Elektroauto laden: Wallbox verliert Status als Muss für E-Auto-Fahrer
Lange galt die eiserne Regel: Wer keine eigene Wallbox in der Garage hat, lässt besser die Finger vom Elektroauto. Doch diese Zeit ist vorbei. Was hat sich geändert? Deutschland zählt mittlerweile mehr als 190.000 öffentliche Ladepunkte. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Dennoch zögern viele Autofahrer mit dem Kauf eines Stromers: 72 Prozent von ihnen machen das Laden zu Hause zur Bedingung. Eine Umfrage unter 3.000 E-Auto-Fahrern zeigt jedoch: Wer einmal elektrisch fährt, verliert die Sorge um die Reichweite schnell. Kaum noch weiße Flecken Das Ladenetz ist heute fast so dicht wie das der Tankstellen. Selbst in Mecklenburg-Vorpommern, einem Bundesland mit viel Fläche und wenigen Menschen, ist die nächste Schnellladestation im Schnitt nur 4,5 Kilometer entfernt. Moderne Autos laden außerdem immer schneller, ein kurzer Stopp liefert oft genug Strom für eine ganze Woche. Die eigene Wallbox wird damit vom Muss zum bloßen Komfort. Teurer Lade-Irrtum: Deutschland baut Milliarden-Grab am Straßenrand Mieter bleiben auf der Strecke Trotz des Ausbaus klafft eine Lücke: das private Laden für Mieter. Verbände kritisieren seit langem, dass die Politik Millionen Haushalte ohne Eigenheim übersieht. Wer zur Miete wohnt, bekommt oft keinen eigenen Anschluss. Einige Anbieter reagieren und bauen ihr Netz verstärkt in den Städten aus. Der Plan: Bis 2030 soll jede dritte Station im urbanen Raum stehen. Der Preis-Check: Tarife statt Chaos Wer ohne Vertrag spontan lädt, zahlt oft 79 Cent pro Kilowattstunde. Mit einem Abo sinken die Kosten auf 40 bis 50 Cent. Zum Vergleich: Haushaltsstrom kostet derzeit im Durchschnitt 37 Cent. Das Laden an einer öffentlichen Ladesäule am Straßenrand ist somit kaum teurer. Dadurch wird eine Wallbox in der eigenen Garage immer überflüssiger.
