Citroën 2CV: "Ente" als E-Auto – für unter 15.000 Euro
Die legendäre "Ente" wird zum Stromer und soll weniger als 15.000 Euro kosten. Der französische Hersteller Citroën gab nun Details zu dem neuen 2CV bekannt. Die Ente kehrt zurück – und diesmal fährt sie elektrisch. Citroën hat die Neuauflage des 2CV angekündigt und damit eine der bekanntesten Modellbezeichnungen der europäischen Automobilgeschichte wiederbelebt. Der neue Kleinwagen soll weniger als 15.000 Euro kosten und ab 2028 auf den Markt kommen. Vorgestellt wurde das Projekt bei einer Investorenkonferenz des Stellantis-Konzerns im US-Bundesstaat Michigan . Citroën-Chef Xavier Chardon sagte, der neue 2CV soll vollständig in Europa gebaut werden. Ziel sei ein "echtes Volksauto", das Elektromobilität erschwinglicher machen solle. Mehrere Fachmedien berichten wie "Motor1" zudem, dass die neue Ente bereits 2026 auf dem Pariser Autosalon gezeigt werden könnte. Produziert werden soll das Modell offenbar im italienischen Pomigliano d’Arco bei Neapel. Kulleraugen inklusive Auch optisch soll sich der neue 2CV deutlich am historischen Vorbild orientieren. Erste Teaserbilder und Darstellungen zeigen runde Scheinwerfer, markante Radhäuser (allerdings keinen geschlossenen hinteren Radausschnitt) und die charakteristische gewölbte Frontpartie. Damit folgt Citroën einem Trend, auf den zuletzt auch Renault mit dem neuen R5 oder Fiat mit dem 500 gesetzt haben: bekannte Modelle mit Retro-Design neu aufzulegen. Auch beim Preis eine Anlehnung ans Original Der ursprüngliche 2CV wurde 1948 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Entwickelt wurde das Auto ursprünglich als besonders günstiges Fahrzeug für die ländliche Bevölkerung Frankreichs. Die Vorgabe an die Ingenieure war schlicht: Das Auto sollte zwei Bauern und einen Sack Kartoffeln über schlechte Straßen transportieren können – möglichst sparsam und einfach konstruiert. Genau diese Einfachheit machte den Wagen später berühmt. Der 2CV hatte zunächst nur 9 PS, ein Stoffdach und eine betont einfache Technik. Trotzdem entwickelte sich das Modell zu einem der erfolgreichsten Autos von Citroën. Mehr als fünf Millionen Fahrzeuge wurden gebaut, ehe die Produktion 1990 endete. Mit der Zeit bekam die Ente aber auch eine kulturelle Bedeutung. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde der kleine Citroën zum Gegenentwurf zum klassischen Statusauto. Studenten, Künstler und Umweltbewegte entdeckten das minimalistische Fahrzeug für sich. Der 2CV stand für Pragmatismus, günstige Mobilität und ein bewusst einfaches Leben – lange bevor Begriffe wie Nachhaltigkeit oder Minimalismus populär wurden. Bis heute taucht das Modell regelmäßig in Filmen, Comics und der Popkultur auf. Selbst James Bond fuhr in "In tödlicher Mission" eine Ente. In Frankreich gilt der Wagen vielen bis heute als Symbol für eine andere Form von Mobilität. Großer Umbau bei Stellantis Die Neuauflage ist Teil eines umfassenden Konzernumbaus bei Stellantis. Der Mutterkonzern von Citroën, Peugeot, Fiat und Opel kündigte Investitionen von mehr als 60 Milliarden Euro an. Geplant sind mehr als 60 neue Modelle und zahlreiche Elektroautos. Konzernchef Antonio Filosa setzt dabei stärker auf günstigere Plattformen und Kooperationen mit anderen Unternehmen. Unter anderem soll ein neues Opel-SUV in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Leapmotor entwickelt werden. Künftig will Stellantis nach eigenen Angaben auch Fahrzeuge für andere Hersteller produzieren. Ein Schwerpunkt der neuen Strategie liegt auf erschwinglichen Elektroautos aus europäischer Produktion. An der Börse kamen die Pläne zunächst allerdings verhalten an. Die Stellantis-Aktie verlor nach der Präsentation deutlich an Wert. Investoren bemängelten vor allem fehlende Details zur Umsetzung der neuen Strategie.
