Schorndorf/Stuttgart: Kind stirbt im Auto - Todesursache erhärtet Verdacht
Eine Mutter soll ihr Kleinkind über Stunden im Auto vergessen haben. Das Mädchen stirbt. Die Polizei ermittelt. Ein in Schorndorf tot aufgefundenes Kleinkind ist wegen eines Hitzeschlags im Auto gestorben. Das habe die Obduktion ergeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Mutter soll das 20 Monate alte Mädchen am Mittwoch (17. Juni) über Stunden in Schorndorf bei Stuttgart im Wagen vergessen haben. Zu der Zeit hatten hochsommerliche Temperaturen um die 30 Grad geherrscht. Dieser Verdacht habe sich infolge der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei weiter erhärtet, teilten beide mit. Gegen die 44 Jahre alte Mutter wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Mutter fährt zur Kita und vergisst ihr Kind "Im Glauben, ihre Tochter im Kindergarten abgegeben zu haben, soll sich die 44-Jährige am Mittwochmorgen zu ihrer Arbeit begeben haben", hieß es dazu. Als die Frau am Nachmittag ihre Tochter habe abholen wollen und das Kind nicht im Kindergarten gewesen sei, habe sie das leblose Mädchen im Auto entdeckt. Bei der Obduktion sei ein Organversagen infolge eines Hitzeschlags als eindeutige Todesursache erkannt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft dazu mit. Unklar ist noch, ob sich die Mutter zu den Vorwürfen geäußert hat. Sie ist auf freiem Fuß und hat einen Rechtsbeistand. Nach dem Fund des leblosen Kindes hatten Notarzt und Rettungsdienst vergeblich versucht, das Mädchen wiederzubeleben. Es starb vor Ort. Kein tragischer Einzelfall Dass Eltern ihre Kinder im Auto vergessen, ist kein Einzelfall. Forscher sprechen vom "Forgotten-Baby-Syndrom". Laut dem US-amerikanischen Psychologieprofessor David M. Diamond können Stress, Schlafmangel oder veränderte Routinen das Vergessen auslösen. Im Gehirn entstehe eine falsche Erinnerung, weil Routinehandlungen wie etwa die Fahrt zur Arbeit quasi per Autopilot absolviert würden.
