Mercedes-Fahrer in Berlin von Fußgänger niedergeschossen
Seit Tagen häufen sich in Berlin die Schießereien. Ein Mann feuert auf einen Mercedes-Fahrer. Stunden später fallen erneut Schüsse in das Fenster einer Wohnung. Im Berliner Ortsteil Tegel hat ein bisher unbekannter Täter vom Gehweg auf einen Mann in einem Auto geschossen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, feuerte der Schütze am Donnerstagabend gegen 19 Uhr mehrere Kugeln auf sein 37 Jahre altes Opfer ab . Fotos zeigen ein zerschossenes Fenster auf der Beifahrerseite des Mercedes. Der Fahrer wurde Berichten zufolge mehrfach im Oberkörper getroffen. Berliner Clan-Boss tot: Polizei fürchtet Krieg auf den Straßen Bandenkriege mit Granaten: Berliner Senatorin warnt vor "neuer Bedrohungslage" Der Mann erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge gelang es den Ärzten jedoch, seinen Zustand zu stabilisieren. Mittlerweile sei der Berliner außer Lebensgefahr, hieß es. Die Polizei spricht von einem versuchten Tötungsdelikt . Eine Mordkommission hat die Ermittlung aufgenommen. Die Fahndung nach dem Täter läuft. Zahlreiche Schusswaffenangriffe in Berlin Nur wenige Stunden nach dem Attentat fielen schon wieder Schüsse in Berlin , dieses Mal in Kreuzberg: Die Beamten stellten gegen 2 Uhr nachts mehrere Einschusslöcher in den Fenstern einer Wohnung fest. Verletzt wurde niemand. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, ist unklar. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es mehrere ähnliche Schusswaffenattacken gegeben: Erst am Mittwochabend wurden auf eine Wohnungstür in Berlin-Köpenick mehrere Schüsse abgefeuert. Am Sonntag wurde auf eine Shishabar in Berlin-Wedding geschossen. Dabei wurde ein Mensch durch Glassplitter leicht verletzt. Sonntagabend gab es Schüsse auf eine Autowerkstatt in Neukölln . Justizsenatorin: Neue Bedrohungslage Die Ermittlungen in diesen Fällen hat die Sondereinheit "Ferrum" (deutsch: Eisen) im Landeskriminalamt übernommen. Diese wurde nach zahlreichen Schießereien Ende vergangenen Jahres eingerichtet. Sie ging seitdem mit umfangreichen Razzien in Bars und Restaurants und an bekannten Treffpunkten von Kriminellen gegen gewalttätige Banden vor. Es gebe offensichtlich viele illegale Schusswaffen in der Stadt, hieß es von der Polizei. Dagegen werde man weiter gezielt vorgehen. Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) sprach zuletzt von einer neuen Bedrohungslage durch Bandenkriege in der Hauptstadt. "Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe auf Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und auch Gebäude", sagte Badenberg dem RBB-Inforadio.
