Ukraine-Krieg: Wildberries evakuiert Mitarbeiter nach Kiews Gegenangriff
Bei russischen Angriffen in der Ukraine gibt es Tote. Wien will keinen Turbo-Beitritt der Ukraine zur EU. Alle Entwicklungen im Newsblog. Samstag, 25. Juli Kiews Gegenangriffe: Versandhändler evakuiert Mitarbeiter Die Ukraine hat Russland erneut mit hunderten Drohnen angegriffen. Der russische Online-Versandhändler Wildberries evakuierte wieder Mitarbeiter, diesmal in Jekaterinburg. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die brennende Autos und eine Evakuierung von Mitarbeitern des Versandhändlers zeigen sollen. Das Unternehmen bestätigte, dass das Logistikzentrum in Jekaterinburg aus Sicherheitsgründen geräumt wurde. Es sei aber nicht beschädigt worden und der Betrieb solle bald wieder aufgenommen werden. In den vergangenen Tagen sind mehrfach Wildberries-Standorte bei ukrainischen Drohnenangriffen getroffen worden. Der Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, sprach bei Telegram von einem abgewehrten Drohnenangriff. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten ein Feuer ausgelöst. Menschen seien evakuiert worden, es gebe aber keine Verletzten oder Schäden an Wirtschaftsobjekten oder Infrastruktur. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht 328 ukrainische Drohnen abgewehrt zu haben. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen, sie lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu. Gouverneur: Acht Tote bei Angriff auf Ferienlager in russisch besetzter Region Bei einem nächtlichen Angriff auf Ferienlager im russisch besetzten Teil der ukrainischen Region Saporischschja sind nach russischen Angaben acht Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien zwei Kinder, teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur Jewgeni Balizki über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Information ist nicht unabhängig überprüft. Russland greift ukrainische Tankstellen, Feuerwache und Postamt an Russland hat die Ukraine am frühen Samstagmorgen nach ukrainischen Angaben mit 157 Drohnen und zwei Raketen angegriffen. Dabei sollen sie unter anderem vier Tankstellen und eine Feuerwache in der zentralukrainischen Region Poltawa getroffen haben, berichtet die "Kyiv Post" unter Berufung auf den Leiter der regionalen Militärverwaltung von Poltawa. Bei einem Angriff auf ein Postamt im nördlichen Sumy seien zwei Männer getötet worden, erklärte der Leiter der Militärverwaltung der Stadt, Serhij Krywoscheenko, am Samstag. Zwei weitere Männer seien zudem leicht verletzt worden. In Saporischschja im Süden der Ukraine wurde ein Mann bei einem "feindlichen Angriff" verletzt, wie der Leiter der Militärverwaltung, Iwan Fedorow, mitteilte. Die Angriffe erfolgten einen Tag nachdem bei russischen Angriffen in der Ukraine mindestens 15 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden waren. Nach Angaben ukrainischer Behörden starben alleine zehn Menschen bei einem Raketenangriff auf eine Veranstaltung der Rüstungsbranche nahe Kiew . Auf russischer Seite meldete derweil der Gouverneur der Grenzregion Belgorod in Onlinediensten einen "massiven feindlichen Drohnenangriff" auf die Stadt Belgorod. "Leider gibt es Verletzte, die umgehend in Krankenhäuser gebracht wurden", erklärte der Gouverneur. Es sei zudem zu Schäden und Bränden auf den Straßen gekommen. Österreich gegen schnellen EU-Beitritt der Ukraine Österreich hat sich gegen einen schnellen Beitritt der Ukraine in die Europäische Union ausgesprochen. Europaministerin Claudia Bauer von der konservativen ÖVP übte dabei auch Kritik an Präsident Wolodymyr Selenskyj . "Der ukrainische Präsident ist meinem Eindruck nach in den letzten Monaten häufiger dadurch aufgefallen, dass er der EU am liebsten ein Beitrittsdatum diktieren möchte", sagte Bauer der "Welt am Sonntag". "Ein Turbo-Beitritt auf Antrag – das geht natürlich nicht." Man habe die Pflicht, die Aufnahmefähigkeit der EU sorgfältig zu bedenken, führte sie aus. "Ein Beitritt der Ukraine mit 39 Millionen Menschen und einer komplett anders ausgeprägten Agrarstruktur würde die EU maßgeblich verändern." Zudem warnte sie vor einer "Zweiklassen-Gesellschaft" bei der Aufnahme. "Alle Beitrittskandidaten – auch die Ukraine – müssen dieselben Regeln befolgen und sich einen Beitritt durch Leistung verdienen." Selenskyj will Drohnenfabrik in den USA bauen Drohnen mit ukrainischer Technologie sollen in einer Fabrik in den USA hergestellt werden. "Wir werden eine große Fabrik in den USA bauen", sagt Selenskyj in einem auf der Plattform X veröffentlichten Interview mit der rechtsgerichteten Bloggerin Laura Loomer. Ein mit