Mercedes A-Klasse: Radikales Crossover-Modell soll neue Zielgruppe locken
Ihr Ende war bereits besiegelt. Doch Mercedes rettet die A-Klasse. Das neue Modell bricht radikal mit dem alten Design und soll eine völlig neue Zielgruppe erobern. Und noch etwas ist neu. Mercedes rudert zurück. Die Strategie, fast nur noch auf teure Luxusliner zu setzen, ist vorerst gescheitert. Nicht nur die Händler monierten die immer höheren Preise, sondern auch die Kunden machten kehrt. Inzwischen wurde der Autobauer sogar von einer einstigen Billigmarke überholt . Entwicklungschef Jörg Burzer bestätigte in der "Automobilwoche" nun ein fünftes Modell für die neue Kompakt-Plattform (MMA). Es wird der offizielle Nachfolger der heutigen A-Klasse, bricht aber mit alten Formen. SUV trifft Van Das neue Modell wird kein klassischer Kompaktwagen. Mercedes plant einen Crossover, der die bullige Front eines SUV mit dem Nutzwert eines Vans kreuzt. Konzernchef Ola Källenius entschied sich für den Bau, nachdem er die ersten Design-Entwürfe gesehen hatte. Sein Urteil: "Das wird ein verdammt attraktives Auto, das müssen wir machen." Junge Kunden im Visier Das Ziel der Stuttgarter ist klar: Die Marke muss wieder für die breite Masse erreichbar werden. Während in Asien und den USA weiterhin vor allem auf Luxus gesetzt wird, soll das neue Modell in Europa junge Käufer binden. Erreichbarkeit und Skalierbarkeit sind die neuen Kernziele, um das Einstiegssegment profitabel zu halten. Damit die Rechnung aufgeht, verlegt Mercedes die Fertigung. Das bisherige Werk in Rastatt wird abgelöst. Das neue Modell soll ab 2027 komplett im ungarischen Werk in Kecskemét vom Band laufen. Eine Maßnahme, um im Preiskampf gegen die Konkurrenz bestehen zu können. Denn dort sind die Produktionskosten deutlich niedriger. 2028 wird sich zeigen, ob der radikale Kurswechsel die Absätze retten kann. Klar ist: Ohne ein – verhältnismäßig – bezahlbares Auto für die Masse riskiert Mercedes, den Anschluss in Europa zu verlieren.
