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Chinesische Mietwagen speichern sensible Daten bei Militärübung in Norwegen

Vernetzte Autos können sensible Informationen sammeln – auch dort, wo besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten. Ein Vorfall bei einer Militärübung in Norwegen zeigt, warum die Technik zunehmend zum Sicherheitsrisiko werden könnte. Norwegische Soldaten haben während einer Militärübung im September Videoaufnahmen in gemieteten chinesischen Autos entdeckt. Wie die norwegische Wirtschaftszeitung "Dagens Næringsliv" berichtet, zeigten die gespeicherten Bilder unter anderem, wer in die Fahrzeuge ein- und ausstieg, welche Strecken sie zurücklegten und an welchen Orten sie sich aufhielten. Dem Bericht zufolge enthielten die Aufnahmen auch Codes, die zum Öffnen von Toren und Türen militärischer Einrichtungen verwendet wurden. Die Streitkräfte hatten die Fahrzeuge über den Autovermieter Hertz Norwegen für die Heimwehr gemietet. Mindestens zwei der Autos stammten demnach vom chinesischen Hersteller Deepal, einer Marke des staatlich kontrollierten Konzerns Changan. Die Aufzeichnungen seien nach der Übung aus den Fahrzeugen gelöscht worden. Ob Daten oder Zugangscodes zuvor an externe Stellen übermittelt oder anderweitig gespeichert wurden, ist bislang unklar. Norwegen: Wie Russland Spitzbergen unter Druck setzt Abschreckung gegen Russland : Nato kündigt Atomwaffen-Übung an Warnung des MI5: Chinas Geheimdienst unterwandert britische Universitäten Unklarheit über Datenerfassung Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit vernetzter Fahrzeuge im Umfeld militärischer Einrichtungen auf. Laut Bedienungsanleitung können DeepAl-Modelle nicht nur Videos aus mehreren Kameraperspektiven aufnehmen, sondern auch Fahrdaten wie Geschwindigkeit und Standort erfassen und drahtlos übertragen. Auch vernetzte Navigationsdienste können Informationen zu GPS-Positionen, Zielen und zurückgelegten Strecken speichern. Welche Funktionen während der Übung aktiv waren, ist bislang nicht bekannt. Das Risiko solcher Fahrzeuge war den norwegischen Behörden grundsätzlich bekannt. Die nationale Sicherheitsbehörde hatte bereits 2025 vor möglicher Überwachung durch Kameras, Mikrofone und Netzwerkverbindungen in modernen Autos gewarnt. Verteidigungsminister Tore Onshuus Sandvik erklärte dem Parlament Ende September, dass der Mietvertrag auf einer Sicherheitsbewertung beruht habe. Nach dem Bericht von "Dagens Næringsliv" forderten Abgeordnete weitere Auskünfte darüber, welche Schutzmaßnahmen getroffen wurden und wo das Militär noch Fahrzeuge chinesischer Hersteller einsetzt.