Ukraine aktuell: Russland droht mit Angriffen auf "feindliche" Schiffe
Der Kreml reagiert auf das westliche Vorgehen gegen die "Schattenflotte". Eine neue Spritkrise erreicht Russland. Alle Entwicklungen im Newsblog. Mittwoch, 12. August Putin droht mit Angriffen auf "feindliche" Schiffe Russland droht nach dem Festsetzen mehrerer Schiffe seiner sogenannten Schattenflotte dem Westen mit "spiegelbildlichen Maßnahmen". Es gehe nicht nur um Gewässer, in denen russische Schiffe überfallen würden, "sondern dort, wo wir es für notwendig und zielgerichtet erachten", sagte Kremlchef Putin. Er trat in Uniform auf einem Kriegsschiff bei einem Manöver der Pazifikflotte vor der Insel Sachalin auf. Der russische Ex-Präsident und jetzige Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, wurde konkreter. "Russland hat das Recht, jedes Handelsschiff feindlicher Staaten anzugreifen, die sich sowohl in unseren als auch in neutralen Gewässern befinden, wenn es ausreichenden Verdacht gibt, dass es Fracht im Interesse des Gegners transportiert", schrieb Medwedew in seinem Telegram-Kanal. Mit Gegner dürfte er die Ukraine meinen. Das betreffe jede Fracht und jedes Schiff auch außerhalb des Schwarzen Meeres. Schattenflotte: Furcht vor Umweltkatastrophe wächst Die Festsetzung seiner Schiffe ärgert Russland schon lange. Moskau spricht von Piraterie und hat auch schon wiederholt damit gedroht, seine Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschiffe einzusetzen. Mehrere westliche Staaten, darunter Großbritannien , Frankreich und Schweden , setzten bereits für Russland fahrende Öltanker wegen des Verdachts der Sanktionsumgehung kurzzeitig fest. So soll etwa Russlands Ölverkauf unterbunden werden, der wichtig für die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine ist. Auch für andere Bereiche der russischen Schifffahrt gelten Sanktionen. Anzahl einlaufender Schiffe in Hafen von Odessa halbiert Der Betrieb am Hafen von Odessa hat ukrainischen Angaben zufolge wegen verstärkter russischer Angriffe deutlich nachgelassen. Im Juli hätten 159 Schiffe den Schwarzmeerhafen Hafen angelaufen, verglichen mit 400 im Vorjahresmonat, sagte der stellvertretende ukrainische Infrastrukturminister Andrij Kaschuba. Er berief sich auf Daten der ukrainischen Hafenbehörde. "Einige Schiffseigner und Verlader warten darauf, dass sich die Sicherheitslage verbessert", ergänzt Kaschuba. In Russland wird der Sprit wieder knapp Die Spritkrise in Russland verschärft sich offenbar wieder. In mindestens zwölf Regionen des Landes bilden sich derzeit lange Schlangen von Autos an Tankstellen, berichtet das unabhängige russischsprachige Nachrichtenportal "Meduza" unter Berufung auf Berichte in sozialen Medien. Auch aus Moskau und St. Petersburg werden demnach erste Engpässe gemeldet. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Regionen im Westen und Süden des Landes. Die Lage sei aber nicht so dramatisch wie auf dem Höhepunkt der Spritkrise Anfang Juli. Damals wurden in weiten Teilen Russlands Sprit und Diesel knapp, auch in Moskau und St. Petersburg mussten Autofahrer stundenlang Schlange stehen . Viele Tankstellen gaben nur noch maximal 20 Liter Treibstoff pro Tag und Person ab. Ausgelöst wurde die Spritkrise durch ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien. Schätzungen aus der Energiebranche zufolge zerstörten die Angriffe bis zu 45 Prozent der russischen Produktionskapazitäten. Zwischenzeitlich hat sich die Lage aus russischer Sicht aber gebessert. So konnte Russland laut "Financial Times" einen Teil der Produktionskapazitäten wieder herstellen. Zudem reagierte der russische Staat mit einem Exportverbot für Treibstoff und kaufte Sprit und Diesel im Ausland zu. Die Ukraine verlagerte ihre Fernangriffe zuletzt außerdem auf Warenlager des Onlinehändlers Wildberries. In den vergangenen Tagen gab es allerdings wieder Angriffe auf Raffinerien, beispielsweise im sibirischen Omsk. Unklar ist, ob die neu aufgeflammte Spritkrise in einem direkten Zusammenhang mit diesen Angriffen stehen. Dem "Meduza"-Bericht zufolge gibt es in den ersten Regionen nun wieder Mengenbeschränkungen beim Tanken. Insider: Kein Betrieb an Getreideterminal in Noworossijsk nach Angriff Der Betrieb des Getreideterminals im russischen Hafen Noworossijsk ist Insidern zufolge aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe in der Nacht eingestellt worden. Die Demetra Holding, die Eigentümerin des Terminals am Schwarzen Meer ist, bestätigt, dass das Terminal bei dem Angriff beschädigt wurde. "Der Terminalbetrieb wurde eingestellt, und die Schadensbewertung ist im Gange", sagt der Insider, der anonym bleiben wollte. Ein Sprecher der Demetra Holding erklärt lediglich, dass das Terminal einen nicht näher spezifizierten Schaden erlitten habe, und lehnt weitere Kommentare ab. Ukraine stoppt wohl auf US-Bitte Angriffe auf Tanker Die Ukraine hat einem Medienbericht zufolge auf Bitten der USA ihre Angriffe auf Öltanker eingestellt, die den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nutzen. Ende Juli habe US-Vizepräsident JD Vance die Regierung in Kiew darum gebeten, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Regierungskreise in Kiew. Die US-Regierung sei besorgt darüber gewesen, dass die Ukraine durch den Beschuss die Ölmärkte weiter destabilisiere und US-Firmen schädige. Die Angriffe hatten Tankern gegolten, die über ein Terminal des Caspian Pipeline Consortiums (CPC) im Hafen Noworossijsk Rohöl aus Kasachstan an Bord nehmen. Die Nachrichtenagentur Reuters kann den Bericht zunächst nicht bestätigen. Ukraine greift russischen Schwarzmeerhafen an – Kind stirbt Die Ukraine hat die russische Hafenstadt Noworossijsk und auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim mit Drohnen angegriffen. Das berichtet "Kyiv Independent" unter Berufung auf unabhängige Beobachterkanäle und russische Staatsmedien. Demnach wurden bei dem Angriff in Noworossijsk sechs Wohnhäuser, ein Geschäftsgebäude und eine Baustelle getroffen. Ein Kind sei getötet, zwei weitere Menschen verletzt worden, teilt Bürgermeister Andrej Krawtschenko auf Telegram mit. Auch ein Getreidespeicher und ein landwirtschaftlicher Schifffahrtskomplex sollen getroffen worden sein. Noworossijsk liegt am Schwarzen Meer und beherbergt einen Marinestützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Auf der Krim soll es Augenzeugen zufolge mehrere Explosionen in der Nähe des Kraftwerks Balaklawa bei Sewastopol und einen Drohnenangriff nahe der Krimbrücke gegeben haben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Berichte derzeit nicht. Dienstag, 11. August Selenskyj: Putin schmiedet Pläne für große Mobilisierung Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin erneut vorgeworfen, eine groß angelegte Mobilisierung zu planen. Die massenhafte Rekrutierung von Soldaten werde für den Herbst vorbereitet, gleich nach der Parlamentswahl im September, sagte Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft und berief sich auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente. Bis zum Jahresende gehe es um mehrere Hunderttausend Russen und noch einmal ungefähr so viele für das nächste Jahr, sagte Selenskyj. Putin wolle den Anschein erwecken, die russische Bevölkerung unterstütze den Krieg gegen die Ukraine. Die landesweite Parlamentswahl ist in Russland vom 18. bis 20. September angesetzt. Erst am Vortag war mit der liberalen Oppositionspartei Jabloko die einzige Partei ausgeschlossen worden, die den russischen Angriffskrieg offen ablehnt . Selenskyjs Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Auch in der Vergangenheit hatte Kiew Moskau mehrfach vorgehalten, eine weitere Mobilisierung vorzubereiten, ohne dass es dazu kam. Die Frage, ob es in diesem Herbst zu einer neuen Mobilisierungswelle kommt, wird aber auch von Beobachtern viel diskutiert. Bei der großen Mobilisierungswelle im Herbst 2022 waren rund 300.000 Männer eingezogen worden. Eskalation am Schwarzen Meer: Es gerät außer Kontrolle Russland und die Ukraine weiten ihre Angriffe immer stärker auf See aus. Der Drohnenkrieg bedroht inzwischen den gesamten Schwarzmeerraum – und gibt der Türkei eine neue Schlüsselrolle. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Ukraine übergibt USA Vorschläge für Kriegsende Die Ukraine hat US-Unterhändlern nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Vorschläge zur Beendigung des mehr als vierjährigen Krieges mit Russland übergeben. "Wir haben der amerikanischen Seite unsere Vorschläge übermittelt", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Die USA könnten helfen, die ukrainische Verteidigung vor allem durch Flugabwehr zu stärken und Druck auf Russland auszuüben. Ziel sei es, dass sich Moskau auf ein Ende des Krieges vorbereite, anstatt ihn in die Länge zu ziehen, so Selenskyj. Die Ukraine leidet unter einem großen Mangel an Flugabwehrraketen. Daher haben Russlands Luftangriffe in den vergangenen Monaten deutlich mehr Todesopfer in der Ukraine gefordert . Nach Anschlagsversuch: Russisches Haus in Berlin rückt in den Fokus Noch ist die Drohnen-Attacke in Leipzig nicht restlos geklärt. Aber erste Politiker fordern Konsequenzen. Vor allem eine Einrichtung in Berlin steht in der Kritik. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Russlands letzte Kriegsgegner werden mundtot gemacht Russland hat die Partei Jabloko von der Duma-Wahl ausgeschlossen. Sie ist gegen den Krieg in der Ukraine und hatte zuletzt deutlich an Zustimmung gewonnen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Großbrände nach ukrainischen Angriffen auf Russland Die Ukraine hat bei neuen massiven Drohnenangriffen im russischen Hinterland mindestens eine Ölraffinerie und Lagerhallen des landesweit größten Online-Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Im Gebiet Woronesch brannten Zehntausende Quadratmeter Lagerfläche, wie Gouverneur Alexander Gussew mitteilte. Bei dem Angriff sei ein 49 Jahre alter Mann tödlich verletzt worden, es gebe auch zwei Verletzte, sagte er. Die Anlagen des Logistikzentrums seien evakuiert worden, teilte Wildberries am Morgen mit. Nach Angaben des Gouverneurs hatte es in der Nacht einen Angriff gegeben, die russische Flugabwehr habe 15 Drohnen abgeschossen. Er sagte nicht, wie viele Drohnen ihr Ziel trafen. In Orsk im Gebiet Orenburg an der Grenze zu Kasachstan geriet nach Meldungen in den sozialen Netzwerken nach einem Drohnenangriff eine Ölraffinerie in Brand. Gouverneur Jewgeni Solnezew bestätigte lediglich, dass ein Feuer in einem Industrieobjekt nach der Attacke ausgebrochen sei. Er sagte nicht, dass es sich um eine Raffinerie handelte. Verletzte gab es demnach keine. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Angaben zu den Angriffen. Russland startet erneut Luftangriffe auf ukrainische Städte Russland hat ukrainischen Angaben zufolge Kiew und andere Großstädte des Landes in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden allein in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Saporischschja mindestens fünf Menschen getötet und weitere 20 verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram schrieb. Es seien Industrieanlagen und Infrastruktur angegriffen worden. Aus der Hauptstadt Kiew wurde zunächst ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram: "Explosionen in der Hauptstadt. Die Stadt steht unter Beschuss. Bleiben Sie in den Schutzräumen." Die Rettungsteams seien unterwegs. Das Nachrichtenportal "Kyiv Independent" berichtete, Russland habe mit ballistischen Raketen einen erneuten Angriff gestartet. Die ukrainische Luftwaffe warnte dem Bericht zufolge zugleich, dass russische Raketen auf Sumy, Charkiw und Tschernihiw zielten. Ukrainischer Kampfjet stürzt bei Einsatz ab – Pilot gerettet Ein ukrainischer Kampfjet vom Typ MiG-29 ist bei einem Kampfeinsatz in Brand geraten und abgestürzt. Der Pilot rettete sich nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit dem Schleudersitz und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Vorfall ereignete sich in der südukrainischen Region Odessa, als der Pilot russische Stellungen ins Visier nahm, wie die Luftwaffe auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt. Nach vorläufigen Erkenntnissen sei es beim Abfeuern einer Rakete zu einem Notfall gekommen. Dadurch habe das Flugzeug Feuer gefangen und der Pilot die Kontrolle verloren, obwohl er noch versucht habe, die Maschine zu retten. Die genaue Absturzursache werde untersucht. Selenskyj kündigt neue Angriffe im russischen Hinterland an Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat weitere Gegenangriffe im russischen Hinterland angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft verwies er auf einen zuvor schon vom Generalstab bestätigten Schlag gegen die russische Ölindustrie in Tobolsk in Sibirien . Es werde weitere ukrainische Angriffe im russischen Hinterland geben, um Russland zu zeigen, dass Frieden notwendig sei. Selenskyj warnte auch erneut vor Nordkorea . Moskau habe zusätzliche ballistische Raketen von Pjöngjang erhalten und bereite sich auf die Ankunft eines weiteren Kontingents nordkoreanischer Soldaten auf russischem Territorium vor, sagte Selenskyj, ohne Belege zu nennen. Nordkoreas Waffen seien in Zusammenarbeit mit Russland weiterentwickelt worden. Das sei eine Gefahr für die asiatischen Staaten. Erst am Wochenende hatte Selenskyj gesagt, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. Er sprach von bis zu 50.000 Soldaten. Montag, 10. August Oberstes Gericht schließt russische Oppositionspartei von Wahl aus Sie fordert ein "Leben ohne Angst" und will den Ukraine-Krieg beenden: Die Partei Jabloko steht in Opposition zu Kreml-Chef Putin. Nun erlitt sie eine schwere Niederlage . Deutsche Zeitung reagiert nach Kritik aus Russland Nach der Frage eines ihrer Korrespondenten an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Töten russischer Soldaten hat sich die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) zu dem Vorgang geäußert. Die Frage einer ihrer Reporter sei missverständlich formuliert gewesen, teilte die Pressestelle der Zeitung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Dies bedauere man. Es sei nicht die redaktionelle Linie der "FAZ", dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Der "FAZ"-Korrespondent hatte Selenskyj am Samstag bei der Pressekonferenz in Belgrad gefragt, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine dabei zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten. Nach Angaben der "FAZ" bezog sich die Frage auf aktuelle Debatten unter Verteidigungsexperten darüber, wie die russische Armee in personelle Schwierigkeiten gebracht werden könnte, um Russland zu Friedensverhandlungen zu bewegen. Das russische Außenministerium reagierte am Sonntagabend mit scharfer Kritik an dem Journalisten. Es bezeichnete ihn unter anderem als "braunen Propagandisten" und warf ihm vor, Russen zu entmenschlichen und Hass gegen Russland zu legitimieren. Die "FAZ" verwies ihrerseits auf "Diffamierungen und Drohungen" gegen ihren Korrespondenten im Zusammenhang mit der Pressekonferenz. "Das ist inakzeptabel", hieß es. Zur Pressefreiheit gehöre das Recht, Fragen zu stellen, gerade auf einer Pressekonferenz. Die Zeitung betonte zudem, sie trete für das völkerrechtlich garantierte Selbstverteidigungsrecht der Ukraine und für ein möglichst baldiges Ende des russischen Angriffskrieges ein. Verschlepptes Kind kämpft nun als Soldat für die russische Armee Vor vier Jahren verschwand Oleksandr Mustyatse nach der russischen Besetzung seines Heimatdorfes. Nun ist der damals 15-Jährige wieder aufgetaucht – in russischer Uniform und offenbar im Dienst der russischen Armee. Was er zu seinem Seitenwechsel zu sagen hat und wie vielen ukrainischen Kindern etwas Ähnliches geschieht, lesen Sie hier. Viele Tote nach ukrainischem Drohnenangriff Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind in Nischnekamsk in der russischen Teilrepublik Tatarstan laut Behörden mindestens 13 Menschen getötet worden. 78 Menschen hätten ärztliche Hilfe benötigt und davon seien 25 ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Regierung in der Hauptstadt Kasan mit. Republikchef Rustam Minnichanow verhängte offiziell Trauer in Tatarstan. Bei dem Angriff sei auch eine Unterkunft für Arbeiter schwer beschädigt worden, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Behörden. Dort seien neun Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Bürger Usbekistans und Tadschikistans. Der Bürgermeister von Nischnekamsk, Radmir Beljajew, hatte zuvor von einem massiven Angriff mit ukrainischen Drohnen auf Industrieanlagen und zivile Objekte sowie von Toten berichtet. Ukrainische Medien meldeten, dass dort eine der größten Ölraffinerien angegriffen worden sei. Später bestätigte der Generalstab in Kiew den Angriff auf die Raffinerie "Taneko" in Nischnekamsk. Ukrainische Drohnen über Westsibirien Im westsibirischen Gebiet Tjumen kam es zu ukrainischen Drohnenangriffen. Nach Angaben des Gebietsgouverneurs Alexander Moor brach nach dem Absturz von "mehreren Drohnen" auf dem Territorium eines Industrieunternehmens ein Brand aus. Konkrete Aussagen zum Ort machte er nicht. In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigten Flammen um eine Raffinerie in Tobolsk. Die Industriestadt ist mehr als 2.000 Kilometer von der Ukraine entfernt. Der Generalstab in Kiew bestätigte einen Angriff auf einen Petrochemiebetrieb in Tobolsk. Dort würden militärisch wichtige Rohstoffe produziert, hieß es zur Begründung in der Mitteilung. Drohnenvorfall: Moldau ruft Botschafter aus Russland zurück Vor dem Hintergrund einer explodierten Drohne im Süden des Landes hat die Republik Moldau ihren Botschafter zu Beratungen aus Russland zurückgerufen. Der Vorfall nahe der Ortschaft Crocmaz werde aufs "Schärfste verurteilt", teilte das Außenministerium in Chisinau in sozialen Netzwerken mit. Der Zwischenfall stelle eine Verletzung der Souveränität von Moldau dar und gefährde die Sicherheit der moldauischen Bürger. Am Sonntag war eine mutmaßlich russische Drohne nahe Crocmaz an der moldauisch-ukrainischen Grenze abgestürzt und explodiert. Schäden oder Opfer gab es keine. Moldaus Präsidentin Maia Sandu verurteilte die Verletzung des moldauischen Luftraums bei X und rief zu einem Ende des russisch-ukrainischen Krieges auf. 456 ukrainische Drohnen über Nacht abgeschossen Russland hat in der Nacht zum Montag nach eigenen Angaben 456 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Die Angriffe hätten sich gegen rund 15 russische Regionen und die annektierte Halbinsel Krim gerichtet, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden in zwei russischen Regionen mehrere Menschen getötet. In Tatarstan im Zentrum Russlands richteten sich die "massiven" Angriffe nach Angaben der örtlichen