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Staatliche E-Auto-Prämie: Hersteller streichen Rabatte

Mehr Förderung, weniger Rabatte. Ein Autoexperte warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der E-Auto-Prämie. Privatpersonen, die auf ein neues E-Auto, einen Plug-in-Hybrid oder ein Fahrzeug mit Range Extender umsteigen, können über das E-Auto-Förderportal des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse zwischen 1.500 und 6.000 Euro beantragen. Die Förderung soll den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland vorantreiben und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern. Gleichzeitig unterstützt sie die heimische Autoindustrie. Doch genau hier sieht Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (Car) ein Problem. Der Autoexperte kritisiert, dass die staatliche Förderung für Elektro-Neuwagen derzeit in die falsche Richtung wirke. Weniger Rabatt trotz Förderung: Hersteller testen ihre Spielräume Bereits im April zeichnete sich laut Car-Autoreport ab, dass die Autobauer ihre Rabatte auf Elektroautos zurückfahren. Im Mai setzte sich dieser Trend fort. Die Hersteller würden offenbar testen, wie viel Kunden trotz staatlicher Förderung bereit sind zu zahlen, heißt es im Report. Die Folge: Der Preisabstand zwischen Elektroautos und Verbrennern wächst wieder – obwohl die Förderung eigentlich das Gegenteil bewirken soll. Während Käufer im Januar auf die 20 meistverkauften Elektroautos im Durchschnitt noch 19,5 Prozent Rabatt erhielten, sank dieser Wert bis Mai schrittweise auf 18,6 Prozent. Seit Januar gewährt der Staat Förderprämien von bis zu 6.000 Euro für neu zugelassene Elektrofahrzeuge. Die Anträge können allerdings erst seit Mai gestellt werden. Dolphin kommt als "Super Hybrid": BYD greift Toyota im Kleinwagensegment an Elektro-Sportwagen Luce: Ferrari bringt seinen ersten Fünfsitzer E-Autos entfernen sich preislich wieder vom Verbrenner Nach Angaben des Car-Reports hat sich der Preisabstand zwischen Elektroautos und Neuwagen mit Verbrennungsmotor um 147 Euro auf 1.971 Euro erhöht. Seit Dezember ist die Differenz damit um insgesamt 643 Euro gestiegen. Für Dudenhöffer ist das ein bemerkenswerter Wert. Seit Dezember werde schließlich intensiv über die Elektroprämie diskutiert. Sein Fazit fällt deutlich aus: "Man könnte auch sagen, durch die Prämie werden die Elektroautos teurer statt preisgünstiger." Zwar profitierten Käufer unmittelbar von der Förderung. Gleichzeitig steige aber das allgemeine Marktpreisniveau für Elektroautos. Nach Einschätzung des Autoexperten habe die staatliche Förderung damit den positiven Trend des vergangenen Jahres gestoppt, durch den Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern attraktiver geworden seien. Dudenhöffer warnt zudem vor den Folgen nach dem Auslaufen der Förderung. Dann könnte es deutlich schwieriger werden, wieder zu den früheren und aus seiner Sicht attraktiveren Preisabständen zwischen Elektroautos und Verbrennern zurückzukehren. Nicht alle Hersteller profitieren gleichermaßen Besonders sichtbar wird dieser Effekt laut Car-Report bei Marken wie BYD , Cupra, Hyundai, Opel und Kia. Sie haben ihre Rabatte bei den 25 wichtigsten Modellen in den vergangenen drei Monaten leicht reduziert. Im Mai strich zudem Tesla seine eigene Förderung von 3.000 Euro für das Model Y. Anders sieht es bei vielen deutschen Premiumherstellern aus. Mit Ausnahme von Mercedes halten sie laut Report an vergleichsweise hohen Rabatten fest oder haben diese sogar leicht erhöht. Dudenhöffer sieht darin einen weiteren problematischen Effekt der staatlichen Förderung. Deutsche Premiumanbieter würden auf dem deutschen Markt benachteiligt. Das sei auch deshalb bemerkenswert, weil ein großer Teil ihrer Elektroautos in Deutschland produziert werde. Die Förderprämie benachteilige damit "in Deutschland generierte industrielle Wertschöpfung", so der Autoexperte. Dudenhöffers Fazit: Der Markt gewöhnt sich an staatliches Geld Vor allem bei Volumenherstellern zeigt sich laut Car-Report, dass die E-Auto-Prämie durch niedrigere Herstellerrabatte teilweise aufgezehrt wird. Dadurch wächst die Gefahr, dass sich der Markt an die staatliche Unterstützung gewöhnt. Dudenhöffer warnt, die Prämien könnten die Kräfteverhältnisse im Automarkt dauerhaft verschieben. Ohne staatliche Förderung könnten Elektroautos künftig sogar teurer werden als vor der Einführung der Zuschüsse. Das wäre aus seiner Sicht ein unerwünschter Nebeneffekt eines Förderprogramms, für das insgesamt drei Milliarden Euro an Steuergeldern vorgesehen sind. Zudem gehe ein Teil der Förderung an den deutschen Premiumherstellern und damit auch an den damit verbundenen Arbeitsplätzen vorbei.