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Nio: Chinesischer Autobauer verkauft im Januar in Deutschland nur ein Auto

Nio meldet erstmals einen Gewinn und steigert weltweit seine Auslieferungen. In Deutschland zeigt die Zulassungsstatistik jedoch ein Bild, das schlechter kaum sein könnte. Der chinesische Elektroautohersteller Nio hat in Deutschland einen denkbar schwachen Start ins neue Jahr hingelegt. Im Januar wurde hierzulande lediglich ein einziges Fahrzeug der Marke neu zugelassen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor. Es ist der schlechteste Monatswert seit rund drei Jahren – und das, obwohl Elektroautos zuletzt wieder deutlich zulegen konnten. Insgesamt wurden im Januar deutschlandweit 193.981 Pkw neu zugelassen, rund 6,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Elektroanteil wuchs jedoch spürbar: 42.692 Neuzulassungen entfielen auf reine Stromer, ein Plus von rund 24 Prozent. Ihr Marktanteil stieg damit auf etwa 22 Prozent. Von dieser Entwicklung profitiert Nio bislang kaum. Rückgang trotz wachsenden Marktes Auch im längerfristigen Vergleich bleibt die Bilanz überschaubar. Im Gesamtjahr 2025 wurden in Deutschland 325 neue Nio zugelassen, ein Rückgang um 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2024 hatte der Hersteller hier noch 398 Neuzulassungen erreicht. Zum Vergleich: Andere chinesische Hersteller konnten ihre Präsenz zuletzt deutlich ausbauen. Marken wie BYD , XPeng oder Polestar legten sowohl im Gesamtjahr als auch im Januar spürbar zu und steigerten ihre Marktanteile im deutschen Elektrosegment. Alte Lagerbestände, wenig Bewegung Nio versucht, den Absatz mit verschiedenen Maßnahmen zu stützen. Dazu zählen unter anderem Finanzierungsangebote wie eine Null-Prozent-Finanzierung. Gleichzeitig belastet die Modell- und Lagerstruktur das Geschäft. In Europa bietet der Hersteller weiterhin Fahrzeuge aus den Baujahren 2023 und 2024 an. Die Limousine ET5 ist hierzulande derzeit nur noch als Lagerfahrzeug erhältlich, obwohl das Modell in China bereits überarbeitet wurde. Nio ist in Deutschland aktuell mit den Limousinen ET7 und ET5, dem Kombi ET5 Touring sowie den SUV EL6, EL7 und EL8 vertreten. Neue Impulse durch zusätzliche Modelle blieben zuletzt aus. Schwäche auch in anderen Ländern Nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Märkten tut sich Nio schwer. In Norwegen , lange Zeit einer der wichtigsten Absatzmärkte für chinesische Elektroautos, verzeichnete der Hersteller im Januar ebenfalls den schwächsten Monat seit drei Jahren. In Schweden wurde im gleichen Zeitraum kein einziges Fahrzeug neu zugelassen, nachdem es im Dezember noch 60 gewesen waren. Dabei hatte Nio im Sommer 2025 mit der neuen Marke Firefly den Einstieg in ein weiteres Segment angekündigt. Der kompakte Elektro-Kleinwagen startete zunächst in Norwegen und den Niederlanden und soll ein jüngeres, urbanes Publikum ansprechen. Der Fokus liegt dabei nicht auf besonders niedrigen Preisen, sondern auf Ausstattung, Design und Technik. Eine kurzfristige Absatzwende in Europa zeichnete sich dadurch bislang jedoch nicht ab. Weltweit erstmals schwarze Zahlen Im starken Kontrast zur Lage in Europa steht die Entwicklung des Unternehmens insgesamt. Für das vierte Quartal 2025 meldete Nio erstmals einen operativen Gewinn. Das bereinigte Betriebsergebnis lag nach Unternehmensangaben zwischen 700 Millionen und 1,2 Milliarden Yuan. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Milliardenverlust zu Buche gestanden. Treiber der Ertragswende waren vor allem deutlich gestiegene Auslieferungen, ein veränderter Produktmix mit höheren Margen sowie ein strikter Sparkurs. Im vierten Quartal lieferte Nio weltweit 124.807 Fahrzeuge aus, ein Plus von mehr als 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Gesamtjahr 2025 stiegen die Auslieferungen um 47 Prozent auf 326.028 Elektroautos. Rund 38 Prozent davon entfielen allein auf das Schlussquartal. Im August 2025 erklärte Firmenchef William Li, das Überleben des Unternehmens habe oberste Priorität. Hintergrund waren hohe Verluste, verfehlte Auslieferungsziele und ein stark gefallener Aktienkurs. Bereits 2020 hatte der Hersteller kurz vor der Zahlungsunfähigkeit gestanden und war nur durch staatliche Hilfe gerettet worden. Vor diesem Hintergrund gilt die nun gemeldete Ertragswende zwar als wichtiger Schritt, der wirtschaftliche Druck bleibt jedoch hoch.