VW-Werk Emden: Minister Lies macht Standort Hoffnung – eine Bedingung
Trotz neuer Sparpläne bei Volkswagen hält Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies am Werk Emden fest. Eine Maßnahme könnte seines Erachtens helfen. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sieht trotz der neuen Spardebatte bei Volkswagen eine klare Zukunft für das Werk in Emden. Der SPD-Politiker setzt dabei vor allem auf zusätzliche Elektroautos. "Für mich als Ministerpräsident ist es nicht vorstellbar, dass wir hier keine Autos mehr bauen", sagte Lies nach einem Besuch des Standorts mit Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne), Betriebsrat und IG Metall. Das Werk, in das Volkswagen Milliarden investiert hat und das ausschließlich Elektroautos produziert, habe noch freie Kapazitäten. "Hier ist noch Platz. Hier können wir noch mehr Elektroautos bauen", sagte Lies. Kontrollgremium soll Freitag zusammenkommen Elektromobilität sei ein Wachstumsmarkt, zusätzliche Modelle könnten die Auslastung verbessern. "Und dazu gehört mit Sicherheit Emden", sagte der Ministerpräsident. Nun brauche es ein "sehr schnelles Signal" für die Zukunft des Standorts. Lies und Hamburg sitzen für das Land Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat. Das Kontrollgremium soll Medienberichten zufolge am Freitag zusammenkommen. Keine Nachfolgebelegung : VW-Standort in Hannover wankt Angebot nahe Braunschweig: Frühere VW-Managerschmiede wird verkauft Volkswagen berät derzeit über zusätzliche Sparmaßnahmen. Der bereits vereinbarte Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 reicht dem Vorstand um Konzernchef Oliver Blume nicht aus. Im Raum stehen weitere Zehntausende Arbeitsplätze. Auch die Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk Neckarsulm gelten als gefährdet. Für sie gebe es laut Blume noch "keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre". In Emden arbeiten rund 7.700 Menschen. Das Werk ist der wichtigste industrielle Arbeitgeber der Region. Betriebsratschefin Daniela Cavallo erinnerte an die Tarifeinigung von 2024. Beschäftigte und Gewerkschaft hätten Stellenabbau und Kostensenkungen akzeptiert, dafür seien Perspektiven für die Standorte zugesagt worden. "Die Belegschaft, der Betriebsrat, die IG Metall, wir haben geliefert", sagte Cavallo. Nun müsse auch der Vorstand seine Zusagen einhalten und Folgeprodukte für Emden sichern. IG-Metall-Chef kontert: "Wir können auch Orkan" Eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche, wie sie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ins Gespräch gebracht hatte, lehnt Cavallo ab. Das würde aus ihrer Sicht den Personalabbau noch verschärfen. Auch eine mögliche Rüstungsproduktion in Emden hält Lies nicht für nötig. Es gebe "keinen Grund, das Werk für den Bau von Elektrofahrzeugen infrage zu stellen". Deutlich schärfer äußerte sich der Emder IG-Metall-Chef Thomas Preuß. Sollte es keine Einigung geben, drohe ein Konflikt, "den haben wir bei Volkswagen so noch nicht gesehen". Konzernchef Blume habe die Ostfriesen selbst als "sturmerprobt" bezeichnet, sagte Preuß. Seine Antwort: "Aber wir können auch Orkan."
