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Gratis Ausflugstipp bei München: Steinzeitdorf zeigt Leben vor 5.500 Jahren

Vor den Toren Münchens macht ein kleines Freilichtmuseum die Jungsteinzeit erlebbar. Der reguläre Eintritt ins Steinzeitdorf Pestenacker ist kostenlos – auch in den Ferien. Von München aus ist es kein weiter Weg bis in die Steinzeit. Rund 50 Kilometer westlich der Landeshauptstadt liegt Pestenacker im Landkreis Landsberg am Lech. Mit dem Auto ist das Dorf je nach Verkehr und Startpunkt in München in ungefähr einer Stunde zu erreichen – und damit wunderbar für einen Tagesausflug während der Sommerferien geeignet. Das heutige Steinzeitdorf ist dabei nicht irgendeiner Fantasiewelt nachempfunden. An genau diesem Ort befand sich vor mehr als 5.500 Jahren tatsächlich eine Siedlung. Ihre Überreste wurden 1934 bei der Begradigung des Loosbachs entdeckt. Archäologen ordnen sie der sogenannten Altheimer Kultur der Jungsteinzeit zu. Das prähistorische Pestenacker war nach heutigem Forschungsstand ungefähr zwischen 3495 und 3410 vor Christus besiedelt. Steinzeithäuser, Bienen und Bayerns ältester Hut Heute können Besucher auf dem Gelände nachvollziehen, wie das Leben dort ausgesehen haben könnte. Nach archäologischen Befunden wurden Steinzeithäuser in Originalgröße rekonstruiert. Das aktuelle Museumskonzept umfasst drei nachgebildete Häuser. Hinzu kommen ein Steinzeitgarten mit damaligen Kulturpflanzen, eine Feuerstelle und sogenannte Klotzbeuten, die zeigen sollen, wie Bienen gehalten und Honig gewonnen wurde. In einem Lehmofen wird bei Aktionen zudem Brot gebacken. Im Besucherpavillon sind Werkzeuge, Keramiken, Waffen und Textilien ausgestellt – überwiegend als Nachbildungen, teilweise aber auch Originalfunde aus dem Landkreis. Zu den bemerkenswertesten Funden aus Pestenacker gehört ein Geflecht, das als ältester bislang bekannter Hut Bayerns gilt. Das Original wurde bei den Ausgrabungen geborgen, im Steinzeitdorf ist eine Rekonstruktion zu sehen. Dass überhaupt so viel erhalten blieb, hängt mit der Lage zusammen: Das Dorf lag in einer feuchten Niederung. Im Grundwasser blieben deshalb unter anderem Holz-, Pflanzen- und Textilreste über Jahrtausende konserviert. Seit 2011 gehört Pestenacker gemeinsam mit weiteren Fundstellen zum UNESCO-Welterbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen". Insgesamt umfasst dieses Welterbe 111 Fundstellen in sechs Ländern. Eintritt ins Steinzeitdorf ist kostenlos – Ferienkurse buchbar Für Familien ist der Ausflug finanziell überschaubar: Der reguläre Eintritt ins Steinzeitdorf ist frei. Geöffnet ist die Anlage derzeit mittwochs von 8 bis 12 Uhr sowie freitags, samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr. Vom 1. November bis Ende März sowie an gesetzlichen Feiertagen bleibt das Museum geschlossen. Neben den regulären Öffnungszeiten gibt es Führungen, Workshops und Ferienangebote. Dabei können Kinder beispielsweise Feuer machen, weben, mit Naturmaterialien arbeiten oder sich mit steinzeitlichem Kochen beschäftigen. Einzelne Kurse können eine Materialgebühr kosten. Beim Koch- und Backangebot im August werden beispielsweise fünf Euro verlangt. Für Kurzentschlossene gibt es allerdings einen Haken: Die Ferienangebote am 11. und 12. August – ein Spielevormittag sowie Kochen und Backen – werden im aktuellen Veranstaltungskalender bereits als ausgebucht geführt. Für einen normalen Besuch des Freilichtmuseums ist dagegen keine Teilnahme an einem Workshop nötig. Die nächste reguläre Familienführung ist für den 6. September um 15 Uhr angekündigt. Anreise: So kommen Sie nach Pestenacker Das Steinzeitdorf befindet sich in der Hauptstraße 100, 86947 Weil, Ortsteil Pestenacker. Direkt an der Anlage gibt es einen größeren Schotterparkplatz. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Pestenacker grundsätzlich über den MVV erreichbar; wegen der ländlichen Lage sollten Besucher die konkrete Verbindung für den gewünschten Tag vorab in der MVV-Auskunft prüfen. Für Besucher mit Rollstuhl oder Gehhilfe ist der Besucherpavillon weitgehend barrierefrei erreichbar, außerdem gibt es eine entsprechende Toilette. Das Außengelände ist nach Angaben des Steinzeitdorfs dagegen nur eingeschränkt mit Rollstuhl, Gehhilfe oder Kinderwagen befahrbar.