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Krieg im Iran: Terrorgefahr in den USA wächst

In jüngster Zeit mehren sich in den USA islamistisch motivierte Anschläge. Jetzt tritt mit Joe Kent ein hochrangiger, für innere Sicherheit zuständiger Beamter zurück. David Schafbuch berichtet aus New York Am Ende ist es vergleichsweise glimpflich ausgegangen: Ein 41-jähriger Mann raste am vergangenen Donnerstag in der Stadt West Bloomfield im Bundesstaat Michigan mit einem Lastwagen in eine Synagoge. Der Angreifer starb noch am Ort des Anschlags, weitere Todesfälle gab es nicht. Von den 140 Kindern, die sich zu dem Zeitpunkt in dem Gebäude befanden, wurde keines verletzt. Die genauen Hintergründe der Tat sind bislang unklar. Bekannt ist allerdings, dass der Mann, ein im Libanon geborener US-Amerikaner, zuvor mehrere Familienmitglieder bei israelischen Luftangriffen auf den Libanon verloren hatte. Unter den Toten war auch der Bruder des Angreifers, der laut dem israelischen Militär ein Kommandant der Terrororganisation Hisbollah gewesen sein soll. Das FBI bestätigte dies bislang nicht. Michigans Generalstaatsanwältin Dana Nessel erklärte dem Nachrichtensender CNN lediglich, man könne "durchaus einen Zusammenhang" zwischen dem Krieg im Iran und dem Vorfall herstellen. Der Vorfall in Michigan ist nicht der Einzige, der vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten Fragen zur inneren Sicherheit der USA aufwirft. Nicht nur mehrere Anschläge deuten darauf hin, dass durch den Krieg die Gefahr von Terroranschlägen deutlich gestiegen ist. Auch in den Behörden soll man sich der steigenden Gefahr durch den Krieg bewusst sein. Offen bleibt hingegen die Frage, ob die US-Sicherheitsbehörden dem Problem gewachsen sind. Kommentar: Trumps Nato-Drohung ist ein Eingeständnis Krieg im Iran: Alle Informationen im Newsblog Seit US-Präsident Donald Trump am frühen Morgen des 28. Februar den gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf den Iran verkündet hat, häufen sich die Vorfälle, die einen mutmaßlichen terroristischen Hintergrund haben: Am 1. März hatte in der Stadt Austin im Bundesstaat Texas ein Mann mit einer Pistole und einem Gewehr das Feuer eröffnet und dabei zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Auf seiner Kleidung soll sich unter anderem eine iranische Flagge und die Aufschrift "Eigentum von Allah" befunden haben. Neben dem Anschlag auf die Synagoge in Michigan hatte am Donnerstag zudem ein Mann an der Old Dominion University in der Stadt Norfolk (Virginia) mit einer Schusswaffe eine Person getötet sowie zwei weitere verletzt. Der Angreifer hatte bereits in der Vergangenheit eine Haftstrafe wegen Unterstützung der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) abgesessen. Ob die Taten konkret den Krieg im Iran als Auslöser hatten, ist bislang noch nicht klar. In Austin und Norfolk ermitteln die Behörden wegen Terrorverdachts. Dass sich die Sicherheitslage in den USA infolge des Krieges im Iran ändern kann, ist laut Medienberichten auch den Behörden bewusst. Ein Tag nach Beginn des Krieges berichtete der Sender ABC über ein internes Schreiben des Ministeriums für Heimatschutz, in dem vor möglichen Anschlägen durch Einzeltäter sowie vor Cyberangriffen gewarnt wird. "Obwohl ein großangelegter physischer Angriff unwahrscheinlich ist, stellen der Iran und seine Stellvertreter wahrscheinlich eine anhaltende Bedrohung durch gezielte Angriffe im Heimatland dar und werden mit ziemlicher Sicherheit Vergeltungsmaßnahmen – oder Aufrufe zum Handeln – eskalieren, wenn sich Berichte über den Tod des Ayatollahs bestätigen", soll es in dem Papier heißen. Tatsächlich kam es infolge des Krieges auch zu mehreren Cyberangriffen, die der Iran für sich beanspruchte: Am vergangenen Mittwoch hatte sich eine iranische Hackergruppe zu einem Angriff auf das Medizinunternehmen Stryker und den Zahlungsdienst Verifone bekannt. Die Gruppe begründete den Angriff als Vergeltungsmaßnahme für den Raketenangriff der USA auf eine Mädchenschule in Teheran, bei dem über 170 Menschen getötet wurden, die meisten davon Kinder. Drohungen gegenüber Trump Nicht nur Unternehmen und die Bevölkerung in Amerika müssen mit einer erhöhten Gefahrenlage rechnen. Das Regime in Teheran hatte zuletzt auch direkte Drohungen gegen US-Präsident Donald Trump ausgesprochen. "Passen Sie selbst auf, dass Sie nicht ausgelöscht werden", schrieb der hochrangige iranische Funktionär Ali Laridschani auf der Plattform X in der vergangenen Woche, der nach israelischen Angaben mittlerweile getötet wurde . Ähnliche Drohungen hatte es auch schon in der Vergangenheit gegeben. In Trumps erster Amtszeit wurde der Chef der iranischen Quds-Einheit, Qasem Soleimani, durch eine US-Drohne im Irak getötet. Infolgedessen soll es in Teheran Pläne zu Mordanschlägen auf ranghohe US-Regierungsmitglieder gegeben haben. Zu den möglichen Zielen sollen nicht nur der US-Präsident selbst, sondern auch sein ehemaliger nationaler Sicherheitsberater John Bolton und der damalige Außenminister Mike Pompeo gezählt haben. Erst Anfang des Monats war in New York ein iranisches Mitglied der Revolutionsgarden zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil es in den USA einen Mordanschlag auf Trump geplant haben soll. Der Mann war laut Justizministerium 2024 festgenommen worden: Er hatte sich mit verdeckten Ermittlern getroffen, die sich ihm gegenüber als Auftragsmörder ausgegeben hatten. Heimatschutzministerium mit mehreren Problemen Seit Beginn des jetzigen Krieges war auch darüber berichtet worden, dass der Iran jetzt mutmaßliche Schläferzellen in den USA aktivieren könnte. Sicherheitsexperten wie Bruce R. Hoffmann halten allerdings eine andere Methode für wahrscheinlicher. Hoffmann hatte unter anderem eine Kommission geleitet, die die Arbeit der US-Bundespolizei FBI im Nachgang der Anschläge vom 11. September aufgearbeitet hatte. Hoffmann sagte dem "Time"-Magazin, dass der Iran in den USA möglicherweise weniger auf Anschläge von eigenen Staatsbürgern setzen könnte. Stattdessen sei es wahrscheinlicher, dass das Regime seine Verbindungen zu anderen kriminellen Gruppen nutzen könnte: Infrage kämen etwa Rocker, Mitglieder von Drogenkartellen oder andere Mitglieder aus dem Bereich der organisierten Kriminalität. Aber wie gut sind die US-Sicherheitsbehörden derzeit auf eine solche Bedrohung eingestellt? Vor allem das Heimatschutzministerium hat aktuell gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. Unter anderem gilt für das Ministerium weiterhin eine Haushaltssperre , da sich Demokraten und Republikaner im Kongress weiterhin auf kein neues Budget einigen konnten. Zudem wird es Ende des Monats einen Wechsel an der Spitze des Hauses geben: Trump hatte die Ministerin Kristi Noem Anfang des Monats abberufen. Für Noem übernimmt der bisherige Senator von Oklahoma, Markwayne Mullin. Hinzu kommt, dass das Ministerium unter Trump bislang nicht den Fokus auf Terrorabwehr gesetzt hatte: Die Behörde hatte sich bislang verstärkt dem Kampf gegen mutmaßlich illegale Migration gewidmet. Unter anderem untersteht dem Ministerium die Einwanderungsbehörde ICE, die im gesamten Land Razzien durchführt, um möglichst viele Migranten aus den USA abzuschieben. Zudem sollen verschiedene Sicherheitsbehörden Opfer von Kürzungen gewesen sein – auch im Zuge der Einsparmaßnahmen der "Effizienzbehörde" Doge, die der Techunternehmer Elon Musk zu Beginn von Trumps Amtszeit veranlasst hatte. Hinzu kamen zuletzt weitere Entlassungen bei der Bundespolizei FBI. Laut US-Medienberichten waren kurz vor Beginn des Krieges dort gleich mehrere Beamte entlassen worden. Alle von ihnen sollen zuvor an Ermittlungen um die Aufbewahrung geheimer Dokumente in Trumps Wohnsitz Mar-a-Lago beteiligt gewesen sein. Die FBI-Beamten sollen sich zuletzt allerdings einem anderen Thema gewidmet haben – ausgerechnet der Überwachung der Bedrohungslage durch den Iran. Frank Montoya, ebenfalls ein ehemaliger hochrangiger FBI-Beamter, kritisierte dieser Tage, dass es der Bundespolizei aktuell im Umgang mit dem Iran an Erfahrung fehle. "Diejenigen, die am besten geeignet gewesen wären, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor etwas wirklich Schlimmes passiert", seien in vielen Fällen nicht mehr im Staatsdienst, sagte Montoya dem US-Sender ABC. Am Dienstagmorgen kündigte zudem ein weiterer ranghoher Beamter seinen Rückzug aus der US-Regierung an: Joseph Kent, Leiter des Nationalen Zentrums für Terrorabwehr, teilte Trump seinen sofortigen Rückzug mit. Kent warf der Regierung vor, bei den Gründen für den Krieg gelogen zu haben: "Von Iran ging keine unmittelbare Bedrohung für unser Land aus, und es ist klar, dass wir diesen Krieg aufgrund des Drucks Israels und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby begonnen haben", heißt es in Kents veröffentlichtem Rücktrittsschreiben. Möglicherweise könnte dem Weißen Haus eine gestiegene Bedrohungslage gerade aber auch zupasskommen. Zu dieser Einschätzung kam kürzlich der amerikanische Historiker Timothy Snyder. Wie er, befürchten auch andere politische Beobachter, dass Trump bald einen Notstand verhängen könnte, um Einfluss auf die Zwischenwahlen im kommenden November zu nehmen. Snyder vermutet, ein iranischer Anschlag in den USA könne dafür ein geeigneter Anlass sein.