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"Section Control" im Ausland: Warum viele Fahrer Hunderte Euro zahlen

Das Schild "Section Control" kündigt Autofahrern eine besondere Messung an. Wer das Tempolimit überschreitet, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Die Technik unterscheidet sich grundlegend von normalen Blitzern. Aber wie? Normale Blitzer messen die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs an einem bestimmten Punkt. Viele Autofahrer bremsen deshalb vor dem Messgerät ab und beschleunigen direkt dahinter wieder. Gegen das System "Section Control" hilft dieser Trick jedoch nicht. Die Anlage ermittelt die Geschwindigkeit über mehrere Kilometer. Das Prinzip basiert auf einer einfachen Zeitmessung. Eine erste Kamera registriert das Kennzeichen und die Uhrzeit, sobald das Fahrzeug in den überwachten Abschnitt einfährt. Am Ende der Strecke erfasst eine zweite Kamera das Fahrzeug erneut. Ein Computer berechnet aus der Zeitdifferenz das Durchschnittstempo. Wer die Strecke schneller als erlaubt zurücklegt, erhält einen Bußgeldbescheid. Das System bestraft somit kein punktuelles Gasgeben, sondern dauerhaftes Rasen. Der deutsche Datenschutz stellt hohe Anforderungen In Ländern wie Österreich und Italien nutzen die Behörden dieses Verfahren seit Jahren erfolgreich, um den Verkehr gleichmäßiger zu gestalten. In Deutschland scheiterte der flächendeckende Einsatz jedoch am Datenschutz. Da die Kameras die Kennzeichen aller Fahrzeuge erfassten – auch die der unbescholtenen Fahrer –, stritten Juristen jahrelang. Zwar erlaubte das Bundesverwaltungsgericht die Messung im Jahr 2020, stellte jedoch harte Bedingungen: So muss die Software alle Daten von rechtstreuen Fahrern sofort löschen und die Gesichter der Insassen auf den Bildern unkenntlich machen. Ein einziger Ausfall kippt die gesamte Messung Zudem scheiterte die Technik an den strengen Richtlinien des Bundes. Jede Anlage muss absolut manipulationssicher sein und Daten aufwendig verschlüsseln. Weil dem niedersächsischen Innenministerium die Nachrüstung der bundesweit einzigen Teststrecke zu teuer wurde, schalteten die Behörden die Anlage Ende 2023 ab und bauten sie ab. Das System reagiert zudem empfindlich auf Störungen: Fällt entlang der Strecke auch nur ein einziger Messpunkt aus, kann der Computer das Durchschnittstempo nicht mehr rechtssicher berechnen. Der Bußgeldbescheid verliert vor Gericht sofort seine Beweiskraft. Konstantes Tempo senkt das Staurisiko Wo das Streckenradar dagegen im Einsatz ist, zwingt es Autofahrer zu einer gleichmäßigen Fahrt über den gesamten Abschnitt. Es verhindert abruptes Bremsen und stabilisiert den Verkehrsfluss. Dadurch entstehen weniger Staus und der Verkehr rollt am Ende sicherer und schneller.