Ukraine-Krieg aktuell: Putin gratuliert Trump zum 80. Geburtstag
Kremlchef Putin und US-Präsident Trump haben telefoniert. Britische Streitkräfte haben wohl einen russischen Öltanker abgefangen. Alle Entwicklungen im Newsblog. Sonntag, 14. Juni Putin gratuliert Trump zum Geburtstag Kremlchef Putin hat US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat zum 80. Geburtstag gratuliert. Trump sei dabei erneut für eine Einstellung der Kampfhandlungen in der Ukraine eingetreten, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den außenpolitischen Berater des Kremls, Juri Uschakow. In dem Gespräch seien zudem der Iran-Krieg und die bilateralen Beziehungen besprochen worden. Russen töten 73-Jährige mit Drohne In der Südostukraine ist eine 73-jährige Frau durch eine ferngesteuerte russische Drohne getötet worden. Vier weitere Menschen seien bei dem Angriff auf ein Auto beim Dorf Bilenke verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Saporischschja, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Alle Insassen waren demnach über 70 Jahre. Bilenke liegt unweit des Westufers des Flusses Dnipro, der in dieser Region ukrainische und russische Truppen voneinander trennt. Starmer: Streitkräfte fangen Öltanker der Schattenflotte ab Großbritannien hat nach Angaben von Premierminister Keir Starmer einen Öltanker der sogenannten russischen Schattenflotte beim Versuch abgefangen, den Ärmelkanal zu durchqueren. Der Streitkräfte-Einsatz sei auf seine Anweisung hin in den frühen Morgenstunden erfolgt, teilt Starmer auf der Plattform X mit. Die erfolgreiche Operation versetze Russland einen weiteren Schlag. In einer sechs Stunden dauernden Operation enterten Royal Marine Commandos und speziell ausgebildete Strafverfolgungsbeamte der National Crime Agency das Schiff, schreibt die BBC. Russland betreibt eine "Schattenflotte" von Tankern mit undurchsichtigen Eigentümerstrukturen, um die gegen seine Ölexporte verhängten internationalen Sanktionen zu umgehen. Russisches Chemiewerk nach Angriffen in Brand Das Chemiewerk Azot in der russischen Stadt Novomoskowsk ist nach Berichten in sozialen Netzwerken in der Nacht zum 14. Juni in Brand geraten. Nach Angaben des unabhängigen Telegram-Kanals Exilenova Plus sei die Anlage nach Angriffen in Flammen aufgegangen. Eine offizielle Bestätigung steht bislang noch aus. Das Werk liegt in der Region Tula rund 395 Kilometer von der Ukraine entfernt. Berichten zufolge ereigneten sich die Angriffe in der Nacht. Weitere Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten wurden zunächst nicht bekannt. Behörden sprachen von heruntergefallenen Drohnentrümmern, die das Werk beschädigten. Offiziell werden von russischer Seite erfolgreiche ukrainische Drohnenangriffe äußerst selten bestätigt. Samstag, 13. Juni Selenskyj kündigt Reisen zu Gipfeln von G7, EU und Nato an Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für die kommenden Wochen intensive Gespräche mit den Partnerstaaten auf mehreren Gipfeltreffen angekündigt. Es gehe um neue Sanktionen gegen den Kriegsgegner Russland, mehr Unterstützung für die Ukraine und dabei besonders Flugabwehr und weitreichende Waffen, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Kiew hofft zudem auf Fortschritte beim Abschluss von Abkommen, die Investitionen in die ukrainische Drohnenproduktion gegen die Lieferung fertiger Drohnen vorsehen. Ausdrücklich nannte er dabei das Treffen der wirtschaftsstarken G7-Staaten in Frankreich zu Beginn der Woche und im Anschluss den EU-Gipfel in Brüssel . Zudem führte Selenskyj den Nato-Gipfel in der zweiten Juliwoche in der Türkei an. Ukrainisches Akw Saporischschja wieder am Netz Fast drei Tage nach einem Verlust der externen Stromversorgung durch einen Angriff ist das russisch kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine wieder ans Netz gegangen. Der Strom sei nach Reparaturen an einer Notstromleitung während einer lokalen Feuerpause wiederhergestellt worden, erklärte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien am Samstag im Onlinedienst X. Der mittlerweile 19. Verlust der externen Stromversorgung des Kraftwerks seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 war am Mittwoch durch einen Angriff auf ein Umspannwerk ausgelöst worden. Während des Ausfalls der externen Stromversorgung musste das Akw der IAEA zufolge auf Notstromdieselgeneratoren zurückgreifen, um die Kühlung seiner Reaktoren aufrechtzuerhalten. "Mit einer Dauer von fast drei Tagen war dies einer der längsten derartigen Stromausfälle an der Anlage und unterstreicht die extreme Fragilität des Stromnetzes", erklärte die IAEA. Es sei kein Austritt von Radioaktivität festgestellt worden und die Strahlungswerte seien normal geblieben. Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte Europas. Es befindet sich seit März 2022 in russischer Hand und liegt nahe der Front. Die sechs Reaktoren sind abgeschaltet, die Anlage braucht jedoch weiterhin Elektrizität für ihre Kühl- und Sicherheitssysteme. Russland nach dem Ukraine-Krieg: Putin fürchtet die Endabrechnung Russlands Präsident hat sein Land auf einen langen Krieg vorbereitet. Doch ausgerechnet ein Ende der Kämpfe könnte das System vor Herausforderungen stellen, für die der Kreml bislang keine Lösung hat. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Ukraine attackiert mehrere Ölanlagen in Russland Die Ukraine hat auch am Samstag gezielt die Infrastruktur der russischen Öl-Industrie angegriffen. Dabei wurde in der Hafenstadt Temrjuk in der Region Krasnodar ein Mensch getötet, teilte Gouverneur Weniamin Kondratjew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In einem Hafenterminal sei ein Feuer ausgebrochen. Das ukrainische Militär und der Geheimdienst SBU erklärten, sie hätten in der Nacht mehrere Ziele in Russland getroffen. Dazu gehöre neben dem Hafenterminal eine Ölverarbeitungs- und Pumpanlage in der Region Wolgograd. Am Terminal Tamanneftegaz in der Region Krasnodar sind nach SBU-Angaben fünf Treibstofftanks und zwei Ölverladestationen getroffen worden. In der Region Wolgograd löste ein anderer Angriff den regionalen Behörden zufolge ein Feuer in einem Industriegebiet im Bezirk Kotowo aus. Gouverneur Andrej Botscharow nannte keine Details zu den Schäden. Der ukrainische Generalstab bestätigte den Angriff und erklärte, nahe der Stadt Kotowo sei ein Komplex getroffen worden, in dem Öl in Pipelines zu Raffinerien und für den Export gepumpt werde. Seit Wochen: Putins Zentralbankchefin von der Bildfläche verschwunden Elwira Nabiullina gilt als Wirtschaftsexpertin Putins. Ihre Abwesenheit bei öffentlichen Terminen löst nun Spekulationen aus. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Schwedische Armee fängt zwei russische Kampfjets über der Ostsee ab Die schwedische Armee hat eigenen Angaben zufolge an zwei Orten jeweils zwei Kampfflugzeuge vom Typ JAS 39 Gripen aufsteigen lassen, um zwei russische Kampfjets abzufangen, die über der Ostsee in die Nähe des schwedischen Luftraums geflogen waren. Die beiden Vorfälle ereigneten sich am Freitag im südlichen und nördlichen Teil der Ostsee, wie die Armee am Samstag bekannt gab. Auch Kampfflugzeuge der Nato seien gestartet, "um die Sicherheit im gemeinsamen Luftraum zu gewährleisten", hieß es weiter. Der schwedische Luftraum wurde nach den Angaben der Armee durch die russischen Jets nicht verletzt. "Die russischen Vorfälle sind ernst und stellen ein wiederkehrendes Verhaltensmuster dar, das sowohl unsere territoriale Integrität als auch unsere Sicherheit bedroht", hieß es weiter. Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff in Südrussland – großer Feuerwehreinsatz Bei einem ukrainischen Drohnenangriff im Süden Russlands ist nach Angaben der Behörden ein Mensch getötet worden. "Ukrainische Drohnen haben den Bezirk Temrjuk angegriffen", erklärte der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, am Samstag in Onlinedienst Telegram. Fast hundert Menschen bemühten sich, ein durch herabfallende Drohnenteile ausgelöstes Feuer zu löschen. Bei dem Angriff wurden Hafenanlagen im Bezirk Temrjuk am Asowschen Meer beschädigt, in der Nähe der Meerenge von Kertsch, die Russland von der seit 2014 von Moskau besetzten Halbinsel Krim trennt. "Durch herabfallende Drohnentrümmer ist ein Feuer in einem Hafenbahnhof ausgebrochen", erklärte der Gouverneur weiter. Ein Mensch sei getötet und mindestens drei weitere seien nach bisherigen Informationen verletzt worden. 96 Menschen seien im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Russland: Haben 185 ukrainische Drohnen abgeschossen Russland ist am Freitag Ziel eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 185 unbemannten Fluggeräten innerhalb von zwölf Stunden. Diese seien über rund einem Dutzend Regionen abgefangen worden, vor allem in Zentralrussland. In der Region Brjansk kam nach Angaben des dortigen Gouverneurs in einem grenznahen Dorf ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person sei verletzt worden, teilte Jegor Kowaltschuk mit. Dem regionalen Einsatzstab zufolge wurden allein in der Region Brjansk 62 Drohnen zerstört. Auch die Hauptstadt Moskau wurde offenbar angegriffen. Mehrere auf die Metropole zusteuernde Drohnen seien abgewehrt worden, erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin im Kurznachrichtendienst Telegram. Fachleute untersuchten die Trümmerteile an den Absturzstellen. Nach einer Auswertung russischer Nachrichtenagenturen wurden in Moskau 27 Drohnen zerstört. Freitag, 12. Juni UN: Höchstzahl an verletzten Zivilisten in der Ukraine Die Vereinten Nationen haben in der von Russland angegriffenen Ukraine im Mai einen Höchststand an verletzten und getöteten Zivilisten innerhalb eines Monats seit April 2022 registriert. Mindestens 274 Menschen seien im Mai getötet und weitere 1.763 verletzt worden, heißt es in einem Bericht des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte. Das entspreche einem Anstieg um 93 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, wo demnach 191 Tote und 865 Verletzte registriert worden waren. Auf Angriffe mit Raketen und Drohnen gehen demnach 45 Prozent der Opfer zurück, meist in Städten fernab der Front wie Kiew und Dnipro. Nahe der Front seien Drohnen mit kurzer Reichweite die Hauptursache für zivile Opfer gewesen. Noch nie seit Kriegsbeginn seien damit so viele Menschen in einem Monat getötet (64) und verletzt (539) worden wie im Mai. Regierung der Ukraine schafft Schutzstatus für russische Sprache ab Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Freitag ein Gesetz unterzeichnet, das der russischen Sprache ihren bisherigen Schutzstatus in dem Land wieder aberkennt. "Die Sprache eines Aggressorstaates kann nicht von Schutzinstrumenten profitieren, die indigenen Völkern oder nationalen Minderheiten helfen sollen", erklärte der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk im Onlinedienst Facebook. Der Schritt sei "eine wichtige Entscheidung, um den ukrainischen Sprachraum zu schützen", fügte er hinzu. Nach der Charta der Regional- und Minderheitensprachen, die die Ukraine unterzeichnet hat und die vom Europarat überwacht wird, genoss das Russische in der Ukraine bislang besondere Rechte. Vor Beginn des Krieges gab fast ein Drittel der Ukrainer Russisch als Muttersprache an. Umfragen zufolge ist mit dem Krieg der Anteil Russisch sprechender Ukrainer zurückgegangen. So soll Putin junge Frauen gegen ukrainische Soldaten einsetzen Russland soll junge Frauen über Dating-Apps und Telegram als Spioninnen anwerben. Sie sollen ukrainische Soldaten in sogenannte Honigfallen locken und vergiften. Lesen Sie hier mehr dazu. Putin: Mehr als 700.000 Soldaten im Kriegseinsatz Die russische Armee hat nach Angaben von Kremlchef Wladimir Putin mehr als 700.000 Soldaten im Einsatz im Gebiet des Ukraine-Kriegs. Das sagte er bei einem Gespräch mit Soldaten im Kreml anlässlich des Nationalfeiertags, bei dem auch Verteidigungsminister Andrej Beloussow dabei war. Vor den Soldaten gab sich der russische Staatschef weiter siegesgewiss in dem vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Schritt für Schritt, nicht so schnell wie wir gern würden, aber wir schreiten trotzdem voran, wir schreiten jeden Tag voran", sagte Putin. Ukraine warnt: Oreschnik-Einsatz steht wohl kurz bevor Die ukrainische Luftwaffe warnt vor einem möglichen russischen Raketenangriff in den kommenden 24 Stunden. Demnach bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Russland eine ballistische Mittelstreckenrakete vom Testgelände Kapustin Jar abfeuern könnte. Von dort wurde nach ukrainischen Angaben bereits die Rakete vom Typ "Oreschnik" gestartet. Am Abend des 11. Juni war in der Ukraine wegen der Gefahr ballistischer Waffen landesweit Luftalarm ausgelöst worden. Ukrainische Beobachtungskanäle berichteten von einer möglichen Bedrohung durch Mittelstreckenraketen. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht. Russland hatte die Ukraine zuletzt in der Nacht zum 24. Mai massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Moskau dabei 90 Raketen und 600 Drohnen ein, darunter auch eine "Oreschnik". Kremlchef Wladimir Putin erklärte später, der Einsatz habe dazu gedient, die Wirkung der Rakete zu beobachten. Ukraine will wohl 20 Milliarden Euro Militärhilfe Die Ukraine strebt einem Insider zufolge weitere 20 Milliarden Dollar Militärhilfe von ihren Verbündeten an. Die Anfrage solle am kommenden Donnerstag bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im sogenannten Ramstein-Format gestellt werden, sagte der ukrainische Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Mit dem Geld wolle Kiew seinen derzeitigen Vorteil auf dem Schlachtfeld gegenüber Russland festigen. Die russischen Vorstöße haben sich in diesem Jahr verlangsamt und sind im vergangenen Monat praktisch zum Erliegen gekommen. Grund dafür sind ukrainische Drohnenangriffe auf Nachschublinien und Logistikzentren der russischen Armee. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, sagte Reuters, sein strategisches Ziel sei es, Russland mit eskalierenden Drohnenangriffen auf dessen Versorgungslinien zum Rückzug zu zwingen. Die Ukraine habe die Produktionskapazitäten und hochwertige Drohnen, um der Wirtschaft des Gegners "verheerende Schläge" zu versetzen. Kiew benötige dafür jedoch die finanziellen Mittel. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im vergangenen Monat erklärt, er wolle die verbesserte strategische Position nutzen, um noch vor dem Winter Friedensgespräche mit Russland aufzunehmen. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte jedoch vergangene Woche, seine Streitkräfte rückten weiterhin täglich vor und er sehe keine Notwendigkeit für solche Gespräche. Einigen Verbündeten solle bei dem Treffen der Ramstein-Gruppe vorgeschlagen werden, jeweils zwischen zwei und sechs Milliarden Dollar beizusteuern, um das Ziel von 20 Milliarden zu erreichen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person aus dem ukrainischen Verteidigungsministerium. Schwedische Abgeordnete warnen vor möglichem russischen Angriff auf ihr Land Verteidigungspolitiker in Schweden warnen vor russischen Militärangriffen auf das skandinavische Land oder andere Nato-Staaten schon in der näheren Zukunft. "Ein bewaffneter Angriff auf Schweden oder andere Verbündete kann nicht ausgeschlossen werden", konstatiert der Verteidigungsausschuss des schwedischen Parlaments in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Solche "militärischen Vorstöße" könne Moskau etwa ausführen, um den Zusammenhalt der Nato und die "Glaubwürdigkeit" der gegenseitigen Beistandsverpflichtung gemäß Artikel 5 auf die Probe zu stellen. Die Verteidigungspolitiker warnen, dass russische Militärangriffe bereits "in der relativ nahen Zukunft stattfinden könnten, wenn die politische Lage vom Kreml als günstig eingeschätzt wird". Ukraine nimmt russische Chemie-Anlagen ins Visier Die Ukraine hat Russland in der Nacht zu Freitag erneut mit Drohnen weit im russischen Hinterland angegriffen. Dabei wurde unter anderem die Chemiefabrik Nizhnekamskneftekhim (NKNK) in Nischnekamsk in der Republik Tatarstan rund 1.200 Kilometer hinter der Frontlinie getroffen. Ebenso eine Anlage der Firma LLC Tolyattikauchuk in der Region Samara. Beide Chemiefabriken produzieren unter anderem synthetischen Kautschuk für die Reifenherstellung. Die ukrainische Armeeführung reagiert mit ihrer Strategie, auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier zu nehmen, auf die fortwährenden russischen Attacken auf die zivile Infrastruktur in der Ukraine. Zuletzt hatte die Ukraine auch Moskau und St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. Sewastopol geht der Sprit aus Die russischen Besatzungsbehörden haben mit zunehmenden Problemen bei der Kraftstoffversorgung in Sewastopol auf der Halbinsel Krim zu kämpfen. Die Stadt war lange Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Der von Russland eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew erklärte laut dem amerikanischen Institut für Kriegsstudien (ISW), dass die Besatzungsverwaltung keine neuen QR-Codes für den Kauf von Benzin ausgeben könne. Grund dafür sei, dass Tanklastwagen Sewastopol am 9. Juni aus nicht näher genannten Gründen nicht erreichen konnten. Die Ukraine hat in den vergangenen Tagen die russischen Versorgungslinien zur Krim angegriffen. Raswoschajew hatte am 6. Juni eine Regel eingeführt, nach der Kunden für den Kauf von Benzin einen zuvor erworbenen QR-Code benötigen. Bürger können diesen QR-Code ausschließlich über den staatlich kontrollierten russischen Messenger-Dienst Max erhalten. Die Maßnahme gilt für das von Russland besetzte Sewastopol. Verletzte bei Angriffen in russischer Region Bei ukrainischen Angriffen auf die russische Grenzregion Brjansk ist die Zahl der Verletzten nach Angaben der örtlichen Behörden auf zehn gestiegen. Unter den Verletzten sei auch ein fünfjähriger Junge, teilte der amtierende Gouverneur der Region, Jegor Kowaltschuk, auf Telegram mit. Zwei Menschen waren bei dem Angriff ums Leben gekommen. Auch in der Ukraine gibt es Opfer durch russische Drohnenangriffe: In der nordöstlichen Oblast Sumy wurde eine 44-jährige Frau getötet und eine 33-Jährige schwer verletzt, wie der dortige Gouverneur Oleh Hryhorow mitteilte. In der südukrainischen Stadt Mykolajiw wurden den örtlichen Behörden zufolge drei weitere Menschen verletzt. Donnerstag, 11. Juni Ukraine warnt Landsleute in besetzten Gebieten Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Vor diesem Hintergrund hat der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagte Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Dafür nannte er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen. "Deswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben", sagte der Gouverneur. Er veröffentlichte Kontakte von Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen, die Ukrainern bei der Ausreise aus den besetzten Gebieten helfen können. Europäische Diplomaten treffen russischen Vize-Außenminister Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben bei einem Treffen im russischen Außenministerium nach eigenen Angaben den jüngsten Aufruf ihrer Länder und Kiews zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs dargelegt. Dabei sei es auch um die Unterstützung der Aufforderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine unter Beteiligung der USA und Europas gegangen, hieß es in einer Mitteilung nach dem Treffen. Die Botschafter trafen demnach den stellvertretenden russischen Außenminister Michail Galusin. Bundeskanzler Friedrich Merz , der britische Premier Keir Starmer , der französische Präsident Emmanuel Macron und Selenskyj hatten sich am Sonntag in London getroffen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin riefen sie Kremlchef Wladimir Putin zu einer sofortigen Waffenruhe und Verhandlungen über ein Ende des vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Kriegs gegen die Ukraine auf. Das russische Außenministerium teilte nach dem Gespräch mit, dass den Diplomaten eine "objektive Einschätzung der destruktiven Politik ihrer Führungen" zum Ukraine-Krieg dargelegt worden sei. Diese Politik ziele darauf, Kiew zur Fortsetzung des Kriegs anzutreiben auf Kosten und mithilfe der Koalition der Willigen, hieß es in der Mitteilung. Ukraine sieht Lage in Kostjantyniwka kritisch Die Lage für die Verteidiger der Stadt Kostjantyniwka bei Kramatorsk im Osten der Ukraine hat sich weiter verschlechtert. "Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer Halbeinkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist", sagte Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske. Die russische Armee versuche die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. "Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert". Ukrainische Lagekarten bestätigen die Umfassung der stark zerstörten Stadt von drei Seiten. Zuvor hatten auch andere ukrainische Militärs die Lage als sehr schwierig geschildert. Die Führung in Kiew sprach zuletzt vor allem international davon, den russischen Vormarsch aufgehalten und Gebiete zurückerobert zu haben. Doch selbst ukrainische Karten zeigen ein Vorrücken russischer Truppen, wenn auch langsamer als noch in den Wintermonaten. Beobachter gehen davon aus, dass Kostjantyniwka noch in den Sommermonaten fallen könnte. Von den größeren Städten im Gebiet Donezk blieben dann nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter ukrainischer Kontrolle. Alle vier Städte sind Teil des sogenannten Festungsgürtels im Donbass. Atomkraftwerk Saporischschja erneut von äußerer Stromversorgung abgeschnitten Das russisch kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine ist durch einen Angriff in der Nacht zum Donnerstag erneut von der Stromversorgung von außen abgeschnitten worden. Ein Reserveumspannwerk sei getroffen worden, erklärte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien im Onlinedienst X. Der Ausfall ereignete sich zu dem Augenblick, als Reparaturen an der Hauptleitung vorgenommen werden sollten, die seit dem 24. März vom Netz getrennt ist. Der Vorfall zeige einmal mehr die "anhaltenden Gefahren für die nukleare Sicherheit in Kriegszeiten", erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi. Er rief zu "militärischer Zurückhaltung" auf, um ein Atomunglück zu vermeiden. Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte Europas. Es befindet sich seit März 2022 in russischer Hand und liegt nahe der Front. Die sechs Reaktoren sind abgeschaltet, die Anlage braucht jedoch weiterhin Elektrizität für ihre Kühl- und Sicherheitssysteme. Das Kraftwerk wurde schon mehrfach von seiner äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Während solcher Ausfälle ist das Kraftwerk auf Notstromdieselgeneratoren angewiesen, um das Kühlsystem seiner Reaktoren zu versorgen. Drohnenangriff trifft offenbar letzte Krim-Verbindung zur Ukraine Bei einer nächtlichen Drohnenattacke sind auf der besetzten Krim nach russischen und ukrainischen Berichten mehrere Brücken beschädigt worden. Betroffen war demnach auch eine Straßenbrücke bei Armjansk im Norden der Halbinsel. Die Angriffe begannen laut russischen Telegram-Kanälen gegen Mitternacht und dauerten mehrere Stunden an. In Armjansk soll die Flugabwehr Drohnen bekämpft haben. Anschließend berichteten Telegram-Kanäle von Treffern auf eine Straßenbrücke sowie von brennenden Lastwagen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht. Nach Berichten russischer und ukrainischer Medien wurde zudem eine weitere Brücke bei Krasnoperekopsk beschädigt. Beide Orte liegen nahe der Landverbindung zwischen der Krim und dem von Russland besetzten Teil der Ukraine. Der Verkehr dürfte dadurch weiter erschwert werden. Der von Russland eingesetzte Gouverneur der Halbinsel, Wladimir Saldo, bestätigte sowohl Angriffe als auch Schäden an den Brücken. Halbinsel fast ohne Versorgung: Die Krim wird zur Falle Außerdem wurden Explosionen aus Sewastopol und Simferopol gemeldet. In Sewastopol soll es unter anderem im Bereich der Kosakenbucht Einschläge gegeben haben. In Simferopol berichteten Kanäle von einem Brand nach den Explosionen. Erst am Vortag hatte das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation erklärt, die strategisch wichtige Tschonhar-Brücke zwischen der Krim und dem besetzten Teil der Region Cherson sei vollständig zerstört worden. Die nun gemeldeten Schäden bei Armjansk betreffen damit offenbar die letzte größere Landverbindung der Halbinsel zur Ukraine. Studie: Russische Kriegswirtschaft stößt an ihre Grenzen Gut vier Jahre nach dem Überfall auf die Ukraine zeigt die russische Wirtschaft einer Studie zufolge deutliche Anzeichen struktureller Erschöpfung. Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds seien von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Kriegsbeginn auf aktuell 1,8 Prozent gesunken, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Stockholm Institute of Transition Economics. Gleichzeitig habe das Defizit des Bundeshaushalts bereits in den ersten drei Monaten das für das gesamte Jahr angestrebte Ziel der Regierung überschritten. Die Öl- und Gaseinnahmen wiederum seien im ersten Quartal um 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Die fiskalischen Reserven seien weitgehend aufgebraucht. Das Wachstum sei zum Stillstand gekommen. "Gleichzeitig dürften höhere Ölpreise infolge des Krieges am Golf vermutlich nur vorübergehende fiskalische Effekte haben", betonte Schularick. Der Studie zufolge steht Russland nicht nur vor finanziellen Herausforderungen. Der Kreml stütze sich zunehmend auf außerbudgetäre Finanzierungen, eine rasche Kreditausweitung und indirekte Hilfen durch das Bankensystem, um die Militärausgaben aufrechtzuerhalten. Seit Kriegsbeginn sei die Verschuldung russischer Unternehmen dramatisch gestiegen, da Banken Ressourcen in kriegsbezogene Sektoren lenkten. Russische Raffinerie nach ukrainischem Angriff in Brand Die südrussische Region Krasnodar ist örtlichen Behörden zufolge Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Die Behörden teilten mit, dass infolge des Angriffs in der Afipsky-Raffinerie ein Feuer ausgebrochen ist. Zudem sei in der Gegend um Afipsky eine Gaspipeline beschädigt worden. Polen und Deutschland streiten über EU-Gelder für die Ukraine Deutschland will die gesamten 6,6 Milliarden Euro (7,7 Milliarden Dollar) an kürzlich in der EU wieder freigegebenen Mitteln aus der Europäische Friedensfazilität an die Ukraine geben, aber Polen erhebt dagegen Einspruch. "Dieses Geld ist unser Geld", sagte der polnische Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk am 10. Juni in einem Interview mit dem polnischen Radiosender RMF 24. Der Streit betrifft 6,6 Milliarden Euro, die im Rahmen der EPF für die Ukraine vorgesehen sind. Dieser Geldtopf wird direkt durch Beiträge der EU-Mitgliedstaaten finanziert. Die EPF-Mittel können verwendet werden, um Staaten die Kosten für Militärhilfe und Friedenseinsätze zu erstatten und der Ukraine direkt Mittel zur Selbstverteidigung bereitzustellen. Deutschland – das den größten Anteil an der EPF finanziert – setzt sich dafür ein, dass das gesamte 6,6-Milliarden-Euro-Paket an die Ukraine geht. "Sämtliche Rückflüsse aus der Fazilität, die nicht unmittelbar genutzt werden, sollen dennoch zur Unterstützung der Ukraine eingesetzt werden", machte der deutsche Verteidigungsstaatssekretär Sebastian Hartmann in seinem Appell an die europäischen Partner deutlich. "Die Europäische Friedensfazilität ist als Solidaritätsmechanismus konzipiert", erklärte das Bundesverteidigungsministerium laut "Kyiv Independent" in einer Stellungnahme. MBDA und ukrainische Rüstungsfirma beschließen Partnerschaft Das Rüstungsunternehmen Ukrainian Armor und der europäische Konzern MBDA haben eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung von Deep-Strike- und Anti-Drohnen-Systemen begonnen, wie MBDA in einer am 10. Juni veröffentlichten Mitteilung bekannt gab. MBDA ist ein europäischer multinationaler Rüstungskonzern, der komplexe Waffensysteme produziert, darunter den deutschen Marschflugkörper Taurus mit großer Reichweite. Ukrainian Armor und MBDA unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Die Unterzeichnung stelle den ersten Schritt einer strategischen Partnerschaft zur Entwicklung von reichweitenstarken Waffen und Anti-Drohnen-Fähigkeiten dar. Die Absichtserklärung wurde von Vladyslav Belbas, dem CEO von Ukrainian Armor, und Thomas Gottschild, dem Geschäftsführer von MBDA Deutschland, unterzeichnet. Sie legt einen Rahmen für eine "langfristige Zusammenarbeit" zwischen den Unternehmen fest, die gemeinsame Initiativen und den Austausch von Know-how umfasst. Mittwoch, 10. Juni Drohnenangriffe auf Russland – Historisches Museum getroffen Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland ist auf der annektierten Halbinsel Krim ein historisches Museum in Sewastopol getroffen worden. Das Dach des Museums, das an den Krimkrieg von 1853 bis 1856 erinnert, geriet in Brand, wie die örtlichen Behörden am Mittwoch mitteilten. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht. Wegen der zunehmenden Luftangriffe schränkten die Behörden den nächtlichen Zugverkehr auf der Krim ein. Zuvor war in dieser Woche bei einem Drohnenangriff ein Bahnarbeiter getötet und ein Lokführer verletzt worden. Deutschland unterstützt Initiative für Ukraine mit 300 Millionen Euro Im Zuge des Antrittsbesuchs des tschechischen Verteidigungsministers Jaromir Zuna in Berlin hat der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius verkündet, eine tschechische Initiative zur Beschaffung von Artilleriemunition für die Ukraine zu unterstützen. Deutschland werde das Vorhaben mit 300 Millionen Euro unterstützen, laut Pistorius entspräche das etwa dem Wert von 50.000 Schuss der Langstreckenmunition. Laut dem tschechischen Verteidigungsministerium wurden in der Vergangenheit bereits rund drei Millionen Artilleriegranaten an die Ukraine geliefert. Russland: Drohnenangriff auf Stadt mit Ölraffinerie Die russische Stadt Nowokuibyschewsk in der Region Samara wird nach Angaben des Regionalgouverneurs Wjatscheslaw Fedorischew von Drohnen angegriffen. Der staatliche Ölkonzern Rosneft betreibt in dem Gebiet die Ölraffinerie Nowokuibyschewsk. Der Luftraum über Samara sei gesperrt worden, schreibt Fedorischew auf Telegram, ohne weitere Details zu nennen. Autobombe bei Moskau: Spekulationen um getöteten General Unweit der russischen Hauptstadt Moskau ist ein Mann durch eine Autobombe getötet worden. Die Explosion fand nach Angaben des Staatlichen Ermittlungskomitees gegen 5.30 Uhr Ortszeit (4.30 Uhr MESZ) in einem fahrenden BMW statt. Es sei ein Verfahren eingeleitet worden, wobei offen gelassen wurde, in welche Richtung ermittelt wird. Informationen der Tageszeitung "Kommersant" nach wurde die Bombe aus bis zu einem halben Kilogramm Sprengstoff unter dem Boden des Wagens angebracht. Mehr dazu lesen Sie hier. Dienstag, 9. Juni Bulgarien will keine Waffen mehr an Ukraine liefern Bulgarien will keine Waffen mehr an die Ukraine liefern und fordert Verhandlungen zwischen den Regierungen in Kiew und Moskau. Das kündigte der neue Verteidigungsminister Dimitar Stojanow an, wie die Nachrichtenagentur BTA berichtet. "Es ist nicht geplant, dass die bulgarische Seite der ukrainischen Armee weitere Waffen liefert", sagte er. Es sei an der Zeit, einen gerechten Frieden zu suchen, der von beiden Kriegsparteien bestimmt werde. Das Nato- und EU-Mitglied lieferte der Ukraine 2024 und 2025 unter anderem Panzerabwehrraketen, gepanzerte Fahrzeuge und Haubitzen. Noch 2022 und 2023 hatte Bulgarien offiziell keine Waffen und Munition in die Ukraine geliefert, sondern hauptsächlich an europäische Zwischenhändler. Die neue Regierung unter dem ehemaligen Präsidenten Rumen Radew wurde im vergangenen Monat vereidigt. Radew war als pro-russisch bekannt, sicherte nach seiner Vereidigung aber zu, eine pro-europäische Politik zu verfolgen. Russland rationiert Benzin auf der Krim Die ukrainischen Angriffe auf die russische Öl- und Treibstoffinfrastruktur zeigen Wirkung. Bereits am Wochenende hatte Russland erstmals Probleme bei der Kraftstoffversorgung eingeräumt. Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim gelten inzwischen deutliche Einschränkungen beim Tanken. Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) erhalten Autofahrer nur noch 20 Liter Benzin und müssen dafür einen persönlichen QR-Code nutzen. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, bestätigte das Verfahren auf Telegram. Demnach wird der QR-Code über die staatlich kontrollierte Messenger-App "Max" ausgegeben und ist jeweils einem bestimmten Fahrzeug zugeordnet. Raswoschajew erklärte zudem, die Maßnahme solle Hamsterkäufe, Spekulationen und lange Warteschlangen an Tankstellen verhindern. Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim Die ukrainische Armee attackiert weiter eine wichtige Straßenverbindung auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim. Die Brücke von Tschonhar sei die zweite Nacht in Folge durch Drohnenangriffe beschädigt worden, teilte der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, auf Telegram mit. Die Brücke sei für den Verkehr gesperrt. Saldo riet Autofahrern, auf die längere Straße über Perekop auszuweichen. Die Angriffe auf die Brücke zählen zu einer seit Mai laufenden Operation der Ukrainer, die für Russland militärisch bedeutende Krim abzuriegeln. Die russische Armee nutzt die Halbinsel für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung ihrer Einheiten in der Südukraine. Allerdings ist die Krim nur über drei Straßen erreichbar - die Strecken über Perekop und Tschonhar im Norden sowie über die neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten. Für Treibstofftransporte per Bahn oder Lastwagen ist die Brücke von Kertsch allerdings zu unsicher. Mehrere Fähren, die von Russland zur Krim kursierten, hat die Ukraine ausgeschaltet. Moskau hat entlang des Asowschen Meeres eine neue Straße zur Versorgung der Krim gebaut. Doch auch dort spüren ukrainische Drohnen mittlerer Reichweite Militär- und Treibstoff-Lkws auf und zerstören sie. Auf der 2014 annektierten Halbinsel, die für Russland zugleich ein wichtiges Feriengebiet ist, musste Treibstoff bereits rationiert werden. Moskauer Gericht bestätigt Haftstrafe gegen Satiriker Tilly Ein Berufungsgericht in Moskau hat die Strafe gegen den wegen seiner Karnevalswagen zu achteinhalb Jahren Haft verurteilten Satiriker Jacques Tilly bestätigt. Richter Wladimir Ussow verlas am Vormittag die Entscheidung des dreiköpfigen Kollegiums darüber, dass die Beschwerde der Verteidigung gegen das Urteil abgewiesen und das Strafmaß bestätigt sei. Pflichtverteidigerin Natalja Dudkina begründete das Revisionsverfahren vor Gericht damit, dass während der Ermittlungen Tillys Schuldfähigkeit nicht durch ein psychiatrisches Gutachten geprüft worden sei. In ihrem Plädoyer Anfang April hatte sie Freispruch für Tilly aus Mangel an Beweisen beantragt. Russland: EU wohl noch lange nicht bereit zu Vermittlung Die Europäische Union ist nach Einschätzung Russlands wahrscheinlich noch lange nicht bereit, als Vermittler eines Friedens mit der Ukraine zu fungieren. Die EU scheine sich eher darauf zu konzentrieren, den Krieg zu verlängern, sagte der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, vor der Presse. Er antwortete auf die Frage, ob die EU als Vermittler eingreifen könnte, da die von den USA geführten Verhandlungen auf Eis lägen. "Zunächst einmal ist es wahrscheinlich unlogisch und falsch, Vermittlungsbemühungen damit zu beginnen, Russland bestimmte Bedingungen zu stellen", erklärte Peskow. "Und das ist für uns natürlich inakzeptabel." Russland greift Ukraine mit 166 Drohnen und zwei Raketen an Russland hat die Ukraine in der Nacht auf Dienstag nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit zwei gelenkten Luft-Boden-Raketen vom Typ X-59/69 sowie 166 Drohnen und Drohnen-Attrappen angegriffen. Zum Einsatz gekommen seien unter anderem Shahed-Drohnen, Gerbera- und Italmas-Drohnen sowie "Parodia"-Attrappen. Die Angriffe seien aus mehreren Regionen Russlands sowie von den besetzten Gebieten in der Ostukraine und auf der Krim gestartet worden. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, dass bis 8 Uhr morgens 146 feindliche Drohnen abgeschossen oder durch elektronische Kampfführung unschädlich gemacht worden seien. Gleichzeitig seien zwei Raketeneinschläge und Treffer von 17 Angriffsdrohnen an insgesamt 18 Orten registriert worden. An acht weiteren Orten seien Trümmer abgeschossener Drohnen niedergegangen. Russland: Sind mit Belarus notfalls zu Atomwaffeneinsatz bereit Russland und Belarus sind zur "Gewährleistung ihrer Sicherheit" nach russischen Angaben jederzeit bereit, alle verfügbaren Mittel, einschließlich Atomwaffen, einzusetzen. Dies sagte der russische Vize-Außenminister Michail Galusin der Zeitung "Iswestija". Russland unterhalte eine militärische Präsenz in Belarus und beide Länder nähmen regelmäßig gemeinsame Bereitschaftsprüfungen vor, erklärte er weiter. Man bleibe in ständiger Bereitschaft, um die "Sicherheit" des aus beiden Ländern bestehenden Unionsstaates zu gewährleisten. Selenskyj: Gespräch mit US-Gesandten Witkoff und Kushner Kurz nach seinem Treffen mit europäischen Partnern hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über eine Auffrischung der diplomatischen Initiativen für eine Beendigung des Ukraine-Kriegs gesprochen. Er danke Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, und dem Sondergesandten Witkoff für ihre Bereitschaft, in den kommenden Wochen so aktiv wie möglich an einer Wiederbelebung der Diplomatie für ein Ende des russischen Angriffskriegs zu arbeiten. Das schrieb Selenskyj in einem Beitrag in den sozialen Medien. In dem Telefonat, das er bei einem Zwischenstopp am Flughafen Chisinau in der Republik Moldau führte, ging es demnach auch um Perspektiven im Kontext des anstehenden G7-Gipfels in Frankreich und "anderen Ereignissen im Juni". Am Sonntag hatten sich Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und Selenskyj in London getroffen und Russland zu einem Waffenstillstand und Verhandlungen aufgerufen. Selenskyj hatte in der vergangenen Woche vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern in die Ukraine bedauert. Angekündigt hatte er sie bereits für Mitte April. In dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hatten zuletzt die USA vermittelt. Ukraine: Drei Tote bei russischem Angriff auf Region Charkiw Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Tschuhujiw in der nordöstlichen ukrainischen Region Charkiw wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte seien im Einsatz, um ein Feuer zu löschen, teilt Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Montag, 8. Juni Kreml gibt Versorgungsprobleme zu Eine Zunahme von Luftangriffen auf russische Energie- und Treibstoffanlagen beeinträchtigt die Treibstoffversorgung in mehreren südlichen Regionen des Landes. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Energieministerium. Nato-Kampfflugzeuge fangen Drohne über Lettland ab Nato-Kampfjets haben über Lettland eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war. Dies teilten die Streitkräfte des an Russland und Belarus grenzenden Landes mit. Nach Armeeangaben soll es sich dabei um ein ausländisches Flugobjekt gehandelt haben, das infolge "russischer elektromagnetischer Kriegsführung" in den lettischen Luftraum eingedrungen war. Nähere Angaben zur Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst nicht. Im Nato- und EU-Staat Lettland hatten die Behörden zuvor die Bewohner mehrerer Regionen im Osten des Landes über eine mögliche Bedrohung des Luftraums informiert. In zwei davon wurde die Bevölkerung aufgefordert, Schutz zu suchen. Der Alarm wurde nach dem Abschuss der Drohne aufgehoben. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in Lettland gegeben. Pannen bei der Luftabwehr hatten im Mai zum Rücktritt der Regierung geführt. Ukrainische Armee greift Zug auf der Krim an Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Zug auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben ein Mensch getötet. Der Assistent des Lokführers sei ums Leben gekommen und der Lokführer sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf Telegram mit. Die Passagiere des Zuges, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, blieben unversehrt. Zudem heulten in der russischen Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer örtlichen Behörden zufolge die Luftalarmsirenen wegen möglicher Drohnenangriffe. Ukraine greift wohl russische Öllager an Nach einem ukrainischen Drohnenangriff brennt offenbar ein russisches Öldepot in der Nähe von Noworossijsk am Schwarzen Meer. Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken zeigen dichten schwarzen Rauch, der aus dem Gebiet des Öldepots Gruschewaja Balka aufsteigt. Das Depot dient als größte Öllagerstätte im Kaukasus mit einer angegebenen Kapazität von 1,2 Millionen Tonnen Treibstoff, schreibt "Kyiv Independent". Der Zeitung zufolge soll auch ein weiteres Öllager auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim getroffen worden sein. In einem Öllager des Krim-Tankstellenkonzerns Atan sei ein Brand "mittleren Ausmaßes" ausgebrochen. In den vergangenen Wochen kam es auf der besetzten Krim zu Treibstoffknappheit. Ukraine: Fünf Tote bei russischen Angriffen in Region Saporischschja Bei russischen Angriffen auf die südostukrainische Region Saporischschja sind nach Angaben der örtlichen Behörden fünf Menschen getötet worden. Zudem seien 14 Personen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Russland habe das Gebiet mit Luftangriffen und Artillerie beschossen. Dabei seien Infrastruktur, Wohngebäude und Autos beschädigt worden. Selenskyj bittet Großbritannien um weitere Luftabwehrraketen Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den britischen Premierminister Keir Starmer über den Bedarf an zusätzlichen Raketen für die Luftabwehr seines Landes informiert. Bei einem Gespräch am Sonntag hätten die beiden Politiker zudem ihre Positionen vor den anstehenden Gipfeln der G7 und der Nato sowie vor Treffen der sogenannten Koalition der Willigen abgestimmt, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Ein weiteres Thema sei der Schutz der ukrainischen Energieinfrastruktur und die Vorbereitung auf den kommenden Winter gewesen. Sonntag, 7. Juni Europäer drängen auf neue Verhandlungen mit Russland Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die stockenden Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs wieder in Gang bringen. Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Keir Starmer kamen am Sonntagabend in der Londoner Regierungszentrale Downing Street Nr. 10 zusammen, um über weitere Unterstützung für die Ukraine und die Chancen für Verhandlungen mit Russland zu beraten. Später sollte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hinzukommen. Hier lesen Sie mehr. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier .
