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Klimabilanz 2025: Deutschlands CO2-Emissionen sinken nur minimal

Erstmals in der Amtszeit der neuen Bundesregierung wird eine Klimabilanz vorgelegt. Die Botschaft des Umweltbundesamts: Der Klimaschutz brauche neuen Schub. Der Klimaschutz in Deutschland verliert an Tempo: Im vergangenen Jahr sind die Treibhausgasemissionen zwar erneut zurückgegangen, dies aber in erheblich geringerem Ausmaß als in den Jahren zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2025 nur 0,1 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen. Der minimale Rückgang erklärt sich den am Samstag vorgestellten Zahlen des Umweltbundesamts zufolge praktisch allein durch die gesunkenen Emissionen im Industriesektor, die mit der aktuell schwachen Konjunktur zusammenhängen. Den Daten zufolge hält Deutschland damit seine Klimaziele nur knapp ein. Der Rückgang fiel noch geringer aus als nach vorläufigen Zahlen vom Januar angenommen: Die gesamten Emissionen lagen bei 648,9 Millionen Tonnen sogenannter CO2-Äquivalente. Die nach dem Klimaschutzgesetz zulässige Gesamtmenge wurde so bloß um rund 12,8 Millionen Tonnen unterschritten. Schnee, Glätte und Gewitter: Hier warnt der Wetterdienst amtlich Katastrophen, hohe Preise, Migration: Das passiert, wenn El Niño zurückkehrt E-Autos, Wärmepumpen, Windräder: Was dem Minister Hoffnung macht Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zeigte sich bei der Vorstellung der Klimabilanz 2025 teilweise enttäuscht, betonte aber auch positive Entwicklungen: Die Fortschritte bei der Treibhausgas-Reduktion seien zu gering, sagte er. Positiv wertete er "eine gestiegene Akzeptanz für Klimaschutztechnologien". Konkret nannte Schneider Elektroautos und Wärmepumpen. Die Nachfrage danach sei 2025 "enorm gestiegen". Außerdem gebe es so viele neu genehmigte Windkraft-Projekte wie nie zuvor, sagte der Umweltminister. Das bereite ihm "Hoffnung, dass die Fortschritte in den nächsten Jahren wieder größer werden". Seit 1990 habe Deutschland seine Treibhausgasemissionen um 48 Prozent reduziert, heißt es im Bericht des Umweltbundesamts. Das gesetzliche Ziel, den Ausstoß bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, ist nach der aktuellen Projektion nur mit zusätzlichen Klimaschutzmaßnahmen erreichbar. Ab 2026 müssten die Emissionen bis 2030 pro Jahr im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken. Um das zu schaffen, brauche der Klimaschutz "neuen Schub", bilanzierte das Umweltbundesamt . Sorgenkinder Gebäude und Verkehr In den einzelnen Sektoren ergibt sich ein gemischtes Bild. In der Industrie sanken die Emissionen 2025 aufgrund der schwachen Konjunktur. Das Umweltbundesamt nannte als wesentlichen Grund geringere Produktionsmengen in energieintensiven Branchen und den sinkenden Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Nahezu unverändert blieben die Emissionen in der Energiewirtschaft und der Landwirtschaft. Großen Handlungsbedarf sieht das Umweltbundesamt im Verkehr und bei Gebäuden. In beiden Sektoren stiegen die Emissionen sogar, Klimaziele wurden erneut verfehlt. Trotz eines stetig wachsenden Bestands an Elektroautos sei 2025 der Absatz fossiler Kraftstoffe verglichen mit dem Vorjahr gestiegen. Im Gebäudesektor sei die Steigerung der Emissionen vor allem auf die kühlere Witterung in der Heizperiode zurückzuführen, heißt es. Das Tempo beim Umstieg auf klimafreundliche Energien sei noch zu niedrig. Droht "Klimalücke" durch Reform? Die Bundesregierung will Ende März ein Klimaschutzprogramm vorstellen. Gleichzeitig wollen Union und SPD das von der Ampel und maßgeblich vom früheren Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vorangetriebene Gebäudeenergiegesetz grundlegend reformieren. Zentrale Vorgaben des "Heizungsgesetzes" sollen gekippt werden. Eckpunkte für eine Reform sehen vor, dass der Einbau von Gas- und Ölheizungen weiter möglich sein soll, wenn ab 2029 anteilig klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden. Umweltverbände warnen vor Rückschritten beim Klimaschutz. In einer Studie des Öko-Instituts hieß es, die geplanten Änderungen führten zu deutlich höheren Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor.