu wollen. Auch eine weitere Reporterfrage, wo er bei Putin die Bereitschaft für eine Einigung sehe, wenn dieser die Ukraine angreife, bügelte Trump ohne ein Wort der Kritik am Kreml ab: "Ich glaube, sie werden eine Einigung erzielen. Ich glaube tatsächlich, dass Putin mehr als Selenskyj daran interessiert ist, einen Deal zu machen." Wolodymyr Selenskyj hatte die USA zuvor aufgefordert, Russland zur Einhaltung der von Trump verkündeten und auf den Energiesektor begrenzten Waffenruhe anzuhalten. "Wir warten darauf, welche konkreten Schritte die Amerikaner bereit sind zu unternehmen", sagte er in einer per Videoschalte auf dem Warschauer Sicherheitsforum übertragenen Rede. Man sei am Sonntag überrascht worden von Trumps Ankündigung. "Und direkt nach der Veröffentlichung des Beitrags führte Russland einen gezielten Angriff auf ein Kraftwerk in Charkiw durch, wodurch unser Energiesystem weiteren Schaden davontrug." Die Ukraine sei mit einem Stopp von Angriffen auf Energieanlagen einverstanden, wenn Russland dies auch respektiere. Russland: Angriff auf Industriestadt Newinnomyssk abgewehrt Russland hat nach Angaben des regionalen Gouverneurs einen Drohnenangriff auf ein Industriegebiet in der Stadt Newinnomyssk in der südlichen Region Stawropol abgewehrt. Dies teilt Gouverneur Wladimir Wladimirow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Newinnomyssk ist unter anderem ein wichtiges Zentrum der chemischen Industrie. Polen: Festnahmen in Deutschland nach Brand an Starlink-Station Zwei türkische Staatsbürger sind in Deutschland im Zusammenhang mit einem Brand an einer Station des Satelliten-Internetanbieters Starlink in Polen festgenommen worden. Dies teilte die polnische Regierung am Montag in Warschau mit. "Die Täter dieser Sabotageaktion werden sich vor der polnischen Justiz verantworten müssen", schrieb Polens Ministerpräsident Donald Tusk auf der Plattform X. Der Brand an der Station im Zentrum Polens hatte sich im September ereignet und die Stromversorgung sowie den Notstromgenerator beschädigt. Polen geht von russischer Sabotage aus, um die Internetverbindung unter anderem für das ukrainische Militär zu stören. Hier lesen Sie mehr. Wie die Nato im Ernstfall einen Angriff abwehren will Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich hat ein neues Konzept zur Abwehr eines möglichen russischen Angriffs auf Mitgliedsstaaten des Bündnisses vorgestellt. "Ich gehe nicht davon aus, dass ein Konflikt unmittelbar bevorsteht oder unvermeidlich ist. Das ist nicht der Fall", sagte Grynkewich auf dem Sicherheitsforum in Warschau. Einsatzbereitschaft erfordere aber, dass man für das plane, was möglich sei und nicht nur für das, was wahrscheinlich sei. Seine als "Theory of Victory" (Konzept für den Sieg) bezeichneten Überlegungen sehen vor, einen möglichen Angreifer in drei Schritten militärisch zu besiegen. Hier lesen Sie mehr. Montag, 12. Oktober Selenskyj: USA müssen begrenzte Waffenruhe durchsetzen Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die USA aufgefordert, Russland zur Einhaltung der von US-Präsident Donald Trump verkündeten begrenzten Energie-Waffenruhe anzuhalten. "Wir warten darauf, welche konkreten Schritte die Amerikaner bereit sind zu unternehmen", sagte Selenskyj in einer per Videoschalte auf dem Warschauer Sicherheitsforum übertragenen Rede. Man sei am Vortag sehr überrascht worden von Trumps Ankündigung in sozialen Medien, dass im Ukraine-Krieg alle Angriffe auf Energieanlagen sofort gestoppt würden, sagte Selenskyj weiter. "Und direkt nach der Veröffentlichung des Beitrags führte Russland einen gezielten Angriff auf ein Kraftwerk in Charkiw durch, wodurch unser Energiesystem weiteren Schaden davontrug." Kremlchef Wladimir Putin lese offenbar nicht Trumps Posts auf dessen Netzwerk Truth Social, fügte er hinzu. Selenskyj betonte, die Ukraine sei mit einem Stopp von Angriffen auf Energieanlagen einverstanden, wenn Russland dies auch respektiere. Man habe deshalb auch in der vergangenen Nacht auf Angriffe gegen russische Ölraffinerien verzichtet. Trotzdem habe es den ganzen Morgen Angriffe russischer düsengetriebener Drohnen gegen Kiew gegeben. "Das ist also vorerst Putins Antwort auf Trump: russische Angriffe. Aber wir warten ab." Nach Drohnenangriffen: Yandex-Bot-Traffic bricht massiv ein Nach ukrainischen Drohnenangriffen auf mehrere Rechenzentren des russischen Technologiekonzerns Yandex ist der automatisierte Datenverkehr aus dessen Netzwerk zeitweise nahezu vollständig eingebrochen. Das zeigen Messungen des US-Internetdienstleisters Cloudflare. Wie das Fachportal "Tom's Hardware" berichtet, sank die Zahl der automatisierten HTTP-Anfragen zeitweise auf rund 0,4 Prozent des höchsten Werts der vorangegangenen zwei Wochen. Der Rückgang begann nach dem Angriff auf das Yandex-Rechenzentrum in Sasowo am 8. Oktober. Anschließend wurden auch Anlagen in Kaluga und Wladimir getroffen. Die Angriffe führten zu erheblichen Störungen bei Cloud-Diensten des Konzerns. Allerdings lässt sich aus den Daten nicht schließen, dass russische Propaganda-Bots ausgefallen sind. Erfasst werden auch automatisierte Zugriffe von Suchmaschinen, die Webseiten durchsuchen und indexieren. Welche Dienste genau betroffen sind, geht aus den Messungen nicht hervor. Welche Folgen die Angriffe auch langfristig für Russland haben könnte, lesen Sie hier. Trump verkündet Waffenruhe – Russen greifen an Kurz nach der überraschenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass im Ukraine-Krieg alle Angriffe auf Energieanlagen sofort gestoppt werden, hat die Führung in Kiew dem Angreifer Russland einen Verstoß vorgeworfen. Die ukrainische Regierung beschuldigte das russische Militär, seine Attacken auf das Nachbarland fortgesetzt und ein Heizkraftwerk schwer getroffen zu haben. Außenminister Andrij Sybiha warf dem Kreml einen klaren Verstoß gegen die begrenzte Feuerpause vor, die laut Trumps Ankündigung vom Sonntagnachmittag (MESZ) unmittelbar in Kraft treten und für beide Kriegsparteien gelten sollte. Hier lesen Sie mehr. Behörden: Ein Toter nach ukrainischem Drohnenangriff in russischer Region Belgorod Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Belgorod ist laut den örtlichen Behörden ein Mensch ums Leben gekommen. Die Drohne habe ein Auto auf einer Straße nahe der Grenze getroffen, teilt die regionale Einsatzzentrale mit. Zudem wurde im von Russland kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk nach Angaben der dortigen prorussischen Verwaltung eine weitere Person bei einem ukrainischen Angriff getötet. Kallas warnt vor Ölkatastrophe durch russische Schattenflotte Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat vor einer drohenden Ölkatastrophe an den europäischen Küsten durch die sogenannte russische Schattenflotte gewarnt. Die Schiffe seien "ökologische Zeitbomben", da sie oft alt, schlecht gewartet und unzureichend versichert seien, sagte Kallas einem Vorabbericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Montag zufolge. "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die nächste große Ölkatastrophe an unseren Küsten von der Schattenflotte ausgehen wird", so Kallas. Die Flotte diene zudem der Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine und sei in der Vergangenheit als Ausgangspunkt für hybride Angriffe genutzt worden. Die Europäische Union (EU) hat im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte Kallas zufolge in den vergangenen Monaten sechs Inspektionen vorgenommen. Jeder dieser Einsätze an Bord koste Russland Zeit und Geld, erklärte die Chefdiplomatin. Der größte Druck auf Moskau entstehe jedoch durch diplomatische Maßnahmen, erklärte sie weiter. So hätten afrikanische Länder auf Bitte der EU Hunderte Schiffe aus ihren Registern gestrichen. "Der Verlust der Flagge macht einen Tanker anfälliger für Inspektionen und Festsetzungen und führt dazu, dass Behörden, Versicherer, Banken und Händler zögern, mit ihm Geschäfte zu tätigen", so Kallas. Bislang habe die EU rund 670 Schiffe mit Sanktionen belegt. Die EU hatte ihre Marine-Mission "Irini" vor drei Monaten auf die Bekämpfung der russischen Schattenflotte ausgeweitet.