Behörden gegen die Industriestadt Nischnekamsk, die etwa 1.600 Kilometer entfernt von der Grenze zur Ukraine liegt. "Leider gibt es Tote", erklärten die Behörden weiter. Insgesamt sollen zwölf Menschen gestorben sein. In der an die Ukraine angrenzenden Region Belgorod sei eine Frau bei einem Drohnenangriff getötet worden, teilten die dortigen Behörden mit. Putin hat wohl Angst um Atom-U-Boote Die russische Marine hat Satellitenbildern zufolge ihre Atom-U-Boote mit Netzen umhüllt, um sie vor Drohnenangriffen zu schützen. An mehreren russischen Stützpunkten seien Netze gesehen worden, schreibt unter anderem "The War Zone" (TWZ). Am Marinestützpunkt Rybatschi, der Heimathafen der meisten Atom-U-Boote der Borei- und Borei-A-Klasse ist, wurde weiteren Satellitenbildern zufolge bereits im Mai damit begonnen, die Boote in Netze zu hüllen. Auch schwimmende Ölsperren sind auf den Bildern zu erkennen. Sie sollen unter anderem Schutz gegen mit Sprengstoff beladene Kamikaze-Drohnenboote bieten. Russland meldet Einnahme von zwei Dörfern in Region Donezk Russische Truppen haben nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau zwei Dörfer in der ostukrainischen Region Donezk unter ihre Kontrolle gebracht. In einer Mitteilung des Ministeriums auf Telegram heißt es, die Streitkräfte hätten Wasjutynske und Torezk eingenommen. Das ukrainische Militär bestätigte dies zunächst nicht. Der Generalstab in Kiew berichtete am späten Abend, ukrainische Truppen hätten 24 Angriffe um Kostjantyniwka, Illiniwka und andere Orte abgewehrt. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in seiner Videoansprache nicht zu Veränderungen des Frontverlaufs. Vučić warnt vor größerem Krieg in Europa Nach dem ersten Besuch von Wolodymyr Selenskyj in Serbien hat Präsident Aleksandar Vučić Europa vor einem größeren Krieg gewarnt. Im Podcast von Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner sagte Vučić: "Wir stehen am Anfang eines viel, viel größeren Krieges." Hier lesen Sie mehr. Sonntag, 9. August Diplomatische Verstimmung durch Explosion von Drohne in Bulgarien Die Explosion einer mutmaßlich ukrainischen Drohne nahe einer strategisch wichtigen Gaspipeline in Bulgarien hat zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Sofia und Kiew geführt. Nach einer ersten Untersuchung der Trümmer erklärte das bulgarische Verteidigungsministerium am Samstag, es handle sich um einen Drohnentyp, der von den ukrainischen Streitkräften "häufig verwendet" werde. Kiew bestritt, vorsätzlich ein Fluggerät nach Bulgarien gelenkt zu haben. "Derzeit deutet nichts darauf hin, dass es sich um einen vorsätzlichen Vorfall handelt", erklärte das bulgarische Verteidigungsministerium zu dem Drohnenvorfall. Der ukrainische Außenamtssprecher Heorhij Tychyj sagte, die Ukraine stehe "in engem Kontakt mit der bulgarischen Seite, um die Umstände zu klären". Weiter sagte er: "Wir können mit Sicherheit sagen, dass die ukrainischen Streitkräfte kein Fluggerät vorsätzlich nach Bulgarien gelenkt haben." Ob die Drohne tatsächlich ukrainisch war, bestätigte Tychyj indes nicht. Außenministerin Welislawa Petrowa bestellte die ukrainische Botschafterin Olessia Ilaschtschuk für Montag ein. Die mit Sprengstoff beladene Drohne war am Samstag nahe der Grenze Bulgariens zum EU- und Nato-Nachbarland Rumänien explodiert. Nach Angaben von Ministerpräsident Rumen Radew stürzte sie bei Kardam nahe dem Schwarzen Meer in ein Sonnenblumenfeld. Die Explosion ereignete sich demnach rund tausend Meter von einer Verdichterstation der Transbalkan-Gaspipeline entfernt, die die Türkei mit der Ukraine verbindet. Verletzt wurde niemand. Radew zufolge führte die Drohne eine "erhebliche" Menge Sprengstoff mit sich. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier .
