Düsseldorf: Rheinbahn verschärft Sicherheitsmaßnahmen nach Unfallserie
Die Rheinbahn verschärft nach mehreren Unfällen ihre Sicherheitsvorkehrungen deutlich – jedoch nicht ohne Konsequenzen für die Fahrgäste. Nach mehreren Entgleisungen und Unfällen will die Rheinbahn ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärfen. Das Düsseldorfer Verkehrsunternehmen kündigte zusätzliche Sofortmaßnahmen sowie eine unabhängige Überprüfung seiner Sicherheitsorganisation an. Bereits im vergangenen Jahr habe die Rheinbahn mit der "Sicherheitsstrategie 2030" einen Rahmen geschaffen, um das Thema Sicherheit systematisch weiterzuentwickeln. Die jüngsten Ereignisse führten nun dazu, dass bereits laufende Maßnahmen beschleunigt und erweitert würden, teilte das Unternehmen mit. Unfall mit 30 Verletzten: Rheinbahn äußert sich zum Hergang Erneute Rheinbahn-Kollision: Auto kracht in Stadtbahn – Feuerwehr befreit Fahrerin Rheinbahn-Vorständin: "Die aktuellen Ereignisse nehmen wir sehr ernst" Zu den kurzfristigen Maßnahmen zählen unter anderem ein Begegnungsverbot an sogenannten spitzbefahrenen Weichen sowie zusätzliche Kontrollen vor Ort. Außerdem sollen für besonders risikobehaftete elektrische Weichen sogenannte Vorzugslagen eingeführt werden. Auch Melde- und Informationsprozesse bei Ausfällen von Weichensteuerungen und Weichensignalen sollen erweitert werden. Hinzu kommen intensivere Schulungen und Unterweisungen sowie eine stärkere Begleitung von Fahranwärterinnen und Fahranwärtern im ersten Einsatzjahr. Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe erklärte, die Sicherheit von Fahrgästen und Mitarbeitenden habe höchste Priorität. "Die aktuellen Ereignisse nehmen wir sehr ernst. Deshalb beschränken wir uns nicht darauf, einzelne Vorfälle aufzuarbeiten", sagte sie. Wer aus Unfällen lernen wolle, müsse das gesamte Sicherheitssystem hinterfragen. Es gehe nicht nur darum, menschliche Fehler zu betrachten. Entscheidend sei auch, ob Technik und Organisation solche Fehler auffangen könnten. "Alles kommt auf den Prüfstand – von Technik und Infrastruktur über Betrieb und Ausbildung bis hin zu Organisation und Sicherheitskultur", so Grabbe. Nach Angaben der Rheinbahn können die zusätzlichen Maßnahmen Auswirkungen auf den Betrieb haben – punktuell auch auf die Pünktlichkeit. Grabbe betonte: "In der aktuellen Situation gilt ein klarer Grundsatz: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit." Rheinbahn: Drei unabhängige Untersuchungen in Auftrag gegeben In den kommenden Wochen will die Rheinbahn zudem drei unabhängige externe Untersuchungen beauftragen. Dabei sollen die Betriebs- und Sicherheitsorganisation, technische Sicherungs- und Unterstützungssysteme sowie sogenannte Human Factors überprüft werden. Letzteres umfasst unter anderem betriebliche Belastungssituationen, Entscheidungsverhalten, Ausbildung, Fahrerassistenz und die Schnittstellen zwischen Mensch und Technik. Ziel sei es, technische, organisatorische und menschliche Einflussfaktoren auf die Betriebssicherheit unabhängig bewerten zu lassen und daraus weitere konkrete Verbesserungen abzuleiten. Taskforce soll Entgleisungs- und Unfallereignisse analysieren Zur schnelleren Umsetzung hat die Rheinbahn außerdem eine bereichsübergreifende "Taskforce Sicherheitssteuerung" eingerichtet. Sie soll die Maßnahmen priorisieren, ihre Umsetzung koordinieren und ihre Wirksamkeit kontrollieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse aller Entgleisungs- und Unfallereignisse seit November 2025. Dabei sollen mögliche Muster, technische und betriebliche Zusammenhänge sowie systemische Ursachen identifiziert werden. "Unser Ziel ist klar: Risiken frühzeitig erkennen, wirksame Sicherheitsbarrieren aufbauen und die Robustheit unseres Gesamtsystems nachhaltig erhöhen", sagte Grabbe. Die Rheinbahn kündigte an, die Ergebnisse der Untersuchungen transparent aufzuarbeiten und die nötigen Konsequenzen zu ziehen.