den USA getroffenes Drohnen-Abkommen sei ein Gewinn für beide Seiten. Aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen in Washington heißt es jedoch, die Einzelheiten des Abkommens würden noch ausgearbeitet. Freitag, 24. Juli US-Beamter: Trump will Selenskyj am Dienstag empfangen US-Präsident Donald Trump will kommenden Dienstag Regierungskreisen zufolge den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus empfangen. Ein entsprechender Besuch sei geplant, teilte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Selenskyj hatte in einer Mitteilung eine anstehende Reise in die USA bestätigt. Zuletzt waren die US-Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs infolge des Konfliktes mit dem Iran in den Hintergrund geraten. Am Donnerstag hatten die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio, bei einem Treffen in Manila über Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine gesprochen. Rubio betonte danach gegenüber Journalisten, für Fortschritte auf dem Weg zu einem Frieden in der Ukraine seien "neue Vorschläge und neue Ideen" nötig. Er verwies auf schwere russische Verluste in jüngster Zeit sowie auf das Leid der ukrainischen Bevölkerung. Beide Seiten hätten daher ein Interesse an einem Ende des seit Februar 2022 währenden Krieges. Raketenangriff auf Treffen der Rüstungsbranche – zehn Tote Bei einem russischen Raketenangriff in der ukrainischen Hauptstadtregion Kiew sind mindestens zehn Menschen getötet und fast 100 weitere Menschen verletzt worden. Der Angriff mit einer ballistischen Rakete traf demnach ein Gelände, auf dem eine Veranstaltung der Rüstungsindustrie stattfand, wie ukrainische Behörden am Freitag mitteilten. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram, ein Rettungseinsatz in der Region Kiew sei im Gange. Dem kommissarischen Gouverneur der Region Kiew, Ruslan Olijnyk, zufolge traf die Rakete laut ersten Erkenntnissen ein privates Übungsgelände, auf dem Veranstaltungen stattfanden. Der ukrainische Branchenverband Rat der Rüstungsindustrie teilte mit, dass Vertreter der Branche vor Ort gewesen seien. Der Verband sei jedoch nicht der Organisator der Veranstaltung gewesen. Zudem seien Informationen über den genauen Aufenthaltsort der Teilnehmer im Vorfeld nicht veröffentlicht worden. Walerij Borowyk, der Gründer des ukrainischen Drohnenherstellers First Contact, erklärte gegenüber ukrainischen Medien, die Rakete habe ein Übungsgelände getroffen, auf dem eine Rüstungsmesse veranstaltet worden sei. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko teilte mit, es sei ein Verfahren wegen des Verdachts auf Amtspflichtverletzung bei der Organisation und Ausrichtung der Veranstaltung eingeleitet worden. Russland stützt maue Wirtschaft mit weiterer Zinssenkung Trotz gestiegener Inflationsgefahr hat Russlands Zentralbank den Leitzins weiter gesenkt und damit die von ukrainischen Angriffen lädierte Wirtschaft gestützt. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde um einen Viertelpunkt auf 14,00 Prozent zurückgenommen, wie die Währungshüter am Freitag in Moskau mitteilten. Die Notenbank verwies darauf, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal nur moderat gewachsen sei. Zu Jahresbeginn war sie sogar um 0,2 Prozent geschrumpft. Für das Gesamtjahr erwartet die Zentralbank im besten Falle noch ein Wachstum von 1,0 Prozent, womöglich aber nur eine Stagnation. Der deutliche Preisanstieg und die höheren Inflationserwartungen in den Sommermonaten seien vorwiegend auf Einzelfaktoren zurückzuführen, hieß es zur Teuerung. Die Verbraucherpreise haben im Juni um 6,0 Prozent zum Vorjahresmonat zugelegt. Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien haben in den vergangenen Monaten die Versorgung beeinträchtigt, was in mehreren Regionen zu langen Schlangen an Tankstellen, überhöhten Benzinpreisen und Rationierungen führte. Der Spritpreis hat seit Jahresbeginn um 16 Prozent angezogen. Die Zentralbank geht mittlerweile davon aus, dass die Inflationsrate für 2026 aufgrund des erheblichen Anstiegs der Kraftstoffpreise bei 6,0 bis 7,0 Prozent liegen wird. Zuvor hatte sie nur maximal 5,5 Prozent veranschlagt. Ukraine: Russland hat Kriegsgefangenen erschossen Ukrainische Behörden werfen Russland vor, einen weiteren Kriegsgefangenen erschossen zu haben. Russische Militärs hätten einen Soldaten der ukrainischen Streitkräfte beim Dorf Jalta im Gebiet Donezk gefangen genommen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Auf Befehl eines Vorgesetzten habe ein russischer Soldat den ukrainischen Armeeangehörigen nach einem Verhör erschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt demnach wegen des Vorwurfs eines Kriegsverbrechens. Nach Einschätzung von Experten der Vereinten Nationen hat Russland seit Kriegsbeginn 2022 fast 130 Kriegsgefangene getötet. Die Tötung von Kriegsgefangenen gilt international als Kriegsverbrechen. Lawrow: Moskau erreicht Kriegsziele notfalls auch gegen USA Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Entschlossenheit Moskaus zur Durchsetzung seiner Kriegsziele betont – notfalls auch gegen den Willen der US-Regierung. Washington habe offenbar seine Haltung bezüglich der zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump in Alaska getroffenen Vereinbarungen geändert, sagte Lawrow am Rande eines Gipfels im zentralasiatischen Kirgistan. "Natürlich haben wir mehrfach gesagt, dass wir eine diplomatische Lösung vorziehen würden, aber unsere Ziele erreichen wir unter allen Umständen", sagte Lawrow. Der russische Chefdiplomat kommentierte damit die Worte seines US-Kollegen Marco Rubio, der den Gipfel in Anchorage 2025 zwischen Trump und Putin als gescheitert bezeichnete und neue Wege für eine diplomatische Lösung forderte. Beide Politiker hatten sich erst am Vortag am Rande des Asean-Gipfels in der philippinischen Hauptstadt Manila getroffen. Laut Lawrow hatte die Ukraine die russischen Vorschläge abgelehnt, auch weil sie auf US-Waffenhilfen rechnen konnte. Konkrete Ergebnisse waren nach dem Alaska-Gipfel im vergangenen Jahr nicht bekannt geworden. Rumänien: Kampfjet hat eingedrungene Drohne abgeschossen In Rumänien hat ein Kampfjet eine in den Luftraum eingedrungene Drohne abgeschossen. "Heute Morgen gegen 11 Uhr schoss ein rumänischer Pilot an Bord einer F-16 eine Drohne ab, die in den Luftraum unseres Landes eingedrungen war", schreibt der rumänische Präsident Nicușor Dan auf der Plattform X. Es ist der jüngste Vorfall in einer ganzen Reihe von Verletzungen des Luftraums des Nato- und EU-Mitglieds. "Das Gebiet war unbewohnt, daher konnte der Pilot ohne Risiko schießen. Derzeit untersuchen Teams der zuständigen Institutionen das Gebiet, um alle Details des Vorfalls zu ermitteln", so Dan. Woher die Drohne stammt, gibt Dan nicht an. Das rumänische Verteidigungsministerium teilt mit, die Drohne sei in der Nähe der Stadt Padina im Kreis Buzau im Osten des Landes abgeschossen worden. Rumänien, das eine 650 Kilometer lange Landgrenze mit der Ukraine teilt, hat seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 und dem Beginn der Angriffe Moskaus auf ukrainische Häfen jenseits der Donau mehrere Verletzungen seines Luftraums durch russische Drohnen gemeldet. Russland: Haben Frachter mit Militärgütern in Ukraine beschossen Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben der Regierung in Moskau einen Massengutfrachter im ukrainischen Hafen Mykolajiw angegriffen. Das Schiff sei gerade beladen worden und transportiere militärische Güter, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Hohe Rauchwolken: Ukraine greift weiteres Gebäude von Wildberries an Die Ukraine hat offenbar erneut Hallen des russischen Onlinehändlers Wildberries angegriffen. Wie der Telegram-Kanal Exilenova+ berichtet, soll ein Logistikzentrum bei Sankt Petersburg brennen. Bilder und Videos in den sozialen Medien zeigen eine brennende Halle und hohe Rauchwolken. Die Ukraine griff in den vergangenen Tagen vermehrt Lagerhäuser und Logistikzentren des Onlinehändlers an, der auch als russisches Pendant zum US-amerikanischen Onlinehändler Amazon gilt. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier . Donnerstag, 23. Juli Atombehörde meldet militärische Aktivitäten an AKW Saporischschja Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beeinträchtigen "militärische Aktivitäten" die Wasserversorgung von Teilen des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja. Der Generaldirektor der IAEA, Rafael Grossi, teilt mit, Angriffe in und um die Stadt Enerhodar, in der viele Mitarbeiter des Kraftwerks leben, hätten die örtliche Strominfrastruktur getroffen. Dies habe zu einem Ausfall der Wasserversorgung in der Stadt und auf dem AKW-Gelände geführt. Es gebe jedoch keinen Mangel an Brunnenwasser, das zur Kühlung des Brennstoffs in den Reaktoren benötigt wird. Für die am Atomkraftwerk stationierten IAEA-Beobachter gebe es seit dem 18. Juli nur begrenzten Zugang zu Leitungswasser. Schattenflotten-Tanker darf Frankreich verlassen Ein im südfranzösischen Marseille aufgebrachtes Schiff der russischen Schattenflotte ist nach französischen Angaben wieder ausgelaufen. Der Öltanker "Deliver" habe die französischen Hoheitsgewässer nach Zahlung einer Geldstrafe wieder verlassen, teilten die französischen Behörden am Donnerstag mit. Am Vortag war die Reederei des Schiffes vom Landgericht Marseille zu einer Geldstrafe wegen "Flaggenverstoßes" verurteilt worden. Die unter der Flagge Kameruns fahrende "Deliver" war aus dem russischen Ölhafen Primorsk nahe der finnischen Grenze gekommen und war auf dem Weg nach Singapur, als sie Ende Juni von der französischen Marine festgesetzt wurde. Laut einer Ende Mai von Kamerun veröffentlichten Liste durfte das Schiff nicht mehr unter der Flagge des zentralafrikanischen Landes fahren. Seit Februar 2025 steht die "Deliver" auf der Liste der von der Europäischen Union mit Sanktionen belegten Schiffe. Viele Verletzte nach russischem Bombenabwurf auf Slowjansk Russische Gleitbomben haben mindestens 14 Menschen in der Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine verletzt. Sieben Wohnblocks seien beschädigt worden, schrieb der ukrainische Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram. Demnach schlugen die beiden Gleitbomben in einem Wohnviertel der frontnahen Stadt ein. Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte große Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland, das seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Ex-Verteidigungsminister Fedorow will sein Amt zurück Vor dem Hintergrund neu angekündigter Proteste besteht der entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf seiner Rückkehr ins Amt. "Heute gibt es im Staat nur drei Posten, außer auf dem Schlachtfeld, die den Kriegsverlauf real beeinflussen: der Präsident der Ukraine, der Verteidigungsminister und der Oberkommandierende der Streitkräfte", sagte Fedorow Journalisten. Er sei deshalb mit keinem anderen Amt als dem des Verteidigungsministers einverstanden. Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einer Pressekonferenz bestätigt, Fedorow mehrere Positionen angeboten zu haben, darunter die eines Vizeregierungschefs für militärische Innovationen. Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus vergangene Woche entlassen. Mehrere Tausend Demonstranten in Kiew und anderen Städten forderten daraufhin seine Wiedereinsetzung und die Entlassung von Armeechef Olexander Syrskyj. Der zweiten Forderung kam Selenskyj am Dienstag nach. Doch die Organisatoren der Proteste wollen auch Fedorow zurück und drohen anderenfalls mit Dauerdemos, die am Freitag starten sollen. Mit Fedorow wurde der vierte Verteidigungsminister seit Kriegsbeginn 2022 entlassen. Der 35-Jährige war gerade einmal sechs Monate im Amt. "Er hasst uns wirklich": Russen fürchten neuen Ukraine-Armeechef Die Ernennung von Mychajlo Drapatyj zum neuen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte löst in Russland ungewöhnlich offene Reaktionen aus. Militärblogger warnen – der Kreml gibt sich dagegen demonstrativ gelassen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Mehrere Tote nach russischen Bomben auf Pawlohrad Bei russischen Bombenangriffen auf die Industriestadt Pawlohrad in der Ostukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Gut ein Dutzend seien verletzt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Das Gelände eines Unternehmens sei angegriffen worden. Verletzte habe es auch bei Attacken auf die Stadt Cherson in der Südukraine gegeben. Selenskyj forderte die westlichen Partnerstaaten erneut zur Lieferung von Flugabwehrraketen für das Patriot-System auf. Russisches Kampfflugzeug stürzt bei Moskau ab Ein russischer Kampfjet ist in der Nähe der Hauptstadt Moskau abgestürzt. Der Unfall sei kurz nach dem Start passiert, der Pilot habe sich per Schleudersitz retten können, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit. "Das Flugzeug ist in unbewohnter Gegend abgestürzt, es gibt keine Zerstörungen am Boden", heißt es in der Mitteilung. Medienberichten zufolge handelt es sich bei der Maschine um eine der modernen Su-57. Die Behörden ermitteln offiziell wegen eines technischen Fehlers am Flugzeug. Der russische Militärblogger Wladimir Romanow deutete hingegen an, dass der Kampfjet von der eigenen Flugabwehr abgeschossen wurde. Belege für diese Version lieferte er nicht. Die Su-57 ist ein seit 2019 in Serienproduktion hergestellter russischer Mehrzweckkampfjet des Flugzeugbauers Suchoi. Sie kann sowohl für Luftkämpfe als auch zum Beschuss von Bodenzielen genutzt werden. Moskau hat die Su-57 im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt. Von dem Flugzeug wurden erst wenige Dutzend Exemplare gebaut. Der Verlust wiegt damit schwer. Sicherheit: Schiffsverkehr in ukrainischen Häfen eingestellt Ukrainische Häfen werden aufgrund russischer Angriffe vorerst nicht mehr von Schiffen angelaufen. "Wir als Staat haben keine Einschränkungen gemacht, das ist eine Entscheidung der Schiffseigner", sagte Agrarminister Taras Wyssozkyj gemäß der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform. Noch am Vortag hätten "vier bis fünf Schiffe" in ukrainischen Häfen angelegt. Wyssozkyj machte demnach keine Angaben, ob das nur die Seehäfen betrifft oder auch der Schiffsverkehr zu den Donauhäfen eingestellt wurde. Anfang Juli begannen die ukrainischen Drohnentruppen mit Angriffen auf Schiffe, die russisch kontrollierte Häfen im Schwarzen und vor allem im benachbarten Asowschen Meer ansteuerten. Damit sollte vor allem der Export von russischem Öl und die Versorgung der von Russland annektierten Halbinsel Krim auf dem Seeweg gestört werden. Kreml dämpft nach Lawrow-Rubio-Treffen Hoffnung auf baldige Lösung Nach einem Treffen der Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio, in Manila schätzt der Kreml die Aussichten auf ein schnelles Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs als wenig optimistisch ein. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow betonte gleichwohl, dass Russland den Dialog mit den USA fortsetzen werde. Er hoffe auf einen Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau, sobald diese verfügbar seien. Washingtons Friedensbemühungen für die Ukraine sind angesichts des US-Krieges im Iran weitgehend ins Stocken geraten. Einigung in Brüssel: EU verhängt neue Russland-Sanktionen Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Der Einigung waren wochenlange, schwierige Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Mehrere Hauptstädte setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentierten unter anderem, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Russland: Lawrow und Rubio wollen Beziehungen normalisieren Die Außenminister der USA und Russlands, Marco Rubio und Sergej Lawrow, sind russischen Medienberichten zufolge in Manila zusammengekommen. Die Begegnung habe am Rande eines Treffens des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) in der philippinischen Hauptstadt stattgefunden und mehr als eineinhalb Stunden gedauert, meldet die russische Nachrichtenagentur Tass. Thema sei die Ukraine gewesen, berichtet die russische Agentur Ria unter Berufung auf das russische Außenministerium. Lawrow habe Russlands Bereitschaft zu einer politischen und diplomatischen Lösung des Konflikts in der Ukraine bekräftigt. Außerdem sei es um die Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und den USA gegangen. Beide Außenminister hätten sich darauf verständigt, in Kontakt zu bleiben. Ukrainischer Angriff setzt Raffinerie in Brand In der Nacht zum 23. Juli sind nach Angaben russischer Telegram-Medien mehrere Regionen Russlands von Drohnenangriffen aus der Ukraine getroffen worden. Die Kanäle berufen sich dabei auf Berichte lokaler Bewohner, denen zufolge in verschiedenen Städten des Landes Ziele attackiert wurden. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Vorfall in der Region Uljanowsk: Aus der Gemeinde Nowospasskoje wurde ein großer Brand an der NS-Oil-Raffinerie gemeldet. Bilder und Schilderungen aus den sozialen Medien sollen demnach zeigen, wie Flammen aus dem Gelände der Anlage schlagen. Hintergrund ist ein mutmaßlicher ukrainischer Drohnenangriff, der die Raffinerie in Brand gesetzt haben soll. Die NS-Oil-Raffinerie gilt als vergleichsweise kleine Anlage im russischen Ölsektor. Sie liegt rund 650 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt und produziert vor allem Mineralölprodukte. Die jährliche Verarbeitungskapazität wird mit rund 600.000 Tonnen Rohöl angegeben. Wie stark die Infrastruktur durch den Brand tatsächlich beschädigt wurde, war zunächst unklar. Offizielle Stellungnahmen zu dem Vorfall lagen in den ersten Stunden nach den Berichten nicht vor. Auch unabhängige Bestätigungen der beschriebenen Schäden standen noch aus. Dennoch reiht sich der Angriff in eine Serie von Attacken auf russische Energieanlagen ein, die in den vergangenen Monaten gemeldet wurden. Ukrainischer Soldat überlebt in Erdloch fast ein Jahr lang Serhii Krynitskyi grub sich mit zwei Kameraden in der Todeszone in Ostukraine ein. Er ahnte nicht, wie lange er unter der Erde ausharren musste. Ukraine will Sitzung des UN-Sicherheitsrats Die Ukraine hat dem geschäftsführenden Außenminister Andrij Sybiha zufolge wegen russischer Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer eine Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat beantragt. Sybiha warf Russland in einem Post auf der Plattform X vor, mindestens drei zivile Frachtschiffe in den vergangenen Tagen bombardiert zu haben. Er sprach von Dutzenden Toten und Verletzten in der Folge und warf Moskau vor, die globale Lebensmittelsicherheit zu gefährden. Beantragt sei die Sitzung für den 27. Juli. Mittwoch, 22. Juli Lawrow kündigt Treffen mit Rubio am Donnerstag in Manila an Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird sich noch diese Woche mit seinem US-Kollegen Marco Rubio treffen. Lawrow kündigte am Mittwoch ein Treffen mit Rubio am Donnerstag in Manila an, bei dem die Kriege in der Ukraine und im Iran im Mittelpunkt stehen dürften. In der philippinischen Hauptstadt findet derzeit das Außenministertreffen der Vereinigung südostasiatischer Nationen (Asean) statt, an dem beide teilnehmen. Ukraine trifft erneut zwei Lager von "russischem Amazon" Die Ukraine sieht den größten russischen Versandhändler in Moskaus Angriffskrieg verstrickt und greift deshalb seine Lager an. Bei den Attacken kommen erneut Zivilisten zu Schaden. Lesen Sie hier mehr dazu. Nach ukrainischen Angriffen: Stromausfälle auf der Krim Auf der Krim ist es nach ukrainischen Angriffen offenbar zu Stromausfällen gekommen. So trafen Drohnen in den Städten Masandra und Jalta zwei Umspannwerke, berichtete der Telegram-Kanal "Supernova Plus". Auch in der besetzten Stadt Aluschta soll es zu Stromausfällen gekommen sein. Zudem nahm die Ukraine offenbar erneut Standorte des russischen Online-Händlers Wildberries ins Visier. Eine Anlage im russischen Krasnodar wurde laut "Supernova Plus" ebenso angegriffen wie ein Logistikzentrum in der Region Stawropol. Die Folge waren offenbar Großbrände. Mehrere Menschen seien verletzt worden, teilte Unternehmenschefin Tatjana Kim mit. Selenskyjs neuer Armeechef ist ein Held in der Ukraine Die Demonstranten in der Ukraine erringen einen Erfolg: Präsident Selenskyj trennt sich von seinem alten Armeechef. Der Neue gilt als Offizier, der seine Soldaten schützt. Lesen Sie hier mehr dazu. Selenskyj ernennt Drapatyj zum neuen Oberbefehlshaber Generalmajor Mychailo Drapatyj wird dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge der neue Oberbefehlshaber der Ukraine. Bislang hatte Olexander Syrskyj das Amt inne. In seiner Abendansprache erklärt Selenskyj zudem, er habe dem ehemaligen Verteidigungsminister Mychailo Fedorow einen "angemessenen Posten" angeboten, um den technologischen Bereich des Staates zu leiten. Fedorows überraschende Entlassung hatte eine politische Krise ausgelöst. In der Folge waren Tausende Ukrainer auf die Straße gegangen und hatten gegen die Entscheidungen des ukrainischen Präsidenten protestiert. Für Selenskyj war die Situation politisch gefährlich geworden, er sah sich offenbar zum Handeln gezwungen. Nun erfolgte also die Rolle rückwärts. Welchen posten er Fedorow genau angeboten hat und ob dieser das Angebot des Präsidenten annimmt, ist bislang nicht bekannt. Dienstag, 21. Juli Selenskyj entlässt Oberbefehlshaber Syrskyj Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach tagelangem Druck von Demonstranten Armeechef Olexander Syrskyj entlassen. Der Präsident hatte zunächst trotz Kritik an seinem seit 2024 eingesetzten Oberkommandierenden festgehalten, nachdem er vorige Woche den populären Politiker Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister entlassen hatte. Der erst 35 Jahre alte Fedorow hatte danach seinen Konflikt mit dem noch zu Sowjetzeiten ausgebildeten Syrskyj öffentlich gemacht. Dabei ging es maßgeblich um einen Richtungsstreit in der Kriegsführung. Fedorow stand vor allem für die auch im Westen gelobten Einsätze ukrainischer Drohnen gegen russische Ziele. Syrskyj verwahrte sich gegen den Vorwurf, er sei gegen den Drohnenkrieg. Er habe die Drohnentruppe als eigene Waffengattung eingeführt und deren Kommandeur Robert Browdi, einen Seiteneinsteiger ins Militär, berufen, argumentierte er. Fedorows Posten hat am Freitag geschäftsführend der Geheimdienstler Jewhenij Chmara übernommen. Selenskyj muss Chmaras Kandidatur jedoch noch im Parlament einreichen und ihn von den Abgeordneten bestätigen lassen. Mindestens drei Tote bei russischem Angriff auf Saporischschja Bei einem russischen Angriff mit einer gelenkten Fliegerbombe auf die südukrainische Stadt Saporischschja werden nach Angaben der regionalen Behörden mindestens drei Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Sieben Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses stehen in Flammen, teilt die Militärverwaltung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Russland setzt in Frontnähe häufig derartige Bomben ein. Die Regierung in Moskau bestreitet, gezielt Zivilisten anzugreifen. Spritkrise: Kreml leitet Benzin und Diesel nach Moskau um Russland stabilisiert die Treibstoffversorgung in der Region Moskau mit umgeleiteten Lieferungen aus Sibirien und verstärkten Importen aus Belarus. Damit reagieren die Behörden auf Engpässe bei Benzin und Diesel, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien im ganzen Land verursacht wurden, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Während sich die Lage in der politisch und wirtschaftlich wichtigsten Region des Landes damit entspannt hat, sind andere Teile Russlands weiterhin von Kraftstoffknappheit betroffen. Die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim leidet Händlern zufolge am stärksten darunter. Seit Mai hat die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur verstärkt, um eine wichtige Geldquelle der Führung in Moskau zur Finanzierung des seit fast viereinhalb Jahren wütenden Krieges auszutrocknen. Die landesweite Benzinproduktion fiel daraufhin Anfang Juli auf rund 65 Prozent des durchschnittlichen saisonalen Verbrauchs. Ein Angriff auf die Moskauer Ölraffinerie Mitte Juni führte zu langen Schlangen an den Tankstellen in der Hauptstadt. Um die Produktionsausfälle auszugleichen, wurden Benzinlieferungen aus dem Ural und Sibirien sowie Importe aus Belarus in die Moskauer Region umgeleitet, sagten Händler. Einer der Händler erklärte, die Raffinerie Atschinsk in der sibirischen Region Krasnojarsk beliefere nun Moskau. Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak sagte, der heimische Kraftstoffmarkt habe sich teilweise stabilisiert. Die Lage sei aber in einigen Regionen noch schwierig. Die Behörden räumen der Versorgung der Hauptstadt seit der Sowjetzeit Priorität ein. In der Region Moskau leben 22 Millionen Menschen, mehr als ein Sechstel der Gesamtbevölkerung des Landes. Um die Nachfrage zu decken, hat Russland zudem begonnen, Treibstoff aus Indien und Kasachstan zu importieren. Auf der Krim hingegen wurden der Kinder- und Jugendtourismus ausgesetzt, Kraftstoffe rationiert und die Öffnungszeiten von Geschäften und Cafés verkürzt. Nordkorea und Russland bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui hat in Moskau sowohl ihren russischen Amtskollegen Sergei Lawrow als auch Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen getroffen. Beim sogenannten dritten strategischen Dialog haben beide Seiten beschlossen, ihre bilaterale Zusammenarbeit weiter auszubauen und zu beschleunigen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Treffen der Außenminister fand demnach bereits am Montag statt. In einer gemeinsamen Erklärung sicherten sich beide Regierungen zudem weitreichenden sicherheitspolitischen Beistand zu. Russland sprach Nordkorea seine "volle Unterstützung" bei dessen Bemühungen aus, die eigene Souveränität gegen "feindliche" Bedrohungen zu verteidigen. Nordkorea wiederum erklärte seine "unveränderte Unterstützung für sämtliche innen- und außenpolitische Maßnahmen" Russlands, die darauf abzielten, "die eigentliche Ursache des Ukraine-Konflikts zu beseitigen". Nordkorea ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine für das Land beispiellose Militärkooperation mit Russland eingegangen. Neben flächendeckenden Lieferungen von Munition und Artilleriegeschossen hat Nordkorea laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg entsandt. Montag, 20. Juli Ukraine: Armeechef Syrskyj meldet sich in Führungsstreit zu Wort In dem tagelangen Streit über die ukrainische Militärführung hat sich erstmals der Oberkommandierende Olexander Syrskyj geäußert, der womöglich vor der Entlassung steht. Es sei für ihn überraschend gewesen zu erfahren, dass er einen Konflikt mit dem entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gehabt haben solle, schrieb der 60-jährige Syrskyj in der offiziellen Militärzeitschrift "Militarnyj". Er habe das für unterschiedliche Auffassungen zwischen Ministerium und Militär in Sachfragen gehalten. "So sollte es zwischen zwei Institutionen während eines großen Krieges auch sein", erklärte der General. Er sei manchmal hart. "Falls ich jemanden in irgendeiner Weise gekränkt habe: Mychajlo Albertowitsch, bitte entschuldigen Sie!" In der Ukraine gibt es seit Tagen Proteste, weil Präsident Wolodymyr Selenskyj den jungen Verteidigungsminister Fedorow entlassen hat. Dieser gilt als Reformer, der vor allem die erfolgreiche Drohnenkriegsführung vorangetrieben hat. Zugleich fordern die Demonstranten den Rücktritt Syrskyjs, dem vorgehalten wird, zu sehr an taktischem Denken aus Sowjetzeiten festzuhalten. Dissidenten spüren Terror durch Lukaschenko und Putin Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko die Zügel noch einmal angezogen. Im Inland wird die Opposition brutal unterdrückt, Widerspruch teils mit Gefängnis bestraft. Doch auch Kritiker im europäischen Exil müssen zunehmend die Verfolgung durch beide Regime fürchten. Ein Experte zieht sogar Parallelen zum Großen Terror unter Stalin und zur Repression im Nazi-Deutschland der Vorkriegszeit. Zahl der Todesopfer auf Frachtschiff vor Odessa verdoppelt Nach dem russischen Angriff auf ein internationales Frachtschiff im Schwarzen Meer hat sich die Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben verdoppelt. Nach neuen Erkenntnissen wurden zehn Menschen bei der Attacke vor der Stadt Odessa getötet, wie die ukrainische Hafenbehörde mitteilt. Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff war nach ukrainischen Angaben mit einer Ladung Mais aus dem Hafen ausgelaufen, als es am Sonntagabend Ziel eines Angriffs wurde. An Bord befinden sich demnach 17 Seeleute aus Indien und Syrien sowie ein Ukrainer. Acht Crew-Mitglieder konnten demnach gerettet werden. Russland teilt unterdessen laut der Nachrichtenagentur Interfax mit, bei Angriffen in der Nacht Treibstofflager im Hafen von Odessa getroffen zu haben. Feuer in der Region Moskau: Ukraine greift wohl erneut Warenlager an Die Ukraine hat in der Nacht nach russischen Angaben Moskau und die umliegende Region mit 400 Drohnen angegriffen. Dabei seien zwei Menschen verletzt und Gebäude in Brand gesetzt worden, teilen russische Behörden mit. Auch ein weiteres Lager des russischen Online-Händlers Wildberries soll brennen. Bereits am Wochenende hatte die Ukraine zwei Wildberries-Lager angegriffen. Der Bürgermeister der Hauptstadt, Sergej Sobjanin, erklärt, die meisten der feindlichen Drohnen seien bereits aus großer Entfernung unschädlich gemacht worden. 85 Drohnen seien beim Anflug auf Moskau zerstört worden. Dem Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, zufolge konzentrierten sich die Schäden auf die Bezirke Podolsk, Domodedowo und Odinzowo. Dort seien zivile Infrastruktureinrichtungen beschädigt worden und in Brand geraten. Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, die Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 381 ukrainische Drohnen über russischen Regionen sowie dem Schwarzen und dem Asowschen Meer abgeschossen. Angriff mit Lenkbomben – erneut Tote in Saporischschja Bei einem russischen Luftangriff auf das südostukrainische Gebiet Saporischschja sind in der gleichnamigen Gebietshauptstadt mindestens zwei Menschen getötet worden. Mindestens 42 weitere wurden bei dem Angriff verletzt, darunter auch acht Kinder, wie der ukrainische Rettungsdienst in der Nacht auf dem Messengerdienst Telegram mitteilte. Ukrainischen Medienberichten zufolge hatte das russische Militär die Stadt mit Lenkbomben angegriffen. Dabei sei ein fünfstöckiges Wohngebäude getroffen worden. Zwei Stockwerke des Hauses wurden demnach vollständig zerstört. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen einen russischen Angriffskrieg. Die Großstadt Saporischschja liegt nur etwas über 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Sonntag, 19. Juli Ukrainische Marine: Sechs Tote bei russischem Raketenangriff auf türkisches Schiff Bei einem russischen Raketenangriff auf ein türkisches Frachtschiff im Schwarzen Meer nahe Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Die ukrainische Marine erklärte am Sonntag, Russland habe die "Golden Leo" mit drei Marschflugkörpern beschossen, als der mit Getreide beladene Frachter dabei gewesen sei, "das Kampfgebiet" zu verlassen. Der ukrainische Infrastruktur- und Verkehrsminister Mykola Kalaschny erklärte im Onlinedienst Telegram, sechs Seeleute seien tot, vier weitere würden noch vermisst. Acht Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, zwei von ihnen seien verletzt. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, unter den Toten sei ein ukrainischer Lotse. Die Besatzung des unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrenden Frachters komme unter anderem aus Syrien und Indien. Der neue ukrainische Regierungschef Serhij Korezky erklärte, der Frachter sei nahe Odessa nach dem Auslaufen aus dem Hafen getroffen worden. "Das ist ein weiterer gezielter Angriff Russlands gegen ein unbewaffnetes ziviles Schiff unter fremder Flagge, das keinerlei militärische Bedrohung darstellte", erklärte die ukrainische Marine. Es handle sich um einen "Terrorakt" gegen die friedliche Schifffahrt und eine schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts. Russland greift immer wieder ukrainische Hafeninfrastruktur an. Betroffen ist insbesondere die Region um Odessa. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier .
