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Russland rationiert Benzin an 7.000 Standorten | Ukraine-Krieg im Newsblog

Die ukrainischen Angriffe auf Russlands Ölindustrie zeigen Wirkung. Die Bundesregierung spricht über Verhandlungen. Alle Entwicklungen im Newsblog. Mittwoch, 17. Juni Ukrainischer Minister: "Für die Russen beginnt eine Hölle" Seit Wochen nehmen die Ukrainer russische Tanklaster ins Visier. Das sei aber nur der Anfang, droht jetzt der ukrainische Verteidigungsminister. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . EU hat diplomatische "Kontakte" mit Kreml aufgenommen Das Büro von EU-Ratspräsident António Costa hat in den vergangenen Wochen diplomatischen Kontakt mit dem Kreml aufgenommen. Es seien "kurze Kontakte" auf diplomatischer Ebene geknüpft worden, um "Kommunikationskanäle zu öffnen" teilte ein EU-Beamter am Mittwoch mit. Dabei sei nichts Inhaltliches besprochen worden, fügte er hinzu. Russland muss Benzin rationieren Russland hat nach Berichten unabhängiger Medien den Verkauf von Kraftstoff an vielen Tankstellen eingeschränkt. Die Rechercheplattform "Agentstwo" berichtet, dass Tankstellennetze mit zusammen mindestens 7.000 Standorten in mehr als 70 Regionen Beschränkungen eingeführt hätten. Demnach gelten teils Obergrenzen für den Kauf von Benzin und Diesel, außerdem sei der Verkauf in Kanistern an zahlreichen Stationen untersagt worden. Besonders angespannt soll die Lage auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sowie in den besetzten ukrainischen Gebieten Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson sein. Dort werde Treibstoff teilweise nur eingeschränkt verkauft, berichtet "Agentstwo". Hintergrund ist nach russischen Angaben eine angespannte Versorgungslage infolge ukrainischer Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur. Das russische Energieministerium räumte zuletzt "vorübergehende Schwierigkeiten" bei der Kraftstoffversorgung in mehreren Regionen ein. Ein eigens eingerichteter Krisenstab soll die Versorgung stabilisieren. Interview zum Iran-Deal: "Das ist schon irre" Donald Trump zieht sich aus dem Iran-Krieg zurück, ohne seine Kriegsziele erreicht zu haben. Wladimir Putin kämpft dagegen geschwächt weiter in der Ukraine. Der Topdiplomat und frühere Merkel-Berater Christoph Heusgen sieht klare Verlierer dieser Krisen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Bundesregierung: Russland kann Krieg nicht gewinnen Die schwindenden militärischen Aussichten Russlands im Ukraine-Krieg machen nach Einschätzung der Bundesregierung Friedensverhandlungen wahrscheinlicher. Ein Regierungssprecher in Berlin sagte: "Russland kann diesen Krieg militärisch nicht gewinnen. Das wird immer deutlicher." Die Bundesregierung wolle gemeinsam mit den G7-Partnern diese Dynamik nutzen, um einen neuen Anlauf für ernsthafte Friedensgespräche zu nehmen. Russland zeige bisher jedoch keine Verhandlungsbereitschaft. Russisches Kriegsschiff feuert – jetzt meldet sich Starmer Im Ärmelkanal hat ein russisches Kriegsschiff wegen einer britischen Yacht Schüsse abgefeuert. Das Rentnerpaar an Bord hält die Reaktion für unangemessen. Jetzt schaltet sich Premierminister Keir Starmer ein. Russische Luftangriffe setzen Wohnblock in Flammen Bei russischen Luftangriffen auf die Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine hat es in der Nacht nach Behördenangaben mindestens ein Todesopfer und sieben Verletzte gegeben. Wegen russischer Drohnen im Luftraum galt am Morgen eine Warnung vor weiteren Einschlägen für die Bevölkerung, wie die Nachrichtenseite "The Kyiv Independent" berichtete. Laut Militärgouverneur Iwan Fedorow sei vor allem zivile Infrastruktur beschädigt worden und ein mehrstöckiger Wohnblock in Flammen aufgegangen. Nach Polizeiangaben sei ein Mann – das einzige Todesopfer – getötet worden, als eine von Dutzenden russischen Drohnen sein Auto getroffen habe, hieß es in dem Bericht. Ziel der Luftangriffe war demnach ein Wohngebiet, auch die örtliche Universität und ein Einkaufszentrum sollen beschädigt worden sein. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Saporischschja ist vor allem für sein riesiges Atomkraftwerk bekannt, das russische Truppen zu Kriegsbeginn im Frühjahr 2022 eroberten. Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von rund 6.000 Megawatt größte AKW Europas wurde bei der jüngsten Attacke anscheinend nicht getroffen. G7 wollen mit neuen Sanktionen Druck auf Russland erhöhen Die USA und die anderen G7-Staaten wollen mit zusätzlichem Druck auf Russland die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges intensivieren. In einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs vom Gipfeltreffen im französischen Évian heißt es, man werde die Sanktionen verschärfen, auch im Öl- und Gassektor. Zudem habe man vereinbart, die Lieferung von weitreichenden Waffen und Luftverteidigungskapazitäten auszuweiten. Mit dem Ausbau der Unterstützung soll nach Angaben der G7 die neue Dynamik unterstützt werden, die in den vergangenen Monaten durch ukrainische Fortschritte an der Front entstanden ist. Zudem wird von einem "richtigen Zeitpunkt" nach dem US-Deal mit dem Iran zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gesprochen. Neben zusätzlichen Waffen versprechen die G7-Staaten der Ukraine in der Erklärung auch zusätzliche Unterstützung, um den kommenden Winter zu bewältigen. Weiterhin sichern sie dem Land zu, die Vergabe von Lizenzen für eine Steigerung der militärischen Produktion zu prüfen. Dienstag, 16. Juni Russisches Kriegsschiff gibt im Ärmelkanal Warnschüsse in Richtung Yacht ab Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse in Richtung einer in Großbritannien registrierten Yacht abgegeben. Die Yacht habe sich "gefährlich angenähert", weshalb die russische Fregatte beschlossen habe, "mit den Handfeuerwaffen Warnschüsse in Richtung des Schiffes abzugeben", erklärte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag. Das britische Verteidigungsministerium teilte mit, die von der "Admiral Grigorowitsch" abgegebenen Warnschüsse hätten dazu gedient, einen Zusammenstoß zu vermeiden. Mehr dazu lesen Sie hier. Ukrainischer Kampfjet abgestürzt – Piloten tot Beim Absturz eines ukrainischen Kampfflugzeugs vom Typ Su-24 sind nach offiziellen Angaben beide Piloten ums Leben gekommen. Der Absturz habe sich am Abend in der Region Chmelnyzkyj im Westen des Landes ereignet, teilten die ukrainischen Luftstreitkräfte mit. "Die Ursachen und Umstände der Katastrophe werden geprüft", heißt es in der Mitteilung des Militärs. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion des Landes. Das russische Militär hat dabei ein starkes Übergewicht an Flugzeugen, die es in der Vergangenheit immer wieder zu Luftangriffen auf den Nachbarn genutzt hat. Der Verlust jedes einzelnen Kampfjets wiegt für Kiew daher schwer. Mindestens acht Tote bei russischen Drohnenangriffen Bei russischen Luftangriffen im Süden und Osten der Ukraine sind den ukrainischen Behörden zufolge am Dienstag mindestens acht Menschen getötet worden. Bei einer Drohnenattacke auf Fußgänger in der Stadt Nikopol (Region Dnipropetrowsk) habe es drei Todesopfer gegeben, erklärte der örtliche Gouverneur Oleksandr Hanscha. Die russische Armee habe mit Drohnen Zivilisten angegriffen, die "auf einer Straße unterwegs waren". Bei den Opfern soll es sich um eine 87-jährige Rollstuhlfahrerin und ihren 51-jährigen Sohn handeln. Die Identität des dritten Opfers werde noch geklärt, so Hanscha. Beim Beschuss von Wohngebieten in der Stadt Slowjansk in der Region Donezk kamen drei weitere Menschen ums Leben, wie der dortige Bürgermeister Vadym Liach mitteilte. Zwei weitere Tote gab es laut Behördenangaben durch Drohnenbeschuss in der südlichen Region Cherson. Hier wurden demnach weitere 16 Menschen verletzt. Bei massiven russischen Angriffen waren erst in der Nacht von Sonntag auf Montag in der Ukraine mindestens elf Menschen getötet worden. Der Krieg in der Ukraine war am Dienstag auch Thema beim G7-Gipfel im französischen Évian. Bei dem Gipfel kam US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen. Im Anschluss erklärte Trump, Russland "soll ein Abkommen schließen". Am Montag hatte Selenskyj angeboten, Kremlchef Putin in den USA zu treffen. Der Kreml hatte allerdings bereits Anfang des Monats erklärt, er sehe "keinen Sinn" in einem Treffen der beiden Staatschefs. Trump dringt bei Putin auf Frieden US-Präsident Donald Trump rief Russlands Staatschef Wladimir Putin auf, eine Vereinbarung mit Kiew zur Beendigung des Ukraine-Kriegs zu schließen. "Russland sollte ein Abkommen schließen", sagte Trump am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. Die Staats- und Regierungschefs der führenden westlichen Industriestaaten hatten dort unter anderem über ein Ende der Kämpfe in der Ukraine beraten. Trump sprach danach von einem "sehr guten Gespräch". Zuvor hatten sich bereits Deutschland, Frankreich und Großbritannien in Moskau um neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine bemüht. Auch Weißrusslands Machthaber Alexander Lukaschenko, ein enger Verbündeter des Kreml, drängte Putin zu Verhandlungen. Selenskyj berät mit Staats- und Regierungschefs in Évian Die Staats- und Regierungschefs der Gruppe aus sieben großen Industriestaaten (G7) haben am Dienstag über ein Ende der Kämpfe in der Ukraine beraten. Als Gast nahm daran am zweiten Tag des Gipfeltreffens im französischen Évian der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Im Zentrum dürften Gespräche über mögliche Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit Russland stehen. Macron empfing Selenskyj nicht direkt vor dem Gipfelgebäude, sondern lief ihm durch einen Park entgegen. Nach Angaben der französischen Präsidentschaft führten beide zunächst ein bilaterales Gespräch, während Kanzler Friedrich Merz (CDU) und die meisten anderen Teilnehmer der Gipfelrunde auf den Beginn der Arbeitssitzung warteten. Frankreich, Großbritannien und Deutschland hatten zuletzt Gesprächsmöglichkeiten mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin stark gemacht. Sie hofften in Évian auch US-Präsident Donald Trump für das Vorhaben zu gewinnen. Moskau meldet Attacken von 60 Drohnen – Raffinerie getroffen Russlands Flugabwehr hat in der Hauptstadt Moskau nach Darstellung von Bürgermeister Sergej Sobjanin etwa 60 ukrainische Drohnen abgeschossen. Eine Drohne habe ein Objekt auf dem Gelände einer Ölraffinerie in Moskau getroffen, teilte Sobjanin mit. Verletzt worden sei niemand. Einsatzkräfte seien dabei, herabgefallene Trümmer von abgeschossenen Drohnen zu beseitigen. Auf den vier Flughäfen der Hauptstadt gab es wegen des Drohnenalarms Einschränkungen im Flugverkehr . Zuerst stellen die Flughäfen Domodedowo und Schukowski ihre Arbeit vorübergehend ein, später stoppten auch die Airports Scheremetjewo und Wnukowo Starts und Landungen. In der Ferienzeit erleben Russen inzwischen fast täglich zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den Abschuss von insgesamt 172 Drohnen über verschiedenen Regionen. Angaben zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium nicht. Russischer Exil-Künstler Semyon Skrepetsky in Polen ermordet Ein russischer Künstler und Putin-Kritiker ist im Osten Polens auf offener Straße erschossen worden. Auf den 44-Jährigen seien mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte ein Polizeisprecher der Woiwodschaft Lublin der polnischen Nachrichtenagentur PAP zufolge. Tatort war die Stadt Biała Podlaska, die etwa 35 Kilometer vor der Grenze zu Belarus liegt. Dem Hergang nach sehe es nach einer geplanten Tötung aus, sagte der Polizeisprecher. "Wir kennen aber das Motiv des Täters bisher nicht", sagte er. Gefasst werden konnte der Schütze nicht. Mehr dazu lesen Sie hier . Selenskyj: Putin weist Gesprächsangebot der Ukraine zurück Der russische Staatschef Wladimir Putin hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein gemeinsames Treffen zur Beendigung des Kriegs abgelehnt. "Wir haben Putin dazu gedrängt, sich an einem Format zu beteiligen, das eine echte Lösung zur Beendigung des Kriegs ermöglichen würde. Wir wollen nichts anderes", teilte die Präsidialverwaltung mit. Doch die russische Seite wies die Initiative den Angaben zufolge zurück. Zuvor hatten sich bereits Deutschland, Frankreich und Großbritannien für eine neue Runde von Verhandlungen bemüht. Auf dem G7-Gipfel im französischen Évian soll zudem US-Präsident Donald Trump ermuntert werden, Putin zu Verhandlungen zu bewegen. Russland: Drohnentrümmer lösen Brand in Öllager aus Herabstürzende Trümmerteile einer Drohne haben Behördenangaben zufolge einen Brand in einem Öllager in der südrussischen Region Krasnodar verursacht. Es gebe keine Opfer, teilen die örtlichen Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Anlage befindet sich in der Gegend von Poltawskaja unweit der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Lukaschenko: Russland und Ukraine müssen Kompromisse schließen Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ruft Russland und die Ukraine zur Kompromissbereitschaft auf, um den seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. Ein militärischer Sieg sei für beide Seiten unrealistisch, sagt der enge Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem am Montag veröffentlichten Interview des Fernsehsenders Al Arabija. Mehr dazu lesen Sie hier . Großbritannien plant neue Sanktionen gegen russische Schattenflotte Großbritannien kündigt neue Sanktionen gegen die russische Schattenflotte und Finanznetzwerke an. Die genauen Details stellt Premierminister Keir Starmer beim G7-Gipfel in Frankreich vor, teilt die Regierung in London mit. Die Maßnahmen richten sich demnach direkt gegen Netzwerke, die zur Umgehung westlicher Sanktionen und zur Beschaffung von Militärgütern genutzt werden. Auch Schiffe, die sanktioniertes russisches Flüssigerdgas (LNG) transportieren, sind betroffen. Hintergrund ist das erstmalige Abfangen eines sanktionierten russischen Öltankers im Ärmelkanal durch britische Spezialeinheiten. Zudem stellt die Regierung 210 Millionen Pfund (282 Millionen Dollar) bereit, damit das britische Unternehmen Urenco angereichertes Uran an den ukrainischen Atomkraftwerksbetreiber Energoatom liefern kann. Montag, 15. Juni Selenskyj: EU-Beitrittsverhandlungen haben Signalwirkung Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU gelobt. "Die Eröffnung des ersten Clusters in den EU-Beitrittsverhandlungen Moldaus und der Ukraine senden das klare Signal, dass Europas Fortschritt nicht gestoppt werden kann", sagte Selenskyj in einem auf seinen sozialen Netzwerken verbreiteten Video. Beide Länder hätten hart daraufhin gearbeitet, kooperierten miteinander und würden den Beitritt am Ende auch gemeinsam schaffen, sagte der Ukrainer bei einem Zwischenstopp in der moldauischen Hauptstadt Chișinău kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel. Nach Darstellung Selenskyjs ist die Beschleunigung der Beitrittsgespräche auch die passende Antwort der Europäer auf den seit mehr als vier Jahre währenden russischen Angriffskrieg gegen sein Land. "Das ist die politische Entscheidung, die Europa heute braucht." Zugleich kündigte Selenskyj eine neue diplomatische Initiative zur Erreichung eines Friedens an. Den Vorschlag, sich beim G7-Gipfel in Frankreich zu treffen, um über ein Ende des Kriegs zu reden, habe Kremlchef Wladimir Putin ignoriert, sagte er. Daher habe er mit US-Präsident Donald Trump darüber gesprochen, ein solches Treffen in den USA zu organisieren. Wenn Trump Putin einen solchen Vorschlag machte, dürfte es diesem auch deutlich schwerer fallen, ihn zurückzuweisen, meinte Selenskyj. "Wir werden sehen, was dabei herauskommt." Sollte Russland auch diese Offerte ablehnen, sei weiterer Druck auf Moskau nötig, forderte der ukrainische Staatschef. Nächster Albtraum für Putin? Ukraine präsentiert Kamikazedrohne mit Turbojet-Antrieb Sie kann 650 Kilometer weit fliegen und 100 Kilo Sprengstoff tragen: Eine neue ukrainische Kamikazedrohne könnte Putins Probleme an der Front noch verschärfen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . EU beginnt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine Die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine begonnen. Vertreter beider Seiten starteten am Abend in Luxemburg offiziell die Aufnahme von Gesprächen zum ersten Themenblock, wie ein Sprecher des Rates der Mitgliedstaaten sagte. Mit dem ersten Verhandlungsabschnitt werden Gespräche über Themen wie das Justizsystem, den Grundwerteschutz und Sicherheit begonnen. Kandidatenländer müssen dabei nachweisen, dass ihre Rechtssysteme, der Grenzschutz und die Polizei den EU-Standards entsprechen. Der Schritt der Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts gilt nach einer zweijährigen Hängepartie wegen einer Blockade Ungarns als wichtiges Zeichen an die Ukraine, dass sich ihre Reformanstrengungen lohnen. Das von Russland angegriffene Land wird nun im Zuge der vermutlich jahrelangen Verhandlungen zeigen müssen, dass es reif für einen EU-Beitritt ist. Dafür sind auch noch zahlreiche weitere Reformen zum Beispiel im Bereich der Korruptionsbekämpfung erforderlich. Am späteren Abend sollten auch noch die Beitrittsverhandlungen mit Moldau begonnen werden. Das Nachbarland der Ukraine musste wegen der ungarischen Blockade auch zwei Jahre auf den Gesprächsbeginn warten. Selenskyj wollte Treffen mit Putin bei G7 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin beim G7-Gipfel in Frankreich vorgeschlagen, aus Moskau aber eine Absage erhalten. "Vor Beginn des G7-Gipfels haben wir zu verstehen gegeben, dass wir bereit sind, uns während des G7-Gipfels mit Putin zu treffen, da dort (US-Präsident Donald) Trump und (Frankreichs Präsident Emmanuel) Macron anwesend sind", sagte Selenskyj vor Journalisten in Kiew. Er sah sich dort die Schäden an der Hauptkathedrale des orthodoxen Höhlenklosters nach einem schweren russischen Luftangriff an. "Die Europäer plus Amerika – das ist eine sehr gute Gelegenheit, sich gemeinsam zu treffen, und genau deshalb könnten wir Russland einladen", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Ukraina den Präsidenten. Demnach hätten sowohl die USA als auch die europäischen Länder in der Siebenergruppe demokratischer Wirtschaftsmächte (G7) zugestimmt. Russland habe aber "erneut gezeigt, dass es nicht bereit ist, darüber zu reden". Eine Bestätigung aus den G7-Ländern für einen Vorstoß Selenskyjs gab es nicht. Die Äußerungen dürften auch dazu gedacht sein, den Kreml unter Druck zu setzen. Ein Treffen mit Putin wäre kurzfristig kaum zu organisieren gewesen. Der Kremlchef hat immer betont, dass er sich mit Selenskyj nur in Moskau oder bei einer endgültigen Regelung des Konflikts treffen werde – davon sind beide Seiten nach mehr als vier Jahren des russischen Angriffskriegs weit entfernt. Russischer Langstreckenbomber in Sibirien abgestürzt In Sibirien ist ein russischer Langstreckenbomber abgestürzt. Die vier Besatzungsmitglieder konnten sich nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums mit dem Schleudersitz retten. Sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Kobsew, mit. Unbestätigte Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten, wie die Maschine in ein Waldgebiet stürzte und eine große Rauchwolke aufstieg. Der Absturz ereignete sich dem Ministerium zufolge am Montag während eines Übungsflugs nahe dem Dorf Kamenka. Am Boden habe es keine Schäden gegeben, da die Maschine ohne Kampfbeladung geflogen sei. Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich um einen Bomber vom Typ Tu-22M3. Dies ist eine modernisierte Version eines Überschallbombers aus der Sowjetzeit, den die Nato unter dem Codenamen "Backfire" führt. Das Flugzeug kann Marschflugkörper vom Typ Ch-22 sowie hyperschallschnelle Kinschal-Raketen tragen. Russland setzt diesen Typ unter anderem für Angriffe in der Ukraine und Syrien ein. Deutscher General warnt Putin: "Kämpfen um jeden Zentimeter" Deutschlands Luftwaffenchef hat sich zu einem möglichen Krieg mit Russland geäußert. Die Ansage des Generals hat es in sich. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . EU verschärft Sanktionen gegen Russland Die Außenminister der EU-Staaten haben neue Sanktionen gegen Unternehmen und Personen von Russlands Rüstungsindustrie sowie mit Verbindungen zur sogenannten Schattenflotte beschlossen. Wie der Rat der Mitgliedsstaaten mitteilte, wurden bei einem Treffen der Ressortchefs in Luxemburg zudem Strafmaßnahmen gegen 15 Menschen und eine Organisation beschlossen, die mit dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny 2024 in einem russischen Straflager in Verbindung gebracht werden. Mit den Strafmaßnahmen soll der Druck auf Russland erhöht werden, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Jede Maßnahme schränke Russlands Handlungsspielraum weiter ein. Die westlichen Sanktionen hätten Russland bereits schätzungsweise 1 bis 1,3 Billionen Euro gekostet, so Kallas weiter. "Stein für Stein zerstören wir die Grundlagen der russischen Kriegswirtschaft." Sanktionen sollen Rüstungsunternehmen und Schattenflotte treffen Konkret verhängt die EU Sanktionen gegen 7 Personen und 21 Organisationen, die Russlands Militär- und Rüstungsindustrie unterstützen oder deren Aktivitäten in Drittstaaten ermöglichen. Das sind etwa Hersteller und Lieferanten von Drohnen und militärischer Ausrüstung für die russischen Streitkräfte. Zehn Menschen und eine Organisation kommen neu wegen Aktivitäten in Russlands Einfluss- und Desinformationskampagnen gegen die EU auf die Sanktionsliste. Deutscher Konzern will ukrainische "Wunderwaffe" produzieren Ein deutscher Rüstungskonzern will erstmals einen ukrainischen Marschflugkörper in Deutschland bauen. Für die Bundeswehr käme das Waffensystem zu einem besonders günstigen Zeitpunkt. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Jetzt mit Turbo? EU startet Beitrittsgespräche mit Ukraine In den Prozess zum EU-Beitritt von Moldau und der Ukraine kommt nach zweijähriger Zwangspause wieder Bewegung. Es steht viel auf dem Spiel – auch wegen des anhaltenden russischen Kriegs. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Wadephul verurteilt russische Angriffe als "ruchlose Attacken" Außenminister Johann Wadephul hat die nächtlichen russischen Luftangriffe auf die Ukraine scharf verurteilt. Der CDU-Politiker sprach am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Luxemburg von "ruchlosen Attacken", die sich unter anderem gegen europäische Kulturgüter von unschätzbarem Wert gerichtet hätten. "Das zeigt: Eine echte Bereitschaft besteht auf russischer Seite bisher nicht, in Verhandlungen einzutreten", ergänzte der CDU-Politiker mit Blick auf Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme von Gesprächen über einen Waffenstillstand. Deswegen werde man die Ukraine weiter unterstützen und die Sanktionspolitik gegen Russland fortsetzen. Frankreich: Angriff auf Kiewer Kloster gleicht Angriff auf Notre-Dame Frankreich hat die jüngsten Angriffe Russlands auf die Ukraine verurteilt. Außenminister Jean-Noël Barrot verglich den Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra mit einem Bombardement der Pariser Kathedrale Notre-Dame. "Dies ist ein Unesco-Weltkulturerbe, was für uns in Frankreich so wäre, als ob Notre-Dame oder Saint-Denis bombardiert worden wären, was völlig inakzeptabel ist", sagte Barrot bei seiner Ankunft zu einem Treffen der EU-Außenminister. Mit Saint-Denis bezieht sich der Minister auf die Kathedrale in dem gleichnamigen bei Paris gelegenen Ort. Das im Zentrum Kiews gelegene Höhlenkloster aus dem Jahr 1051 gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Es wurde bei einem direkten Angriff in der Nacht schwer beschädigt. Selenskyj fordert Reaktion der G7 auf Russlands Angriff Der russische Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster ist Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge ein schweres Verbrechen gegen die christliche Kultur. "Ein russischer Angriff auf die Kiewer Petscherska Lawra hat die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand gesetzt – eine Kirche, deren Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Und dies ist eines der bislang schwerwiegendsten Verbrechen Russlands gegen die christliche Kultur", schrieb Selenskyj auf X. Er forderte die G7-Staaten zudem auf, den Druck auf Russland zu erhöhen und die Hilfe für die ukrainische Luftabwehr zu verstärken. Russland lockert wegen Engpässen Umweltvorgaben für Kraftstoffe Wegen Engpässen bei der Versorgung erlaubt die russische Regierung einem Zeitungsbericht zufolge einigen Raffinerien die Produktion von Benzin und Diesel mit niedrigeren Umweltstandards für den heimischen Markt. Die bereits im Herbst eingeführte Maßnahme war zunächst bis zum 1. Mai befristet und sei nun verlängert worden, berichtete die russische Zeitung "Kommersant". Gestattet seien Abweichungen unter anderem beim Schwefelgehalt. Hintergrund der Engpässe sind monatelange ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Treibstofflager. In rund einem Dutzend Regionen gibt es Medienberichten zufolge Lieferprobleme. Die Behörden in der Region Udmurtien östlich von Moskau haben die Abgabe bestimmter Benzinsorten an Tankstellen des Ölkonzerns Tatneft wegen logistischer Probleme vorübergehend eingeschränkt. Geistliche retten Ikonen aus brennendem Kloster in Kiew Nach dem Brand auf dem Gelände des weltberühmten Höhlenklosters in Kiew sind die alten Ikonen und anderen Heiligtümer des orthodoxen Christentums nach Kirchenangaben in Sicherheit. Es sei eine rasche Rettung liturgischer Gegenstände und der Reliquien organisiert worden, teilte Metropolit Awraamij auf Facebook mit. Sie hätten "nicht nur kirchlichen, sondern auch nationalen und universellen Wert", sagte der von der staatlich anerkannten Orthodoxen Kirche der Ukraine eingesetzte Vorsteher. Der Geistliche dankte allen Klosterbrüdern und den anderen Beteiligten der Rettungsaktion für die Erhaltung der Kirchenschätze. Die Beseitigung der Folgen des Angriffs dauere an, sagte er. Awraamij rief die internationale Gemeinschaft auf, sich unter den Bedingungen des andauernden Krieges für den Schutz des geistigen und kulturellen Erbes der Ukraine einzusetzen. Bei den russischen Angriffen auf Kiew wurden laut Behörden mindestens 4 Menschen getötet und 25 weitere verletzt. Ukraine: Russland hat mit 70 Raketen und 611 Drohnen angegriffen Russland hat nach Angaben des ukrainischen Militärs die Ukraine in der Nacht mit 70 Raketen und 611 Drohnen angegriffen. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge seien 50 der Raketen und 582 der Drohnen abgefangen worden, teilt das Militär auf Telegram mit. Bei den Drohnen habe es sich um verschiedene Typen gehandelt. Zwei Brücken zur Krim bei Drohnenangriff beschädigt Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind zwei Brücken zwischen dem russisch kontrollierten Teil der ukrainischen Region Cherson und der Halbinsel Krim beschädigt worden. Der Verkehr sei ausgesetzt worden, teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo auf dem Messengerdienst Telegram mit. Auf der von Russland annektierten Krim ist es nach der jüngsten Zunahme von Angriffen zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung gekommen. Massive Angriffe: Kiews Wahrzeichen brennt Infolge eines russischen Raketenangriffs auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Kiewer Höhlenklosters in Brand geraten. "Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters", schrieb der Militärgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder zeigten Flammen im Dachbereich der Mariä-Entschlafens-Kathedrale mit ihren vergoldeten Kuppeln. Sie liegt auf dem Klostergelände, das zum ukrainischen Staatseigentum gehört. Hier lesen Sie mehr. Polen lässt Kampfjets aufsteigen Als Reaktion auf die russischen Luftangriffe auf die Ukraine lässt Polen eigene Kampfjets aufsteigen. Zudem werden bodengestützte Luftabwehrsysteme und die Radaraufklärung in Bereitschaft versetzt, teilen die polnischen Streitkräfte auf der Plattform X mit. Die Maßnahmen sind den Angaben zufolge präventiver Natur. Sie dienen dem Schutz des eigenen Luftraums, insbesondere in den an die Ukraine grenzenden Gebieten. Russland greift Kiew und Charkiw mit Raketen an Die russische Armee hat die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen angegriffen. In der Innenstadt waren in der Nacht zum Montag knapp zwei Dutzend Explosionen mutmaßlich von der Flugabwehr zu hören, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge gab es in drei Stadtteilen Einschläge. Es kam demnach zu Stromausfällen. Zudem seien Brände ausgebrochen. Über mögliche Opfer wurde vorerst nichts bekannt. In der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw kamen nach Angaben von Innenminister Ihor Klymenko fünf Rettungskräfte bei einem zweiten russischen Angriff ums Leben, mindestens fünf weitere wurden verletzt. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.