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Kugelhagel in Stade: Sechstes Opfer stirbt - drei Festnahmen

Erst sind Schreie zu hören, dann Schüsse: In Stade sterben sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung. Die Polizei gibt weitere Informationen zu den Opfern und den Verdächtigen bekannt. In der niedersächsischen Kreisstadt Stade sind sechs Menschen durch Schüsse getötet worden. Nach aktuellem Stand starben fünf Menschen noch vor Ort, eine sechste Person erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Das teilte die Polizei am Abend mit. Bei den Getöteten handelt es sich um Erwachsene. Unter den Toten sind laut Polizei vier Frauen und ein Mann. Welches Geschlecht die sechste Person hat, ist noch unbekannt. Die Schüsse fielen laut Polizei in einer Jugendeinrichtung in der Dankersstraße. Dort sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht, in denen werdende und junge Mütter Unterschlupf finden können. Vier Menschen starben sofort Die Polizei nannte zunächst nur wenige Details. Nur so viel: Die Einsatzkräfte fanden vier Tote in der Einrichtung. Eine weitere Person sei vor dem Haus reanimiert worden, jedoch ohne Erfolg. Das sechste Opfer verstarb schließlich im Krankenhaus. Wie die Polizei Stade in ihrem WhatsApp-Kanal mitteilte, wurden zudem weitere Menschen verletzt – zum Teil so schwer, dass weitere Tote nicht auszuschließen seien, hieß es. Bei den sofort eingeleiteten Fahndungs- und Einsatzmaßnahmen wurden den Beamten zufolge drei tatverdächtige Personen festgenommen, darunter der mutmaßliche Schütze. Augenzeuge berichtet von Mann und Frau im flüchtenden Auto Ein Augenzeuge berichtete "Focus Online", er habe einen Mann und eine Frau in dem Wagen gesehen, der sich vom Tatort habe entfernen wollen. Ein Polizist habe laut gebrüllt: "Anhalten, stehen bleiben." Doch das Auto sei weitergefahren. Dann habe die Polizei das Feuer eröffnet. Er habe zehn bis 15 Schüsse gehört, sagte der Augenzeuge. Zuvor habe er Schreie aus der Mutter-Kind-Einrichtung gehört. Kurz danach seien dort Schüsse gefallen. Ein weiterer Zeuge beschrieb den Hergang so: Er habe gegen 12.10 Uhr laute Schreie aus der Jugendhilfeeinrichtung gehört, dann Schüsse, erzählte Vitali Martens dem "Stader Tageblatt". Polizei bestätigt Verfolgungsjagd Ein Polizeisprecher bestätigte inzwischen, dass gegen 12.10 Uhr Schüsse in der Einrichtung gefallen sind. Der Schütze sei am Tatort gesehen worden. Die Polizei habe sich eine "kurze Verfolgungsjagd" mit ihm geliefert, so der Sprecher. Anschließend seien der mutmaßliche Täter und zwei weitere Personen festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Lüneburg dem "Spiegel". Ursprünglich war von zwei Verdächtigen die Rede, einem Mann und einer Frau, beide älter als 21 Jahre. Die Tatbeteiligung der dritten Person werde noch geklärt, hieß es in einer Pressemitteilung der Polizei. Zwei Frauen außer dem Schützen offenbar in Gewahrsam "Focus Online" berichtet unterdessen unter Berufung auf die Polizei, dass außer dem mutmaßlichen Schützen zwei Frauen festgenommen worden sind. Sie stammten demnach aus dem Umfeld des mutmaßlichen Haupttäters. Über deren Alter wollte ein Polizeisprecher auf Nachfrage nichts weiter sagen. Nach Informationen des "Spiegels" soll es sich bei der Bluttat um eine sogenannte Beziehungstat handeln, es gebe persönliche Verbindungen in die Jugendeinrichtung. Auch die Polizei spricht inzwischen von einer "erweiterten Familientragödie". Das Motiv für die Gewalttat gehe weder "in Richtung Femizid" noch in Richtung "politischer Hintergrund", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Es liege "eher im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung" begründet. Gerüchte und Falschnachrichten zur Bluttat in Stade verbreiten sich Nach der Gewalttat warnt die Polizei vor Falschnachrichten und Gerüchten. In Chatgruppen und sozialen Netzwerken würden unbestätigte Informationen zu der Einsatzlage verbreitet, schrieb die Polizei in ihrem WhatsApp-Kanal. "Die kursierenden Darstellungen entsprechen nicht dem derzeit polizeilich bestätigten Sachstand." Stade hat knapp 48.700 Einwohner und gehört zur Metropolregion Hamburg . Es ist auch als westliches Tor zum Alten Land bekannt, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands. Die Hansestadt liegt rund 40 Kilometer von Hamburg entfernt. Die Schüsse fielen in einer ruhigen Wohngegend, zwischen Einfamilienhäusern aus Backstein und Spielstraßen.