Amokfahrt in Leipzig: Was über den mutmaßlichen Amokläufer bekannt ist
Ein Auto rast in Leipzig in eine Fußgängerzone, zwei Menschen sterben, weitere werden schwer verletzt. Zum mutmaßlichen Täter werden immer mehr Details bekannt. Der mutmaßliche Täter, der am 4. Mai mit einem Pkw durch eine Menschenmenge in der Fußgängerzone der Leipziger Innenstadt fuhr, kommt in die Psychiatrie. Ein Ermittlungsrichter ordnete die einstweilige Unterbringung des 33-jährigen deutschen Staatsbürgers Jeffrey K. in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Es seien "dringende Gründe" dafür vorhanden, dass der Beschuldigte die Tat mit zwei Toten und zahlreichen Verletzten "im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen hat". Der Mann hatte sich vor der Tat ab dem 17. April freiwillig in einem psychiatrischen Krankenhaus aufgehalten. Laut Polizei habe es an diesem Tag einen Polizeieinsatz aufgrund eines Anrufs des 33-Jährigen gegeben. Am 27. April verließ er die Klinik wieder. Wie das sächsische Sozialministerium am Dienstag in Dresden mitteilte, lagen "keine medizinischen Gründe vor", den Patienten am Verlassen zu hindern. Er war auch zuvor schon polizeilich aufgefallen, unter anderem wegen Bedrohung und ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld. Dabei handelt es sich um Vorfälle ohne körperliche Gewalt, etwa Beleidigungen oder Herabwürdigungen. Bürgermeister bestätigt: Auto fährt in Leipzig in Menschenmenge – zwei Tote Polizei nennt Nationalität und Alter des Verdächtigen: Alle Nachrichten zum Amoklauf in Leipzig Mutmaßlicher Leipziger Amokfahrer ließ sich festnehmen K. wurde am Montagabend nach der Tat von Einsatzkräften in seinem Fahrzeug gestellt und festgenommen. "Wir gehen von einer Amoktat aus", erklärte die leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube später. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine andere Deutung des Vorfalls. Laube zufolge saß der mutmaßliche Täter noch in dem Auto, als die Polizei eintraf. Der Mann habe den Wagen selbst gestoppt, erklärte sie. "Der Täter wurde durch uns im Fahrzeug dingfest gemacht", sagte der Leipziger Polizeipräsident Demmler. Der Mann habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Auf Videos, die von der Festnahme im Internet kursieren, war ein schlanker Mann im blauen T-Shirt und heller Hose zu sehen. Der gezeigte Mann hat einen weitgehend kahl rasierten Kopf. Außerdem scheint sein linker Arm bunt tätowiert zu sein. In den Aufnahmen ist zu hören, wie er sagt: "Macht, dass es aufhört". Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen. "Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, deswegen können wir nicht detailliert informieren", sagte der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). "Psychisch auffälliger" Mann Laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen jungen Mann, "psychisch auffällig". "So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen", sagte Kretschmer. "Wir werden alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären. Der Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz handeln." Jetzt werde es darum gehen, füreinander da zu sein. "Sachsen hält zusammen." Laut Polizei war das Fahrzeug am Montag gegen 16.45 Uhr am Augustusplatz auf Höhe der Grimmaischen Straße in die Fußgängerzone eingebogen. Anschließend soll das Auto mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Markt weitergefahren sein. Polizei bittet Zeugen in Leipzig um Hinweise Die Polizeidirektion Leipzig hat inzwischen ein Hinweistelefon unter der Nummer +49 341 966 46666 geschaltet und bittet Zeugen, sich zu melden. Das Landeskriminalamt Sachsen hat zudem ein Hinweisportal eingerichtet: sn.hinweisportal.de. Insbesondere Zeugen, die sich gegen 16.45 Uhr in der Leipziger Innenstadt aufgehalten haben und Hinweise zum Hergang, zum Fahrzeug oder zum Fahrer machen können, sollen sich melden.
