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Ukraine-Krieg: Selenskyj zeigt neue Drohne im Einsatz

Selenskyj stellt eine neue Drohne vor. Die Ukraine attackiert am letzten Wahltag Moskau. Alle Entwicklungen im Newsblog. Sonntag, 20. September Am Wahltag: Ukrainische Drohnen attackieren Moskau Am letzten Tag der Parlamentswahl in Russland ist die Hauptstadt Moskau erneut zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe geworden. Seit Mitternacht seien mehr als 150 Drohnen abgefangen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Sergej Sobjanin, den Bürgermeister der Millionenmetropole. Wo Trümmer zu Boden stürzten, seien Rettungskräfte im Einsatz. Über mögliche Opfer wurde bis zum frühen Morgen nichts bekannt. Selenskyj zeigt neue Abfangdrohne im Einsatz Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Video einer neuen Abfangdrohne geteilt. Es soll zeigen, wie es die eine russische Geran-5-Drohne zerstört. Das nur wenige Sekunden lange Video zeigt den Blick aus der Bordkamera. Die Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Selenskyj dankte den Mitgliedern des Geheimdienstes GBU, die offenbart die Drohne gesteuert hatten. Er hatte zuvor angekündigt, dass es einen neuen Abfangjäger gebe. Samstag, 19. September Mutter und Kinder bei russischem Angriff getötet Infolge eines russischen Angriffs sind im Umland der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens drei Menschen getötet worden. Dabei handele es sich um eine Mutter mit zwei kleinen Kindern, teilte Militärverwaltungschef Tymur Tkatschenko bei Telegram mit. Die "schreckliche Tragödie" habe sich im Landkreis Fastiw südwestlich von Kiew ereignet. Demnach wurden mehrere Wohnhäuser und ein Auto beschädigt. Ein Brand sei gelöscht worden. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion. Fico kritisiert "Kriegstreiber in der Nato" Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico wirft einigen westlichen Politikern vor, eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland anzustreben. Nach dem Scheitern der Strategie, Moskau im Ukraine-Krieg zu besiegen, gieße der Westen mit seiner Unterstützung für Kiew weiter Öl ins Feuer, erklärt Fico in einer Videobotschaft. "Bestimmte Kriegstreiber innerhalb der Nato versuchen um jeden Preis, diesen Krieg zu einem Konflikt zwischen Russland und der Nato zu verwandeln." Die Slowakei werde sich daran nicht beteiligen und unter keinen Umständen Soldaten entsenden. Fico pflegt gute Beziehungen zu Russland und lehnt Militärhilfen für die Ukraine ab. Russland will offenbar Soldaten im Nahen Osten rekrutieren Russland will mindestens 27 Staatsbürger aus dem Jemen für den Krieg gegen die Ukraine rekrutieren, berichtet die ukrainische Zeitung "Kyiv Independent" unter Berufung auf den ukrainischen Auslandsgeheimdienst. Demnach sollen darunter auch junge Männer sein, die erst 2006 und 2007 geboren wurden. Russland rekrutiert seit dem Überfall auf die Ukraine 2022 Soldaten aus Ländern wie Nordkorea , Nepal , Somalia, Indien und Kuba . Das genaue Ausmaß dieser Bemühungen ist jedoch unklar. In einem der nun berichteten Fälle soll der Leiter eines russischen Rekrutierungsbüros im sibirischen Chanti-Mansijsk im Juli Grenzschützer gebeten haben, jemenitische Staatsbürger zu legalisieren, um anschließend Militärverträge mit ihnen zu schließen. Grundlage sei ein Dekret von Kremlchef Putin, das eine vereinfachte Vergabe von Aufenthaltsrecht und Staatsbürgerschaft ermöglicht. Bereits 2024 waren Berichte über die Anwerbung jemenitischer Söldner für den Einsatz in der Ukraine bekanntgeworden. Größter ausländischer Truppensteller in Russlands Krieg bleibt dem Bericht zufolge Nordkorea, das 2025 rund 12.000 Soldaten zur Unterstützung einer russisch geführten Gegenoffensive im Gebiet Kursk entsandt haben soll. Hackerangriff auf Online-Wahlsystem in Moskau Das Online-Wahlsystem in der russischen Hauptstadt Moskau ist nach Behördenangaben in der Nacht zum Samstag während der laufenden Parlamentswahl Ziel eines schweren Cyberangriffs geworden. Die Lage sei jedoch unter Kontrolle, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Leiterin der zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa. Die Angriffe dauerten an, würden jedoch erfolgreich abgewehrt, sagte sie staatlichen Medien zufolge. Die Parlamentswahl in Russland begann am Freitag. Sie dauert drei Tage. Es ist die erste Wahl der Duma seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 begonnen. Erste Ergebnisse werden für Sonntagabend ab 20.00 Uhr (MESZ) erwartet. Das endgültige Ergebnis dürfte am Montag feststehen. Es wird allgemein erwartet, dass die kremltreue Partei Geeintes Russland ihre Dominanz im streng kontrollierten politischen System des Landes behaupten wird. Die liberale Jabloko-Partei, die einen Waffenstillstand in der Ukraine fordert, wurde wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Wahlvorschriften ausgeschlossen. Einige Jabloko-Kandidaten treten dennoch in einzelnen Wahlkreisen an. Präsident Wladimir Putin gab seine Stimme am Freitag online in seinem Büro im Kreml ab. USA genehmigen Waffenlieferungen in Milliardenwert Das US-Außenministerium hat zur Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung ein Rüstungsgeschäft im Umfang von knapp 2,7 Milliarden Dollar gebilligt. Das Paket diene der Weiterentwicklung der Luftabwehr und umfasse zugehörige Ausrüstung und Dienstleistungen, teilte das Ministerium am Freitag mit. Das Vorhaben muss noch vom Kongress bestätigt werden. Nach Angaben des US-Außenministeriums hat die Ukraine den Kauf verschiedener Raketentypen sowie von Abschussvorrichtungen und Radarsystemen zur Drohnenabwehr beantragt. Finanziert werden soll das Rüstungsgeschäft demnach aus europäischen Beiträgen und Mitteln aus dem US-Programm zur Finanzierung ausländischer Militärgüter, die von der Regierung unter Trumps Vorgänger Joe Biden bewilligt worden waren. Die russische Armee hatte ihre Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew zuletzt intensiviert. Die Ukraine kann sich aufgrund eines Mangels an Abwehrraketen nur schwer gegen die Attacken verteidigen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert von seinen Verbündeten seit Langem mehr Unterstützung bei der Luftabwehr. Die USA hatten zuletzt ihre Vermittlungsversuche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs wieder aufgenommen. Am Freitag setzte US-Präsident Donald Trump ein neues Sanktionspaket gegen Russland in Kraft. Trump: Russland greift Verbündete der Ukraine seit Jahren an US-Präsident Donald Trump hat Russland der Angriffe auf Verbündete der Ukraine bezichtigt. "Seit etwa fünf Jahren greifen sie die Verbündeten der Ukraine an", sagte er im Weißen Haus auf eine Reporterfrage nach entsprechenden Sorgen in Polen . "Ich glaube, da sind sich alle einig", sagte Trump weiter. Polens Ministerpräsident Donald Tusk hatte zuvor mitgeteilt, er rechne für die kommenden Wochen mit stärkeren russischen Angriffen auf die Ukraine wie auf ihre Unterstützer. Nach Einschätzung von Geheimdiensten könnte es zu scheinbar versehentlichen Attacken mit Drohnen und Raketen auf die Länder kommen, die der Ukraine Beistand leisten – darunter Polen. Das sagte Tusk im polnischen Parlament in Warschau , wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. Trump unterzeichnet neue Sanktionen gegen Russland US-Präsident Donald Trump hat das vom Parlament verabschiedete Gesetz mit neuen weitreichenden Sanktionen gegen Russland unterzeichnet. Das teilte das Weiße Haus in Washington mit. Das Sanktionspaket hatte zuvor eine parteiübergreifende Mehrheit im Kongress bekommen und soll den Kreml im Ukraine-Krieg stärker unter Druck setzen. Neben direkten Strafmaßnahmen gegen russische Politiker und Firmen sieht das Paket Sanktionen gegen russische Öl- und Gas-Exporte vor, mit denen Moskau seinen Angriffskrieg finanziert. Es berechtigt Trump unter anderem dazu, die fünf größten Käufer russischer Energieträger mit Sanktionen zu belegen – sowie jene fünf Länder, die Russland am meisten dabei helfen, Energiesanktionen zu umgehen. Damit könnte es die US-Handelsbeziehungen zu China und Indien weiter strapazieren, die große Mengen russischen Erdöls beziehen. Das Sanktionsgesetz trägt den Namen des im Juli gestorbenen Senators und Trump-Vertrauten Lindsey Graham, der es maßgeblich vorangetrieben hatte. Neben den Russland-Sanktionen setzt es auch den Rahmen für eine Verlängerung der Strafmaßnahmen gegen den Iran bis zum Jahr 2031. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Trump für die Unterzeichnung des Gesetzes. Der beste Weg, Grahams Andenken zu ehren, sei die vollständige und rasche Umsetzung der Bestimmungen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Russland stuft Regisseur als Agenten ein Moskau hat den bekannten russischen Regisseur Andrei Zvyagintsev als "ausländischer Agent" eingestuft. Zvyagintsev sei beteiligt gewesen an der Erstellung von Mitteilungen und Materialien von Auslandsagenten und in Russland unerwünschter Organisationen, hieß es unter anderem in einer Mitteilung des Justizministeriums. Wer in Russland als "ausländischer Agent" gebrandmarkt ist, muss mit zahlreichen Nachteilen rechnen. Die Einstufung soll Misstrauen schüren und ihre Arbeit in Russland erschweren. Gleitbombenangriff auf Sumy Bei einem russischen Angriff mit Gleitbomben sind in der nordostukrainischen Stadt Sumy nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Sieben weitere seien bei der Attacke verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, bei Telegram mit. Darunter sei ein 13-jähriges Mädchen. Hryhorow veröffentlichte auch ein in der Nacht aufgenommenes Foto, auf dem ein schwer beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus zu sehen ist. Seine Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Freitag, 18. September Russland zieht offenbar Elite-Einheit von der Front zurück Russland hat nach schweren ukrainischen Angriffen Einheiten seiner Elite-Drohneneinheit Rubicon von der Frontlinie im Norden des Gebiets Donezk abgezogen. Das teilte das 3. Armeekorps der Ukraine am 18. September mit. "Die Kämpfer des 3. Korps haben das Führungssystem von Rubicon lahmgelegt: Sie zerstörten dessen Logistik, Munitionsdepots, Drohnenstartplätze, neu aufgestellte Einheiten sowie erfahrene UAV-Operatoren", erklärte die Einheit gegenüber "Ukrainska Pravda". Das Rubicon-Zentrum für fortschrittliche unbemannte Technologien ist eine weitverzweigte russische Drohneneinheit und bildet den Kern der kürzlich gegründeten Teilstreitkraft für unbemannte Systeme innerhalb der russischen Armee. Von russischer Seite gab es keine Stellungnahme. "Astronomisches" Haushaltsloch: Selenskyj schlägt Alarm Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Haushaltsloch seines Landes als "astronomisch" bezeichnet. "Wir arbeiten an einigen Vorschlägen, um das von mir angesprochene Defizit zu beheben – das, unter uns gesagt, astronomisch ist", sagte Selenskyj Journalisten bei dem von ihm einberufenen Gipfel von Karpaten-Staaten im westukrainischen Gebiet Iwano-Frankiwsk. Es gebe bereits einige Vereinbarungen. Selenskyj berief sich dabei auf ein Telefonat vom Donnerstag mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, nachdem Brüssel Kiew weitere 3,3 Milliarden Euro überwies. Diese sollen dem Staatschef zufolge sofort in die Produktion von Drohnen und Raketen fließen. Die genaue Höhe des Haushaltslochs nannte er nicht. Im August hatte der Präsident es noch mit umgerechnet rund 23,5 Milliarden Euro beziffert. Am Donnerstag hatte das Bauunternehmen Autostrada mitgeteilt, aufgrund eines Zahlungsstopps der Regierung, die Arbeit an staatlich finanzierten Projekten einzustellen. Auf die Straßen- und Tiefbaufirma entfielen 2025 nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine etwa 30 Prozent des Umsatzes der zehn größten ukrainischen Baufirmen. Eine offizielle Erklärung dazu gab es nicht, wenngleich Finanzminister Serhij Martschenko zuvor "Liquiditätsprobleme" einräumte. Nach Angaben aus dem parlamentarischen Haushaltsausschuss wurden die staatlichen Investitionen bis Jahresende eingefroren. Für das kommende Jahr erwartet die Ukraine zur Finanzierung des geplanten Etats von umgerechnet mehr als 141 Milliarden Euro fast 46 Milliarden Euro aus dem Ausland. Drohne trifft russisches Atomkraftwerk Der Kühlturm des russischen Kernkraftwerks Kursk ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) von einer Drohne getroffen worden. Die IAEA sei informiert worden, dass das Atomkraftwerk zur Zeit des Vorfalls am Donnerstag in Betrieb gewesen sei, hieß es. Es sei aber kein Feuer ausgebrochen, und der Betriebsstatus sei beibehalten worden. IAEA-Chef Rafael Grossi wies erneut darauf hin, dass jegliche Angriffe auf Atomanlagen die nukleare Sicherheit gefährden könnten und deshalb inakzeptabel seien. Grossi rief zu militärischer Zurückhaltung auf, "um das Risiko eines Atomunfalls zu verhindern", hieß es auf X. Im August 2025 hatte die russische Luftabwehr laut einem russischen Medienbericht eine ukrainische Kampfdrohne in der Nähe des AKW Kursk abgeschossen. Die russische Region grenzt an die Ukraine, gegen die Russland seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg führt. Das Grenzgebiet ist immer wieder Ziel ukrainischer Gegenangriffe, 2024 stieß Kiews Militär in die Region vor und hielt über mehrere Monate Teile besetzt. Merz drängt EU-Partner zu mehr Ukraine-Hilfe Bundeskanzler Friedrich Merz appelliert an die Regierungen anderer EU-Staaten, mehr Geld für den Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland bereitzustellen. "Bei der Unterstützung der Ukraine ist ein stärkeres Engagement anderer Mitgliedstaaten sowohl angemessen als auch dringend erforderlich", schreibt der CDU-Politiker in einer gemeinsamen Erklärung mit den Regierungschefs von Dänemark, den Niederlanden, Österreich und Finnland. Gemeinsam mit Schweden leisten die fünf Länder nach eigenen Angaben derzeit rund 70 Prozent der bilateralen Ukraine-Hilfe der EU-Staaten. Konkrete Adressaten nennen die fünf Regierungschefs in den vom Nachrichtenmagazin "Politico" veröffentlichten Text nicht. Gemessen an ihrer Wirtschaftskraft stellten etwa Länder wie Italien, Frankreich und Spanien zuletzt vergleichsweise wenig Geld für die Ukraine bereit. Lage in Oleschki verschlechtert sich massiv – "Menschen sind verzweifelt" Die humanitäre Lage im russisch besetzten Oleschki in der südukrainischen Region Cherson hat sich massiv verschlechtert. Rund 2.000 Menschen, darunter etwa 50 Kinder, leben nach Angaben der ukrainischen Stadtverwaltung noch dort, berichtet der "Kyiv Independent". Der Menschrechtsbeauftragte der ukrainischen Regierung, Dmytro Lubinets, erklärte: "Diese Menschen müssen aus dieser Hölle gerettet werden." "Die Menschen sind verzweifelt und laufen einfach über verminte Straßen", sagte ein Bewohner der Zeitung. Im Frühjahr konnten Freiwillige noch Menschen mit Fahrzeugen aus Oleschki bringen. Inzwischen sei das wegen Drohnenangriffen nicht mehr möglich. Die letzte erfolgreiche Lebensmittellieferung erreichte Oleschki nach Angaben der Stadtverwaltung am 26. Mai. Weitere Versuche seien von russischen Drohnen angegriffen worden. Im örtlichen Krankenhaus fehlten zudem Medikamente, Strom und fließendes Wasser. Einige Bewohner versuchen deshalb, zu Fuß ins benachbarte Radensk zu gelangen. Der Weg dauere fünf bis sechs Stunden und führe über verminte Straßen. Russland habe einer von der Ukraine vorbereiteten humanitären Evakuierung bislang nicht zugestimmt. Auch umliegende Orte sind betroffen. Nach ukrainischen Angaben benötigen 358 Menschen in der Region dringend Hilfe bei der Evakuierung. USA wollen offenbar Transfer von Patriotraketen erlauben Die USA stehen laut Kongressunterlagen vom 15. September kurz davor, den Transfer von zehn Patriot-Abfangraketen von Deutschland an die Ukraine zu genehmigen. Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine unter einem kritischen Mangel an Patriot-Luftabwehrmunition leidet – den einzigen Waffen, die zuverlässig in der Lage sind, russische ballistische Raketen abzuschießen. Deutschland werde der Ukraine in Kürze zehn Abfangraketen vom Typ MIM-104E GEM-T Patriot im Wert von 29,6 Millionen US-Dollar übergeben, teilte das US-Außenministerium in seiner Benachrichtigung an den Kongress mit. Wahlen in Russland haben begonnen Im Fernen Osten Russlands hat am Freitag (ab 08.00 Ortszeit; Donnerstagabend 22.00 Uhr MESZ) die russische Parlamentswahl begonnen. Die ersten Wahllokale öffneten auf der Halbinsel Kamtschatka und in Tschukotka, wie die russischen Nachrichtenagenturen RIA Nowosti und Tass berichteten. Die Parlamentswahl ist die erste seit Beginn des russischen Kriegs in der Ukraine im Februar 2022, bei dem seither hunderttausende Menschen starben. Auch in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine findet der Urnengang statt. Bei der Abstimmung über die 450 Sitze in der Staatsduma, die bis Sonntag in elf Zeitzonen abgehalten wird, ist ein Sieg der Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin sicher. Weiter zugelassen sind nur andere Kreml-treue Parteien. Tusk warnt vor russischen Angriffen Polen befürchtet eine Zunahme russischer Provokationen in den nächsten Wochen. Warnungen kommen auch von Experten und der EU. Donnerstag, 17. September Wegen massiver russischer Angriffe: Polen schließt zwei Flughäfen Polen hat wegen massiver russischer Luftangriffe auf die Westukraine vorübergehend die Flughäfen Rzeszów und Lublin geschlossen. Hintergrund seien "Operationen der Militärluftfahrt", teilte das Einsatzkommando der polnischen Streitkräfte laut dem britischen Sender Sky mit. Die Maßnahmen stünden im Zusammenhang mit Angriffen der Russischen Föderation auf den Westen der Ukraine und dienten der Vorsorge für den Fall, dass der polnische Luftraum verletzt werde. Zugleich wurden in Teilen der Woiwodschaften Podkarpackie und Lubelskie Warnmeldungen des polnischen Katastrophenschutzes RCB ausgegeben. Nach vorläufigen Angaben soll zudem erneut eine Drohne nahe der polnisch-ukrainischen Grenze abgestürzt sein, rund zwei Kilometer von einem Grenzübergang entfernt. Polnische Militärjets waren während der russischen Angriffe im eigenen Luftraum im Einsatz. Russische Drohne trifft offenbar ziviles Schiff – Kapitän tot Eine russische Drohne hat am Donnerstagmorgen nach ukrainischen Angaben ein ziviles Handelsschiff im Schwarzen Meer getroffen. Das unter tansanischer Flagge fahrende Schiff war auf dem Weg zu einem ukrainischen Hafen. Der Kapitän kam bei dem Angriff ums Leben, drei weitere Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Odessa, Oleh Kiper, wurden bei dem Angriff die Aufbauten und das Deck des Schiffes beschädigt. Wie schwer die Schäden insgesamt sind, war zunächst unklar. Das ukrainische Infrastrukturministerium warf Russland vor, mit seinen Angriffen auf Häfen und zivile Schiffe die internationale Schifffahrt im Schwarzen Meer zu gefährden. Trotz Trumps Feuerpausen-Vorstoß: Neue Angriffe auf Energieziele Russland und die Ukraine haben sich in der Nacht zum Donnerstag erneut gegenseitig angegriffen – und dabei auch Energieanlagen ins Visier genommen. In Russland wurde eine Ölraffinerie in Jaroslawl beschädigt, während Moskau nach ukrainischen Angaben Energie-Infrastruktur in den Regionen Sumy und Odessa attackierte. Der Gouverneur der Region Jaroslawl bestätigte einen ukrainischen Drohnenangriff auf die dortige Raffinerie. Ein Feuer sei inzwischen gelöscht worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff und erklärte zudem, bei einem ukrainischen Schlag gegen einen Militärflugplatz in Rostow seien Flugzeuge und Hubschrauber beschädigt worden. Wie groß die Schäden tatsächlich sind, ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die Angriffe kommen nur wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, Russland und die Ukraine hätten sich auf eine Feuerpause für Energieanlagen verständigt. Selenskyj widersprach dieser Darstellung: Eine entsprechende Vereinbarung gebe es bislang nicht. Die Ukraine sei zu einem solchen Schritt bereit, wenn Russland seine Angriffe ebenfalls einstelle. Russischer Angriff trifft Wohnhaus in Kiew Russland hat nach einigen Nächten Pause die Ukraine wieder mit ballistischen Raketen beschossen. Gegen die Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben militärnaher Telegramkanäle bis zu sechs umfunktionierte Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Zirkon eingesetzt. Ein dpa-Reporter hörte mehrere schwere Explosionen in der Stadt. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Schäden unter anderem an einem Bürogebäude und einem Wohnhaus. Es soll mindestens zehn Verletzte gegeben haben, berichtet die "Kyiv Post". Medienberichten zufolge kam es in einigen Stadtteilen am Ostufer des Dnipro zu Problemen mit der Wasserversorgung. Auch die Großstädte Dnipro und Saporischschja im Süden wurden nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit ballistischen Raketen angegriffen. Mittwoch, 16. September Selenskyj erwartet neue Rüstungshilfen Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet neue westliche Unterstützungspakete, darunter vor allem Mittel zur Flugabwehr. "Wir bereiten neue Treffen mit unseren Partnern in den USA vor", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Bei den Beratungen werde es um Schritte hin zu einem Frieden mit Kriegsgegner Russland, die Probleme der ukrainischen Energiewirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Waffen gehen. Es seien auch Gespräche über das in Entwicklung befindliche System zur Abwehr ballistischer Raketen Freyja geplant. Russischer Angriff zerstört Lager von Selenskyjs Medienfirma Bei einem russischen Drohnenangriff ist ein Lager in Kiew mit dem Fundus des von Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgegründeten Medienunternehmens "Kvartal 95" zerstört worden. "Damit haben wir eine große Menge an Kulissen, Kostümen und Gegenständen verloren, die zwanzig Jahre lang Teil unserer Konzerte, Fernsehsendungen, Filme und Serien waren", teilte das Unternehmen bei Facebook mit. Das seien nicht nur einfach Dinge, sondern die Geschichte des "Kvartals". Verletzte habe es bei dem Angriff in der ukrainischen Hauptstadt in der Nacht zum Mittwoch nicht gegeben. Die Shows der Komödiantentruppe des Produktionsstudios würden dennoch "mit oder ohne Requisiten" fortgesetzt. "Denn Lachen ist heute auch ein Teil des Lebens", hieß es in der Mitteilung. Das Leben gehe weiter. Nato: Russische Behauptung zu Leipzig-Ermittlung ist absurd Die Nato hat die Darstellung Russlands zurückgewiesen, wonach das Militärbündnis die deutschen Erkenntnisse zu dem Sprengstoffdrohnenfund auf dem Flughafen in Leipzig/Halle anzweifelt. "Die Behauptung des russischen Geheimdienstes, wonach die Nato keine Belege für eine russische Beteiligung an dem Drohnenvorfall in Leipzig gefunden habe, ist absurd", sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Geheimdienstexperten der Nato seien wie Deutschland zu dem Schluss gekommen, dass Russland hinter dem hybriden Angriff am 4. August stecke. "Russland hat nachweislich immer wieder versucht, verbündete Staaten zu destabilisieren und uns davon abzubringen, die Ukraine zu unterstützen", fügte der Bündnissprecher hinzu. Russlands rücksichtsloses Vorgehen sei gefährlich. Aber man werde sich nicht davon abbringen lassen, die Ukraine weiter zu unterstützen. Putin: Parlamentswahl wird Beitrag zum Sieg Russlands Der russische Staatschef Wladimir Putin stellt die kommende Parlamentswahl als Symbol der Einigkeit seines kriegführenden Landes dar. "Die Teilnahme an den Wahlen ist unser gemeinsamer Beitrag zum Sieg Russlands", sagte er in einer Videoansprache. Die Wahl solle zeigen, "dass hinter unseren Kämpfern Millionen Menschen stehen, dass wir ein geeintes Volk sind", sagte Putin. Er gehe davon aus, dass die "würdigsten Kandidaten" gewinnen. Russischer Generalmajor Grinus nach Ehrung getötet Der russische Generalmajor Anton Grinus ist nach Angaben russischer Militärblogger und des tschetschenischen Generals Apti Alaudinow getötet worden. Grinus, Kommandeur der 4. motorisierten Garde-Schützenbrigade, war erst am 27. August mit dem Titel "Held Russlands" ausgezeichnet worden. Die genauen Umstände seines Todes sind bislang unklar. Berichte bringen ihn mit ukrainischen Angriffen in den besetzten Gebieten Luhansk und Donezk in Verbindung. Grinus hatte Anfang Juli die Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka an Präsident Wladimir Putin gemeldet. Die ukrainische Seite und westliche Militärbeobachter bestreiten jedoch, dass die Stadt vollständig unter russischer Kontrolle steht. Lukaschenko lässt Gefangene frei: USA lockern Sanktionen In Belarus hat US-Unterhändler John Coale nach Verhandlungen mit Machthaber Alexander Lukaschenko erneut Gefangene freibekommen. Im Gegenzug versprach er, die US-Sanktionen gegen zwei große belarussische Unternehmen aufzuheben. "25 Gefangene sind heute frei!", teilte Coale nach den Unterredungen in Minsk bei X mit. Das Engagement für direkte Diplomatie von US-Präsident Donald Trump bringe direkte Ergebnisse. "Vielen Dank, Präsident Lukaschenko, für diesen Schritt", sagte Trumps Sondergesandter. Die freigelassenen Gefangenen trafen später im benachbarten Litauen ein und wurden Medienberichten zufolge von Vertretern der belarussischen Opposition, ihren Unterstützern und Angehörigen in Vilnius empfangen. Viele zeigten sich glücklich über ihre Freilassung und bedankten sich bei allen, die für ihre Freiheit gekämpft hatten. Beim Grenzübertritt und Transport wurden sie nach Angaben des litauischen Außenministeriums von lokalen Behörden unterstützt. Russland fliegt Mitarbeiter von geschlossenem Generalkonsulat in Bonn aus Nach der von der Bundesregierung angeordneten Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn hat Russland ein Flugzeug nach Deutschland geschickt, um Beschäftigte außer Landes zu bringen. Für den Sonderflug sei von deutscher Seite eine entsprechende Genehmigung erteilt worden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Er stehe "im Zusammenhang mit der Ausreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats Bonn". Die Bundesregierung hatte die Schließung des Generalkonsulats zum 18. September als Reaktion auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig-Halle Anfang August angeordnet. Damals war in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich. Ukraine trifft russischen Bomber auf der Krim Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen russischen Su-24-Bomber auf dem Militärflugplatz Saky im von Russland besetzten Teil der Krim getroffen. Der Generalstab teilte am 16. September mit, dass das Ausmaß der Schäden noch geprüft werde. Der Flugplatz war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Bei weiteren Angriffen zwischen dem 15. und 16. September seien zudem ein russischer Drohnenstandort nahe Donezk, drei Bodenstationen zur Steuerung von Drohnen sowie ein Munitionsdepot und mehrere Lager für Treib- und Schmierstoffe in den Regionen Luhansk, Donezk und Saporischschja getroffen worden. Die Angaben des ukrainischen Generalstabs lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Große russische Dieselraffinerien drosseln nach Angriffen massiv Die ukrainischen Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur zeigen Wirkung: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden bei ukrainischen Angriffen drei der landesweit wichtigsten Dieselraffinerien getroffen. Auf sechs Anlagen – Omsk, Kirischi, Taneco, Wolgograd, Norsi und Perm – entfällt demnach rund die Hälfte der russischen Dieselproduktion. Dem Bericht zufolge wurde die Raffinerie Kirischi vollständig stillgelegt, während die Anlagen Norsi und Wolgograd nur noch etwa ein Viertel ihrer üblichen Kapazität erreichen. In der Oblast Leningrad, in der die stillgelegte Anlage liegt, haben die regionalen Behörden Treibstoffbeschränkungen eingeführt. Gouverneur Alexander Drosdenko erklärte am Dienstag, die Maßnahmen seien nur vorübergehend und bis zum 1. Oktober befristet. Die Situation bleibe jedoch schwierig. Fünf Tote nach Angriff auf ukrainischen Linienbus Ein russischer Drohnenangriff hat im Süden der Ukraine mindestens fünf Menschen getötet. Bei dem Angriff auf einen ukrainischen Linienbus seien zudem mindestens sieben Passagiere verletzt worden, wie der Gouverneur des südostukrainischen Gebiets Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, bei Telegram mitteilte. "Die sieben Verletzten befinden sich derzeit in ärztlicher Obhut. Sie erhalten alle notwendige Hilfe", sagte er. Er warf Russland Terror vor und veröffentlichte auch ein Foto von dem getroffenen Bus, an dem Blutspuren zu sehen sind. Selenskyj kündigt "unpopuläre" Gesetzentwürfe an Wolodymyr Selenskyj hat mehrere potenziell "unpopuläre" Gesetzentwürfe zum Stopfen des Milliardendefizits im Haushalt angekündigt. Der ukrainische Präsident erwähnte in seiner abendlichen Ansprache am Dienstag sieben nicht näher benannte Gesetzentwürfe, die zur "Finanzierung des staatlichen Haushaltsdefizits nötig" seien. "Einige Sachen mögen schwierig sein, unerfreulich und unpopulär", sagte er. "Aber ohne diese Dinge ist es derzeit unmöglich, den gesamten Bedarf unserer Verteidigung und die Widerstandskraft der Ukraine zu gewährleisten." Das Defizit ergibt sich vor allem durch ein Minus von umgerechnet 23 Milliarden Euro im Verteidigungsbereich. Die Ukraine ist mit einer sich verschlechternden Wirtschaftslage konfrontiert. Russische Angriffe trafen unter anderem die Metallbranche und führten zu einem Rückgang bei den Agrarexporten. Das von Russland angegriffene Land ist stark auf finanzielle Unterstützung seiner westlichen Partner angewiesen. Selenskyj will "in Kürze" am Rande der UN-Vollversammlung in New York den französischen Präsidenten Emmanuel Macron treffen, wie er im Onlinedienst X erklärte. Dies habe er mit Macron vereinbart. Mit dem französischen Staatschef habe er über mögliche Maßnahmen zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gesprochen. Ukraine meldet erfolgreichen Test neuer Drohnenabwehr-Waffe Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erfolgreich eine neue, selbst entwickelte Waffe zur Abwehr von Drohnen getestet. Bei einem Einsatz in der Nacht sei ein Treffer erzielt und eine Drohne vom Typ "Shahed" zerstört worden, sagte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videoansprache. "Einige technische Details müssen jedoch noch verfeinert werden", erklärte er weiter. "Wir brauchen noch etwas mehr Zeit." Die Arbeit an weiteren Entwicklungen werde fortgesetzt. Litauen: Abgeschossene Drohne hatte Sprengsatz Eine über Litauen von Nato-Kampfjets abgeschossene Drohne war mit Sprengstoff bestückt. Dies teilte Verteidigungsminister Robertas Kaunas mit. Die Sprengladung sei von Spezialkräften entschärft worden, schrieb Kaunas auf Facebook. Die Drohne werde weiterhin untersucht und analysiert. In Litauen wurde in der Nacht zu Dienstag ein unbemanntes Flugobjekt von italienischen Eurofightern über einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai vom Himmel geholt. Verletzte oder Schäden gab es nicht. Die Behörden hatten die Bevölkerung mehrerer Regionen des baltischen EU- und Nato-Landes zuvor über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert. Genauere Angaben zur Herkunft und zum Typ der abgeschossenen Drohne gab es zunächst nicht. Nach ersten Erkenntnissen flog die Drohne wahrscheinlich vom Gebiet von Belarus nach Litauen ein. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in den baltischen Staaten gegeben. Pistorius berät mit US-Kollegen Hegseth über Tomahawk-Kauf Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zieht nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Pete Hegseth in Washington eine positive Bilanz. Die Gespräche seien gut verlaufen, sagte Pistorius vor Journalisten. Beim geplanten Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern durch Deutschland müssten jedoch noch Einzelheiten geklärt werden. Deutschland und die USA stimmten in der Bewertung der Sicherheitslage in Europa überein. Dienstag, 15. September Selenskyj: Nicht nur ein Drohnenangriff auf mich Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in den vergangenen Wochen nach eigenen Angaben zweimal russischen Anschlagsversuchen mit Drohnen entgangen. "Als wir mit der Präsidentenmaschine in Moldau waren, griffen sie (die Russen) Moldau an und auf dem Rückweg erneut", sagte Selenskyj am Dienstag dem US-Sender CBS und bestätigte damit eine Äußerung des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre. Laut Støre wurde Selenskyjs Maschine beinah von einer Drohne getroffen, als dieser vorige Woche von Moldau nach Norwegen flog, um an den Trauerfeiern für König Harald V. teilzunehmen. Nach Angaben Selenskyjs hätten auch bei seiner Rückkehr in die Ukraine russische Drohnen den moldauischen Luftraum verletzt – dieser Vorfall war bislang unbekannt. Unklar ist, ob die Drohnen auf die ukrainische Präsidentenmaschine zielten. Selenskyj nannte keine weiteren Details. Russische Drohnen verletzen immer wieder den Luftraum anderer Länder. Erst am Sonntag traf eine russische Drohne einen Zug nahe der polnischen Grenze in der Ukraine. Auf derselben Strecke war ein Zug mit Politikern aus Westeuropa unterwegs, die kurz zuvor in Kiew über mögliche neue Friedensgespräche beraten hatten. In dem Zug befand sich auch der außenpolitische Berater des Kanzlers, Günter Sautter . Der Zug musste nach dem Drohnenangriff auf den vorausfahrenden Zug evakuiert werden. Nach Angaben Selenskyjs gehört es zur russischen Strategie, ihn und westliche Staatenlenker einzuschüchtern. Russland warnt westliche Politiker vor Reisen in die Ukraine Russland warnt westliche Politiker und Diplomaten vor Reisen in die Ukraine. Sie sollten die Risiken "nüchtern" abwägen, so die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Hintergrund ist ein russischer Drohnenangriff auf eine Bahnstrecke, auf der auch ein Zug mit dem britischen Ex-Premierminister Boris Johnson und dem schwedischen Ex-Ministerpräsidenten Carl Bildt unterwegs war. Auch der außenpolitische Berater des Kanzlers, Günter Sautter, befand sich an Bord des Zuges . Sacharowa erklärte, Bahnhöfe und die Transportinfrastruktur für das ukrainische Militär seien legitime Ziele. Russland habe ausländische Diplomaten im Mai aufgefordert, Kiew wegen der Angriffe auf Rüstungsbetriebe zu verlassen. Polen verstärkt Grenzposten nach russischen Drohnenangriffen Nach den jüngsten russischen Drohnenangriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau und auf die ukrainische Grenzregion will Polen seine Grenzübergänge zur Ukraine befestigen. "Die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen, dass Russlands Vorgehen die Sicherheit ganz Europas gefährdet", schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X. Pioniere der polnischen Armee sollen nun die Grenzposten mit sogenannten Hesco-Barrieren verstärken, wie das Oberkommando auf X mitteilte. Dies sind vom Militär verwendete Körbe aus Metall und Kunststofffolie, die mit Sand gefüllt werden. Außerdem sollen in der Nähe der Grenzübergänge Dorohusk, Medyka und Korczowa zusätzliche Beobachtungs- und Wachposten gebaut werden. Am Sonntag war nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn die Lokomotive des regulären Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Verletzt wurde niemand. Kurz vor dem Angriff soll demnach an dem Bahnhof ein Diplomatenzug gehalten haben, der Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitglieder an Bord hatte. Zudem gab es nur 800 Meter von der Grenze zu Polen entfernt einen Drohnenangriff auf eine Tankstelle. Polens Regierung warf Moskau eine Eskalation des Ukraine-Konflikts vor. "Stille Front" : Polen ruft Bürger zur Sabotage-Abwehr auf Kreml nennt Trump-Vorschlag zu Waffenruhe "gute Idee" Der Kreml hat den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump begrüßt, dass Moskau und Kiew wechselseitige Angriffe auf die Infrastruktur stoppen sollten. Man habe Trumps Initiative zu einer Energie-Waffenruhe gesehen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Nachrichtenagentur Interfax. "Wir halten das insgesamt für eine sehr gute Idee", sagte er. Man sei mit den Amerikanern in Kontakt. Es wurde keine Äußerung Peskows zitiert, ob Moskau dem Vorschlag zustimmen werde. Der Kremlsprecher sagte, es gehe nicht nur darum, dass es keine Angriffe auf russische Raffinerien mehr geben solle. Russland müsse sein Öl auch ungehindert exportieren dürfen. Kiew sei aber nicht bereit, eine sichere Schifffahrt zu garantieren, sagte er. Ukraine greift russische Industrieanlagen an Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen. Dabei seien die Anlage sowie mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew. Todesopfer habe es nicht gegeben. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie. Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow, Juri Sljussar, wurden keine Opfer gemeldet. Darüber hinaus seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden. Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, dass dies ein deeskalierender Schritt sein könnte. Die Ukraine wolle sich daran halten, wenn eine ernsthafte Friedensabsicht aus Moskau zu erkennen sei. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion. Kampfflugzeuge schießen Drohne über Litauen ab Kampfflugzeuge der Nato haben über Litauen nach Regierungsangaben eine Drohne abgeschossen. "Ich danke den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion", schrieb Präsident Gitanas Nauseda auf der Plattform X. "Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Bereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit unseren Nato-Verbündeten wird Litauen seinen Luftraum verteidigen." Einem litauischen Medienbericht zufolge stammte die Drohne aus Belarus. Polen aktivierte "präventiv" seine Luftverteidigung. Der öffentlich-rechtliche litauische Sender LRT berichtete unter Berufung auf das staatliche Krisenmanagementzentrum NKVC, dass die Drohne in Belarus gestartet worden sei. Sie ging demnach in einer ländlichen Region nahe dem Kaunas-See im Zentrum des Landes nieder. Hier lesen Sie mehr. Nato registriert steigende Zahl russischer Hybrid-Angriffe Die Zahl der hybriden Angriffe Russlands auf Nato-Staaten nimmt nach Angaben aus dem Militärbündnis deutlich zu. Allein im vergangenen Jahr wurden demnach mehr als 200 erfasst. Dabei seien die alltäglichen Cyberangriffe nicht eingerechnet, erklärte ein ranghoher Nato-Beamter in Brüssel. Von diesen gebe es allein gegen das Nato-Hauptquartier jeden Monat Tausende. Zum Fall der Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle sagte der Nato-Vertreter, der gefundene Sprengstoff deute nach seiner Einschätzung darauf hin, dass ein russischer Geheimdienst direkt involviert gewesen sei. "Semtex ist nichts, was man irgendeinem Jugendlichen in die Hand drückt, den man beim Videospielen rekrutiert hat", sagte er. Die Nato stuft den Vorfall wie die Bundesregierung trotz der letztlich nicht erfolgten Explosion als hybriden Angriff ein. So werden meist verdeckte feindliche Aktionen unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Angriffs bezeichnet, etwa Sabotage, Cyberattacken oder Desinformationskampagnen. Ziel ist es dabei oft, einen Staat zu schwächen, Unsicherheit zu erzeugen und politische oder militärische Ziele zu erreichen, ohne einen klassischen Krieg auszulösen. Russland verfolgt nach Einschätzung der Nato unter anderem das Ziel, die politische und praktische Unterstützung für die Ukraine zu untergraben und sich auf eine mögliche weitere Eskalation vorzubereiten. Besonders beunruhigt die Nato dabei ein Wandel in der Qualität der Angriffe. "Die Zahl nimmt zu, die Schwere nimmt zu und die Risikobereitschaft nimmt zu", sagte der Beamte. Damit steige auch das Risiko von Opfern unter Bürgern der Bündnisstaaten. Für die Nato gehe es derzeit darum, ruhig zu bleiben und die Abschreckung zu erhöhen. Dabei gehe es um militärische Maßnahmen, aber auch darum, den Anreiz für Angriffe durch einen wirksamen Schutz der Infrastruktur zu senken. Zoff um Oligarchen: EU ringt erneut um Russland-Sanktionen Die EU-Länder haben eine Frist für die Verlängerung der bestehenden Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs verschoben. Die Botschafter der 27 EU-Mitgliedstaaten vereinbarten am Montag, die eigentlich am Mittwoch fällige Verlängerung der Strafmaßnahmen um eine Woche zu verschieben. Frankreich hatte nach Angaben aus Diplomatenkreisen zuvor gefordert, den Milliardär Alischer Usmanow von der Sanktionsliste zu streichen. Die nach der russischen Vollinvasion in der Ukraine verhängten Sanktionen müssen alle sechs Monate einstimmig von den EU-Ländern verlängert werden. Die Sanktionsliste umfasst inzwischen rund 3.000 russische Einzelpersonen und Organisationen. Der russisch-usbekische Oligarch Usmanow, dem gute Beziehungen zum Kreml nachgesagt werden, steht schon seit 2022 auf der Liste. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen schloss Frankreich sich nun überraschend der Forderung der Slowakei an, den 73-jährigen ehemaligen Anteilseigner des Fußballvereins FC Arsenal von der Liste zu streichen. Frankreich nannte demnach keinen genauen Grund und verwies lediglich auf die "nationale Sicherheit". Die "Financial Times" berichtete, Hintergrund sei ein mögliches Abkommen über die Freilassung von Gefangenen, das mehrere in Aserbaidschan festgehaltene französische Staatsbürger betreffe. Diplomaten aus mehreren EU-Ländern warnten davor, den Eindruck einer Lockerung der Russland-Sanktionen zu erwecken. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte: "Es ist definitiv nicht die Zeit, Sanktionen aufzuheben" oder "russische Oligarchen vor den Sanktionen zu retten". Deutschland gibt eine Million Euro für ukrainische Atomsicherheit Die Bundesregierung stellt eine zusätzliche Million Euro zur Verbesserung der Sicherheitslage an den ukrainischen Atomkraftwerken bereit. Das will die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), bei einer Konferenz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) an diesem Dienstag in Wien ankündigen, wie das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mitteilte. Deutschland hat die IAEA für ihre Präsenz in der Ukraine bislang bereits mit 7,3 Millionen Euro unterstützt. Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja - das größte Kernkraftwerk Europas – steht seit Kriegsbeginn im Zentrum nuklearer Sicherheitsbedenken. Immer wieder wird die Anlage von Drohnenangriffen getroffen oder verliert ihre externe Stromversorgung, Notstromgeneratoren müssen einspringen. Schwarzelühr-Sutter will auch für mehr Unterstützung für die internationalen Bemühungen um eine Reparatur der Anfang 2025 beschädigten Schutzhülle um die Atomruine Tschernobyl werben. Deutschland möchte dafür 50 Millionen Euro bereitstellen, wie Umweltminister Carsten Schneider (SPD) vor Kurzem ankündigte. Montag, 14. September Korruptionsvorwürfe: Ukrainischer Präsident Selenskyj entlässt Generalstaatsanwalt Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko nach Korruptionsvorwürfen entlassen. Bei Krawtschenko bleibe "nur ein Ausweg: die Entlassung", erklärte Selenskyj am Montag im Onlinedienst Telegram. Der Generalstaatsanwalt hatte bereits vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt, nachdem Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit betrügerischen Callcentern bekanntgeworden waren. Krawtschenko, der die Vorwürfe in seiner Rücktrittserklärung als "durch nichts belegt" bezeichnet hatte, erklärte im Onlinedienst Telegram, er befinde sich inzwischen im Ausland. Er wolle die internationalen Partner der Ukraine über "die tatsächliche Lage innerhalb der Antikorruptionsbehörden" sowie über "Anzeichen einer unkontrollierten Konzentration von Einfluss durch sie" informieren. Zugleich gab Krawtschenko bekannt, Strafanzeige gegen den Direktor der ukrainischen Antikorruptionsbehörde Nabu, Semjon Krywonos, gestellt zu haben. Der Generalstaatsanwalt warf Krywonos vor, "amtliche Dokumente gefälscht" zu haben. Trump: Ukraine und Russland haben vereinbart, keine Energie-Ziele anzugreifen US-Präsident Donald Trump erklärt, die Ukraine und Russland hätten vereinbart, die Energieziele des jeweils anderen Landes nicht anzugreifen. "Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele anzugreifen. Russland hat sich ebenfalls dazu bereit erklärt", schrieb Trump. Der US-Präsident hatte am Sonntag gesagt, er habe die Ukraine aufgefordert, die Angriffe auf russische Diesel-Infrastruktur einzustellen. Die Attacken würden einen weltweiten Kraftstoffmangel verursachen. Es gebe genügend andere Ziele. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich zunächst skeptisch. "Die Ukraine ist nicht überzeugt, dass Russland bereit ist, irgendeine Vereinbarung einzuhalten", schrieb er auf X. "Falls unsere Partner bereit sind sicherzustellen, dass Russland sich tatsächlich davon abhält, unser Stromnetz, andere Energieanlagen, kritische Infrastruktur und Versorgungswege für Lebensmittel anzugreifen, dann sind wir selbstverständlich bereit, einen entsprechenden Stopp unserer Angriffe zu gewährleisten." Rutte: Russlands Angriffe auf Bahnstrecken in der Ukraine zeigen Putins "Verzweiflung" Die jüngsten Angriffe Russlands auf Bahnstrecken in der Ukraine zeigen nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Mark Rutte die "Verzweiflung" des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Russland gerate in der Ukraine "zunehmend in Schwierigkeiten" und schlage "mit rücksichtslosen und gefährlichen Angriffen um sich", sagte Rutte am Montag vor Journalisten in Brüssel. Der Angriff auf einen Passagierzug in der Ukraine zeige, "wie verzweifelt Putin inzwischen ist". Russland hatte am Sonntag Bahnstrecken in der Ukraine attackiert. Unweit der Grenze zu Polen traf eine Drohne nach ukrainischen Angaben einen Passagierzug nach Warschau. Nach Angaben der ukrainischen Bahngesellschaft Ukrsalisnyzja hatte kurz zuvor ein Sonderzug die Strecke passiert, in dem sich Sicherheitsberater aus mehreren EU-Staaten sowie ehemalige europäische Staats- und Regierungschefs befanden, unter ihnen der britische Ex-Premierminister Boris Johnson. Putin versuche mit solchen Angriffen "Angst und Schrecken zu verbreiten", sagte Rutte. Moskau werde damit aber nicht erreichen, dass die Unterstützung der Nato-Länder für die Ukraine aufhört. "Die Unterstützung ist da", betonte Rutte. "Sie wächst nur noch weiter." Ukraine-Krieg: Merz sieht entscheidende "Wochen oder Monate" Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg gegen Russland angemahnt. "Höchstwahrscheinlich liegen die entscheidenden Momente, vielleicht Wochen oder Monate vor uns, in denen es darum geht, die Freiheit und den Frieden unseres Kontinents zu verteidigen", sagte Merz am Montag beim EU-Arktis-Gipfel im finnischen Rovaniemi. "Deshalb werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, um unsere Unterstützung aufrechtzuerhalten und die Menschen davon zu überzeugen, dass dies in unserem eigenen Interesse liegt", betonte der Kanzler. Finnland tritt französischer Initiative zur nuklearen Abschreckung bei Finnland tritt der von Frankreich angeführten Initiative zur nuklearen Abschreckung ("Forward Nuclear Deterrence Initiative") bei, wie das Präsidialamt in Paris mitteilt. Frankreich hatte seinen europäischen Verbündeten im März eine engere Kooperation angeboten, um die Glaubwürdigkeit des eigenen Atomwaffenarsenals zu stärken. Das Vorhaben sieht gemeinsame Übungen, die Option einer kurzfristigen Verlegung atomwaffenfähiger Systeme auf das Gebiet von Verbündeten sowie engere Konsultationen vor. Einen formellen nuklearen Schutzschirm nach US-Vorbild bietet sie jedoch nicht. Selenskyj verhängt Sanktionen gegen ehemalige Vertraute Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Sanktionen gegen seine ehemalige Pressesprecherin Julia Mendel verhängt. Das geht aus einer Mitteilung des Präsidialamts von Sonntagabend hervor. Demnach wird Mendel vorgeworfen, russische Propaganda zu verbreiten und "Russlands aggressive Politik gegen die Ukraine" zu unterstützen. Daneben verhängte der Präsident auch Strafmaßnahmen gegen 20 Schiffe der russischen Schattenflotte sowie gegen russische Staatsbürger und Unternehmen, die für die russische Rüstungsindustrie arbeiten. Als möglichen Hintergrund für die Sanktionen gegen Selenskyjs Ex-Pressesprecherin führt die ukrainische Zeitung "Ukrainska Pravda" an, dass Mendel in einem Interview mit dem US-Moderator Tucker Carlson den ukrainischen Präsidenten der Geldwäsche und des Drogenkonsums beschuldigt habe. Zudem hatte sie behauptet, Selenskyjs ehemaliger Bürochef Andrij Jermak sei ein "Magier". Mendel war vom 3. Juni 2019 bis 9. Juli 2021 die Pressesprecherin von Selenskyj. Um welche Art von Strafmaßnahmen es sich handelt, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Selenskyj wolle sich mit seinen Partnern darüber abstimmen. Finnischer Botschafter warnt vor Einfluss Chinas und Russlands Vor dem EU-Arktis-Gipfel im finnischen Rovaniemi warnt der finnische Botschafter in Deutschland vor wachsendem Interesse Chinas und Russlands an der Region. "Es besteht wirtschaftliches Interesse, es besteht Interesse an den seltenen Mineralien und auch an den sich öffnenden Seewegen", sagte der Diplomat Kai Sauer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). "Das merkt man in Grönland und auch in unserem Umfeld." Angesichts des jüngsten Besuchs von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Grönland und des von ihr angekündigten Investitionspakets für die Insel in Höhe von 200 Millionen Euro sagte Sauer: "Wir hoffen, dass sich das europäische Interesse nicht nur auf Grönland begrenzt, sondern die gesamte Arktis umfasst." Der Botschafter äußerte sich selbstbewusst über die Rolle Finnlands. "Wir sind ein starker Player in der Arktis und müssen uns nicht verstecken", sagte Sauer. Finnland entwerfe 80 Prozent aller Eisbrecher weltweit, 60 Prozent dieser Schiffe würden in Finnland hergestellt – "auch wenn andere sich große Mühe geben". Bericht: Kanada erwägt Unterstützung von EU-Kredit für die Ukraine Die "Financial Times" berichtet unter Berufung auf Insider, Kanada verhandle derzeit über die Unterstützung eines Darlehens der Europäischen Union in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine. Ottawa und Brüssel hofften, sich noch vor dem EU-Kanada-Gipfeltreffen Ende Oktober in Montreal auf den Beitrag Kanadas zu einigen, heißt es. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, Kanada strebe angesichts der verschlechterten Beziehungen zu den USA eine engere Anbindung an die EU an. Ministerpräsident Mark Carney prüfe dazu die Möglichkeit einer "assoziierten Mitgliedschaft". Hier lesen Sie ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine.