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Porsche-Aktionäre rechnen auf Hauptversammlung ab: "Scherbenhaufen"

Der Porsche-Führung bläst auf der Hauptversammlung heftiger Gegenwind entgegen. Was die Investoren kritisieren – und wann der neue Porsche-Chef liefern will. Nach dem Krisenjahr 2025 haben die Porsche-Aktionäre mit der Führung des Sportwagenbauers abgerechnet. "Wir Aktionäre blicken heute auf Porsche und sehen einen Scherbenhaufen", sagte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka auf der virtuellen Hauptversammlung des Stuttgarter Unternehmens. Für Hendrik Schmidt vom Vermögensverwalter DWS hat die Porsche-Kapitalmarktstory mit einem starken Überholmanöver begonnen. Zwischenzeitlich sei die Aktie aber auf dem Standstreifen liegengeblieben. Speich rechnete vor: Seit dem Börsengang 2022 habe sich die Aktie inklusive Dividenden 146 Prozentpunkte schlechter als der Dax entwickelt. Das sei ein Vertrauensverlust des Kapitalmarkts. Alle drei Versprechen des Börsengangs seien nicht nur verfehlt worden, sondern hätten sich ins Gegenteil verkehrt. "Das ist kein zyklischer Dämpfer – das ist ein strukturelles Problem". Einschnitte im Sortiment : Diese Modelle baut Volkswagen nicht mehr TÜV-Report : Das sind die schlechtesten Autos Deutschlands Der Unmut der Investoren richtete sich auch gegen den Aufsichtsrat: Kritische Personalentscheidungen seien zu spät getroffen, Ex-Chef Oliver Blume zu lange in einer überlastenden Doppelrolle belassen und die verfehlte Elektro-Strategie des Vorstands nicht ausreichend kontrolliert worden. Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger sagte, man fühle sich an das Bild der drei Affen erinnert: "Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Man müsste fast sagen, es fehlt der vierte Affe: Nichts verstehen". Leiters: Verbesserung kommt mit neuen Produkten Die eingeleitete Restrukturierung des seit Januar amtierenden Porsche-Chefs Michael Leiters begrüßten die Investoren hingegen weitgehend. Dem Manager zufolge steht das Jahr 2026 im Zeichen der Neuausrichtung. Die "deutliche Verbesserung unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wird vor allem mit unseren künftigen Produkten kommen", sagte Leiters. Das brauche Zeit. Porsche-Chef Michael Leiters sagte demnach weiter: "Unser Portfolio ist zu komplex geworden – auch wenn man es mit unseren Wettbewerbern vergleicht". Deswegen werde die Zahl der verschiedenen Varianten reduziert. Zugleich erwäge das Unternehmen, sein Angebot an margenträchtigen Modellen auszubauen, sowohl bei den klassischen Sportwagen als auch bei großen SUV-Fahrzeugen. Auch bei den Kosten solle angesetzt werden. So überdenke das Unternehmen derzeit die Entwicklung grundsätzlich, sagte Leiters. Auch sollten Synergien zwischen den Modellen sowie Plattformen der Muttergesellschaft Volkswagen verstärkt genutzt werden. "Wenn weniger Modelle miteinander konkurrieren, dürfte das signifikante Auswirkungen auf unsere Kapitaleffizienz haben." Konkrete Zahlen, wo die Rendite langfristig sein soll und wie viele Stellen wegfallen sollen, nannte Leiters nicht. Derzeit laufen bei dem Stuttgarter Unternehmen Verhandlungen über ein weiteres Sparprogramm. Detailliert will Leiters seine Pläne im Herbst bei einem Kapitalmarkttag vorstellen. Aus Porsche – früher die Gewinnperle des Volkswagen-Konzerns – ist 2025 ein Unternehmen im Krisenmodus geworden. Der Überschuss brach um rund 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Ursachen waren das schwächelnde China-Geschäft, die US-Zollpolitik und die geringere Nachfrage nach E-Modellen. Allein der Strategieschwenk, wieder mehr Verbrenner zu entwickeln und zu produzieren, kostete Milliarden. Auch im ersten Quartal ging es weiter bergab. Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte Leiters jedoch.