Block-Prozess in Hamburg: Entführer-Aussage belastet Steakhaus-Erbin
Er soll den Fluchtwagen gesteuert haben, in dem die Kinder von Christina Block entführt wurden. Jetzt erzählte Tzach K. im israelischen TV seine Version der Geschichte. Einer der mutmaßlichen Entführer im Fall Block hat sich im israelischen Fernsehen zu Wort gemeldet. Wie die "Bild"-Zeitung und das Magazin "Promiflash" berichten, belastete Tzach K. in einem Interview mit dem Sender Channel 12 Christina Block schwer. K. soll in der Silvesternacht 2023/24 eines der Autos gefahren haben, die die Entführer nutzten, um die damals zehn und 13 Jahre alten Kinder von Block aus Dänemark nach Deutschland zu entführen. Der Mann wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Im Channel-12-Interview behauptete er nun, er sei davon ausgegangen, im Auftrag deutscher Behörden zu handeln, um Mutter und Kinder wieder zusammenzuführen. Trafen die Entführer Christina Block direkt nach der Entführung? Ein ehemaliger Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes Mossad habe ihn rekrutiert. Ihm sei erklärt worden, die Block-Kinder würden in Dänemark misshandelt. "Sie haben mir eine Heldengeschichte verkauft, dass wir Kinder zurückholen. Ich dachte, dass sie mir die Möglichkeit geben, einen Superman-Umhang zu tragen", sagte er laut "Promiflash" in dem Interview. Delling-Aussage im Block-Prozess: Dann wird die Richterin plötzlich streng Christina Blocks Ex im Prozess: "Das war wie eine Militäroperation" Diese Aussage könnte der Versuch sein, den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Mit einer anderen Aussage setzt er Christina Block unmittelbar und persönlich unter Druck: Direkt nach der Entführung habe er im Hamburger Hotel "Grand Elysée" Christina Block getroffen. Die Steakhaus-Erbin habe sich der Gruppe vorgestellt, es habe Champagner gegeben. Er selbst habe ihr ein Kompliment gemacht: Sie sehe so schön aus wie Prinzessin Diana . "Wir haben angestoßen. Es war ein Traum" Es habe in jener Nacht keinen glücklicheren Mann als ihn gegeben, sagte Tzach K. laut "Bild"-Zeitung im Interview. "Wir haben angestoßen und gedacht: Wir haben Kinder gerettet. Es war wie ein Traum. Am Ende saß die Mutter vor uns." Das Brisante daran: Christina Block behauptet, erst am Neujahrsvormittag von der Entführung erfahren zu haben. Dem widerspricht nun die Champagner-Erzählung von Tzach K. Kann die Aussage vor Gericht verwendet werden? Blocks Anwalt Ingo Bott sagte der "Bild" unterdessen, die Version des mutmaßlichen Fluchtwagenfahrers sei abwegig und "komplett konstruiert". "Wenn Frau Block in der Nacht schon erfahren hätte, dass ihre Kinder aus Dänemark nach Deutschland gebracht worden seien, wäre sie mit Sicherheit direkt dorthin geeilt, wo sie waren. Das hat sie aber erst getan, als sie am nächsten Tag völlig überraschend von der Aktion der Israelis gehört hat." Wie es wirklich war, ist unklar. Aber: Die Aussage von Tzach K. könnte auch vor Gericht gehört werden. Sein Anwalt soll laut "Bild"-Zeitung bereits in Kontakt mit deutschen Ermittlern stehen. Diese Woche soll es demnach erste Gespräche über eine mögliche Vernehmung geben. Nur: Aufgrund des offenen Haftbefehls dürfte K. kaum persönlich nach Deutschland kommen. Die Lösung könnte eine Videovernehmung sein.
