Jeep Wrangler: Kult-Geländewagen verschwindet aus Europa
Nach fast vier Jahrzehnten endet die Wrangler-Ära in Europa. Neubestellungen sind gestoppt, Händler verkaufen nur noch Restbestände. Das steckt hinter dem Abschied. Der Jeep Wrangler ist in Europa bald Geschichte. Neubestellungen werden nicht mehr angenommen, bei den Händlern sind nur noch Bestandsfahrzeuge verfügbar. Damit ist der Rückzug aus dem europäischen Angebot nach fast vier Jahrzehnten besiegelt. Ein direkter Nachfolger mit Verbrennungsmotor für den hiesigen Markt ist nicht absehbar. Hauptgrund sind die CO2-Vorgaben der Europäischen Union. Für jeden in Europa verkauften Wrangler wurden laut Jeep Strafzahlungen fällig, da das Modell die Flottenbilanz des Stellantis-Konzerns belastete. Zudem spielten verschärfte Sicherheitsvorschriften eine Rolle. Künftig soll der elektrische Jeep Recon einen Teil des bisherigen Offroad-Spektrums in Europa abdecken. USA: Sonderversion für 2027 Während das Ende des Wranglers in Europa feststeht, läuft der Verkauf des aktuellen Modells auf anderen Märkten weiter. In den USA kündigte Jeep gerade eine Sonderversion für das Modelljahr 2027 an. Dort bietet der Hersteller das Modell mit drei Benzinmotoren zwischen 2,0 und 6,4 Litern Hubraum und 274 bis 476 PS zu Preisen ab umgerechnet rund 33.100 Euro an. Zum Vergleich: In Europa wurde der Wrangler zuletzt als Vierzylinder-Benziner mit 272 PS für mindestens 70.900 Euro verkauft. Chronik: Vier Generationen Wrangler in Europa Der Wrangler wurde 1987 auf dem europäischen Markt eingeführt und trat die Nachfolge der CJ-Baureihe an, deren Ursprünge bis in die 1940er-Jahre zurückreichen. Vier Generationen prägten seine europäische Geschichte. Der erste Wrangler setzte auf einen separaten Leiterrahmen, Starrachsen, Blattfedern und einen zuschaltbaren Allradantrieb. Auffälligstes Merkmal waren die rechteckigen Scheinwerfer, die in der Jeep-Szene lange umstritten blieben. In Deutschland startete der Zweitürer bei rund 28.000 D-Mark. Mit dem TJ ersetzte Jeep die Blattfedern durch Schraubenfedern an beiden Achsen. Leiterrahmen und Starrachsen blieben erhalten, doch der Wrangler wurde komfortabler. 2003 folgte der Rubicon mit Sperrdifferenzialen und Rock-Trac-Verteilergetriebe. Um die Jahrtausendwende kostete die Vierliter-Version rund 22.400 Euro. Mit dem JK kam erstmals eine viertürige Langversion als reguläres Serienmodell auf den Markt. Damit wurde der Wrangler alltagstauglicher, ohne seine Geländewagen-Basis aufzugeben. In Europa war diese Generation unter anderem mit einem 2,8-Liter-Turbodiesel erhältlich, der zuletzt 200 PS leistete. 2009 stand der kurze Diesel ab 28.590 Euro in der Preisliste. Die vierte Generation wuchs deutlich. Der viertürige Unlimited kam auf 4,88 Meter Länge. Zum Start gab es moderne Turbomotoren, später folgte ein Plug-in-Hybrid mit 380 PS Systemleistung. Nach dessen Aus blieb zuletzt nur ein 2,0-Liter-Benziner mit 272 PS im Angebot. Mit einem Basispreis von mindestens 70.900 Euro wurde er zum teuren Schlusspunkt der europäischen Wrangler-Ära.
