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EU unter Druck: China akzeptiert Drosselung von Hybridauto-Exporten

Chinesische Autoexporte setzen die europäische Industrie unter Druck. Nun konnte der EU-Handelskommissar in Peking einen Verhandlungserfolg erzielen. Die Auswirkungen spüren auch Autokäufer. Die EU und China haben sich nach Angaben von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič auf eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos verständigt. Die Lieferungen in die Europäische Union könnten dadurch um mehr als die Hälfte zurückgehen, erklärte Šefčovič nach Verhandlungen in Peking . "Wir müssen unsere Industriezweige verteidigen und faire Wettbewerbsbedingungen wiederherstellen, die durch weltweite Überkapazitäten verzerrt wurden", sagte Šefčovič nach den Beratungen. Der Deal werde "den Anstieg der chinesischen Autoexporte zumindest zeitweise dämpfen", sagte der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, dem "Handelsblatt". Deutschland und Frankreich kontern Chinas Attacke Handel: Deutschland und Frankreich kontern Chinas Attacke Markt: Deutschland hat ein neues Lieblingsauto Gastbeitrag : EU-Kommissar Dan Jørgensen über die Abkehr von Russlands Gas Der Druck auf die EU-Kommission war groß. Alle 27 EU-Staaten verzeichnen ein Handelsdefizit mit China. Es beläuft sich auf insgesamt eine Milliarde Euro. Am Tag. Die EU-Staaten halten Peking vor, mit staatlichen Subventionen für unfairen Wettbewerb zu sorgen. Vor allem in der Autoindustrie. Vor der Abreise nach China hatte Ursula von der Leyens Handelskommissar Šefčovič deshalb mit möglichen Einfuhrbeschränkungen gedroht. Konkret sieht der Deal vor, die Zahl der von China exportierten Hybrid- und Plug-in-Hybridautos nach Europa über die kommenden vier Jahre um "einige Millionen Fahrzeuge" zu reduzieren. Die Vereinbarung ist nach Angaben beider Seiten mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar. Das bedeutet die Einigung in Peking für Autokäufer Die Verständigung könnte für die deutschen Autobauer den Druck durch die chinesische Konkurrenz etwas lindern. Denn Hybride sind inzwischen das größte Marktsegment in der EU. Im August waren mehr als 44 Prozent der neu zugelassenen Autos Hybride oder Plug-in-Hybride – also Autos, die einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und einer Batterie kombinieren, teils auch mit Ladeanschluss (Plug-in). Die genauen Auswirkungen auf deutsche Verbraucher hängen jedoch von der Marktdynamik ab. Nachdem Chinas Autobauer den Markt nach den Elektro-Strafzöllen mit günstigen Hybridmodellen geflutet haben, dürfte das Abkommen dem Preiskampf die Härte nehmen. In der Praxis bedeutet das für Autokäufer sehr wahrscheinlich höhere Preise, längere Lieferzeiten und eine spürbar ausgedünnte Modellauswahl im Budgetsegment. Weil der hohe Importdruck nachlässt, schwindet für europäische Hersteller zeitgleich die Notwendigkeit, eigene Hybridmodelle mit aggressiven Rabatten in den Markt zu drücken. Ob und wie schnell die Preise steigen, bestimmen letztlich die Reaktionen der Hersteller. Etwa die Frage, ob chinesische Marken die knappen Importkontingente primär für margenstarke Premiummodelle nutzen. Eine Umgehung der Beschränkungen wird erst mittelfristig durch den Bau neuer Fabriken direkt in Europa erwartet.