VW Golf Harlekin: Dieses Modell gab es nie in Deutschland
Nicht nur den VW Polo gab es in den 1990er Jahren als bunten Farbenmix. Ein anderes Modell ist in Deutschland nahezu unbekannt. Der Polo Harlekin war zunächst nur als auffälliger Werbegag gedacht. Doch der Kleinwagen mit den verschiedenfarbigen Karosserieteilen kam so gut an, dass VW ihn in einer kleinen Serie produzierte. Der Erfolg weckte bei dem Wolfsburger Autobauer die Hoffnung, der Farbenmix könnte auch bei einem anderen Modell funktionieren. Die Wahl fiel auf den Golf der dritten Generation. Anders als der hierzulande bekannte Polo blieb dessen größerer Bruder in Deutschland jedoch nahezu unsichtbar. Denn: Vor 30 Jahren brachte Volkswagen of America den Golf Harlekin (auch: Harlequin) ausschließlich auf den nordamerikanischen Markt. VW-Farbenmix folgte festen Regeln Der Golf Harlekin wurde im mexikanischen VW-Werk Puebla gebaut. Nach verbreiteter Angabe entstanden insgesamt nur 264 Exemplare. Jeder Golf wurde zunächst vollständig in Tornadorot, Chagallblau, Ginstergelb oder Pistaziengrün lackiert. Anschließend entfernten Mitarbeiter unter anderem Türen, Motorhauben und Stoßfänger und verteilten sie nach einem festen Muster auf andere Wagen. Polo Harlekin: Der bunte Marketing-Gag wurde zum Kult "Fast byzantinisch": Mystische Gruft fasziniert auf Friedhof in Braunschweig Zufällig war die ungewöhnliche Optik nicht. Die vorderen Türen hatten stets dieselbe Farbe, ebenso die hinteren. Dach, Schweller und hintere Seitenteile verrieten die ursprüngliche Grundfarbe. Auch die Sitzbezüge griffen alle vier Farbtöne auf. Technisch blieb der Harlekin dagegen ein gewöhnlicher Golf GL. Der Zweiliter-Benziner leistete 115 PS. Ein Fünfganggetriebe war serienmäßig, eine Viergangautomatik konnte bestellt werden. Mit einem Grundpreis von 13.775 Dollar kostete der bunte Golf lediglich 150 Dollar mehr als das einfarbige Modell. Händler machten den Golf wieder einfarbig Auf Automessen kam der Farbenmix zunächst gut an. In den Autohäusern blieb die Begeisterung jedoch aus. Vielen Kunden war der Golf offenbar zu auffällig. Das US-Magazin "MotorTrend" berichtet, dass Händler einige Exemplare sogar wieder einfarbig zusammenbauen ließen, um sie verkaufen zu können. Das damalige Scheitern macht den Golf Harlekin heute besonders selten. Schätzungen zufolge existieren nur noch rund 100 originale Fahrzeuge. Unter VW-Fans wurde der einstige Ladenhüter zum gesuchten Sammlerstück. Bei einer US-Auktion erzielte ein Exemplar 2024 einen Preis von 25.000 Dollar. Im Kleinformat erschien der quietschbunte Golf übrigens auch in Deutschland: 2024 widmete Mattel dem Auto ein Modell in der Größte 1:64. Doch auch der Mini-Golf Harlekin ist mittlerweile ausverkauft.
