Ukraine-Krieg aktuell: Putin erhält Studio-Panzer von russischer Filmfirma
Der Kreml greift für seinen Krieg inzwischen auf Filmrequisiten zurück. Ex-Botschafter Melnyk geht einen SPD-Mann an. Alle Informationen im Newsblog. Russische Filmfirma liefert Studio-Panzer an Kreml 8.04 Uhr: Das staatliche russische Filmstudio Mosfilm hat sich an das Verteidigungsministerium gewandt, um Militärfahrzeuge aus seinem Fundus für den Krieg in der Ukraine bereitzustellen. Laut Studiodirektor Karen Schachnasarow, der sich bei einem Treffen mit Russlands Präsident Putin äußerte, wurden insgesamt 28 T-55-Panzer, acht PT-76-Panzer, sechs Infanterie-Kampffahrzeuge und acht Traktoren an die russischen Streitkräfte übergeben. Die Ausrüstung stammt aus der Abteilung für militärische Requisiten des Studios. Militärexperten deuten die Übergabe als Hinweis darauf, dass Russland inzwischen die Kampfpanzer ausgehen. Auf diesen Aufnahmen sollen Panzer aus dem Fundus von Mosfilm zu sehen sein: Nach Berechnungen der Plattform "Oryx", die verlorenes Kriegsgerät auf russischer und ukrainischer Seite dokumentiert, hat Russland im laufenden Krieg bislang mindestens 10.037 gepanzerte Fahrzeuge verloren, darunter 3.376 Kampfpanzer. Selenskyj hofft auf weitere deutsche Hilfe 3.21 Uhr: Beim ersten Telefonat mit Kanzler Olaf Scholz nach dem Bruch der Ampelkoalition und den folgenreichen US-Wahlen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Hoffnung auf weitere deutsche Hilfe für sein Land geäußert. Gesprochen worden sei etwa über die Lieferung von Flugabwehrsystemen für das nächste Jahr und über zusätzliche Luftverteidigungssysteme aus Deutschland, teilte Selenskyj danach mit. Nach Angaben der Bundesregierung bekräftigte Scholz "die anhaltende und unverbrüchliche Solidarität mit der Ukraine angesichts der seit nunmehr fast 1.000 Tagen anhaltenden Aggression Russlands". US-Raketenstützpunkt in Polen eröffnet 2.20 Uhr: In Polen ist am Mittwoch ein US-Raketenstützpunkt offiziell eröffnet worden. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz sprach bei der Zeremonie von einem Ereignis mit "historischer Bedeutung für die Sicherheit Polens, der Vereinigten Staaten und der Nato". Der Stützpunkt Redzikowo liegt im Norden des Landes, etwa 230 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. "Ein US-Zerstörer auf polnischem Boden ist eine Tatsache geworden", betonte Kosiniak-Kamysz. "Anhand der aktuellen Konflikte, etwa in der Ukraine oder im Nahen Osten, können wir sehen, wie wichtig die Luftverteidigung und die Raketenabwehr sind." Ukraine: Haben Vorstoß bei Kupiansk zurückgeschlagen 1.45 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen russischen Vorstoß nahe der nordöstlichen Stadt Kupiansk zurückgeschlagen. Der Angriff sei in vier Wellen erfolgt, teilt der Generalstab auf Facebook mit. Dabei seien auch Panzer und gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt worden. Diese seien alle zerstört und "ein bedeutender Teil" der feindlichen Soldaten ausgeschaltet worden. Einige russische Soldaten hätten ukrainische Uniformen getragen. Eine Stellungnahme Russlands liegt zunächst nicht vor. Kupiansk war in den ersten Tagen des Krieges von Russland eingenommen worden. Die Ukraine eroberte den Ort östlich von Charkiw dann zurück. Melnyk: Wenn Mützenich Außenminister wird, "erschieße ich mich" 1.20 Uhr: Der ehemalige Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, hat SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich mit harschen Worten kritisiert. Auf Twitter schrieb der Diplomat, der sein Land jetzt in Brasilien vertritt: "Herr Mützenich mag 'anständig' aussehen. Aber ich bleibe bei meiner Meinung: Er war und ist der herzloseste & hinterlistigste Politiker Deutschlands. Schlimmer als AfD & BSW. Sollte er Groko-Außenminister werden, erschieße ich mich." Hintergrund ist offenbar die zögerliche Haltung von Mützenich und Bundeskanzler Scholz, was die Lieferung von deutschen Taurus-Marschflugkörpern betrifft. Mehr dazu lesen Sie hier . Lawrow erwartet keinen Kurswechsel unter Trump 23.40 Uhr: Moskaus Außenminister Sergej Lawrow erwartet keinen Kurswechsel der US-Politik unter dem designierten Präsidenten Donald Trump gegenüber Russland oder der Ukraine. Jede US-Regierung habe ein Interesse daran, Russland zu schwächen. "Ihnen ist wohl, wenn sie Russland und seinen Einfluss schwächen", sagte Lawrow dem russischen Staatsfernsehen in einem Interview. Russland wirft den USA immer wieder vor, den Krieg in der Ukraine vor allem zu unterstützen, um Moskau zu schwächen. "Letztlich ist alles, was geschieht, auf den Wunsch zurückzuführen, Russland als Konkurrenten zu verdrängen", sagte Lawrow. Washington werde auch weiter danach streben, alles unter seiner Kontrolle zu behalten, sagte Lawrow, der Kremlchef Wladimir Putin kommende Woche beim G20-Gipfel in Rio de Janeiro vertritt und dabei auch auf US-Vertreter trifft. Mittwoch, 13. November Insider: Ukrainischer Geheimdienst liquidiert russischen Top-Offizier 19.20 Uhr: Auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim ist ukrainischen Sicherheitskreisen zufolge ein hochrangiger Offizier der russischen Marine vom Geheimdienst mit einer Autobombe getötet worden. Es handle sich um Kapitän Waleri Trankowski, erklärt ein Vertreter des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Er sei Stabschef der 41. Brigade der Schwarzmeerflotte gewesen. Der SBU habe den Anschlag am Mittwoch verübt. Es habe sich bei Trankowski um eines der höchstrangigen Ziele bisheriger Geheimdienst-Einsätze gehandelt. Der Offizier habe Raketenangriffe angeordnet, bei denen ukrainische Zivilisten getötet worden seien. Dies seien Kriegsverbrechen gewesen, weshalb Trankowski ein legitimes Ziel gewesen sei. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Lesen Sie hier mehr zu den tödlichen Anschlag. Blinken: Biden will vor Trump-Antritt "jeden Dollar" für Ukraine ausgeben 12.42 Uhr: Vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump im Januar will die scheidende US-Regierung die Ukraine noch im vollen Umfang unterstützen. US-Außenminister Antony Blinken sagt bei einem Nato-Treffen in Brüssel : "Präsident (Joe) Biden setzt sich dafür ein, dass jeder Dollar, der uns zur Verfügung steht, bis zum 20. Januar ausgegeben wird." Er verweist auf rund 8,5 Milliarden Dollar (gut 8 Milliarden Euro), die Washington zuletzt für die Sicherheit der Ukraine zugesagt habe. Die scheidende US-Regierung drängt zugleich die europäischen Partner, auch künftig die Ausbildung und Ausrüstung der ukrainischen Streitkräfte sicherzustellen. Nötig seien "mehr Artillerie, mehr Luftverteidigung und mehr Munition", betont Blinken. Blinken will im Anschluss in Brüssel mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha sowie mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell über die Lage beraten. Borrell war kurz nach Trumps Wahlsieg nach Kiew gereist und hatte die EU-Unterstützung für die Ukraine "unerschütterlich" genannt. Russland meldet Einnahme von ukrainischem Gebiet 10.59 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben der Regierung in Moskau die Ortschaft Riwnopil in der ostukrainischen Region Donezk eingenommen. Das meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. EU-Gericht: "Russian warship, go f**k yourself" keine Marke 10.53 Uhr: Der Grenzschutz der Ukraine darf den Slogan "Russian warship, go f**k yourself" laut einem Urteil des EU-Gerichts (EuG) nicht als Marke eintragen lassen. Bei dem Slogan handle es sich um eine politische Äußerung, entschieden die Richter in Luxemburg und wiesen damit eine Klage der Staatlichen Grenzschutzverwaltung der Ukraine ab. Ein Angestellter des ukrainischen Grenzschutzes hatte den Slogan 2022 zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine als Unionsmarke angemeldet. Unter der Marke sollten unter anderem Überwachungsgerät, Schmuck und Kleidung vertrieben werden. Das EUIPO lehnte die Eintragung allerdings ab. Diese Einschätzung bestätigte das EU-Gericht nun mit seinem Urteil. Der Slogan sei ein "Symbol des ukrainischen Kampfes gegen die russische Aggression", heißt es. Der Satz lasse Verbraucher jedoch nicht auf die Herkunft eines Produktes schließen und erfülle daher wesentliche Merkmale einer Marke nicht. Unionsmarken gelten in der gesamten Europäischen Union und bestehen neben den nationalen Marken. Gegen das Urteil kann noch vor dem höchsten europäischen Gericht, dem Europäischen Gerichtshof (EuGH), vorgegangen werden. Blinken fordert "entschlossene Reaktion" auf Nordkorea 10.30 Uhr: Die Beteiligung Nordkoreas am Krieg Russlands gegen die Ukraine erfordert nach den Worten von US-Außenminister Antony Blinken eine "entschlossene Reaktion". Diese werde auch kommen, sagt er in Brüssel, wo er unter anderem mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte berät. Russisches Militär greift Kiew mit Raketen und Drohnen an 10.05 Uhr: Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen und Drohnen angegriffen. Es sei der erste derartige kombinierte Angriff seit 73 Tagen gewesen, teilt der Chef der Militärverwaltung, Serhij Popko, mit. Mehrere Raketen und Drohnen seien abgeschossen worden. Östlich von Kiew wurden nach Behördenangaben im Landkreis Browary durch herabstürzende Raketentrümmer ein Mensch leicht verletzt und ein Gebäude infolge eines Brandes zerstört. Angaben der ukrainischen Luftwaffe nach sind zwei Marschflugkörper des Typs Ch-101 und zwei ballistische Raketen des Typs Iskander abgefangen worden. Landesweit seien zudem 37 von 90 Kampfdrohnen abgeschossen worden. Von 47 weiteren ging die Ortung verloren, was zumeist auf den Einsatz von elektronischen Abwehrmitteln zurückzuführen ist. Zwei weitere Drohnen sollen den ukrainischen Luftraum in Richtung Russland und Belarus verlassen haben. Nordkoreanische Soldaten an Kämpfen beteiligt 06.43 Uhr: Nach Angaben der US-Regierung sind mittlerweile Tausende nordkoreanische Soldaten an Kämpfen gegen ukrainische Truppen im russischen Grenzgebiet bei Kursk beteiligt. Vedant Patel, Sprecher des US-Außenministeriums, erklärt in Washington, die meisten der über 10.000 entsandten Nordkoreaner seien nach Kursk verlegt worden, wo sie begonnen hätten, "gemeinsam mit den russischen Streitkräften in Kampfhandlungen einzutreten". Patel erläutert, dass Russland die nordkoreanischen Truppen für die Frontoperationen trainiere. Ob die Kooperation erfolgreich sein wird, hänge jedoch davon ab, wie gut Russland die Nordkoreaner ins eigene Militär integrieren könne – unter anderem seien Sprachbarrieren ein Hindernis. US-Außenminister Antony Blinken wolle bei einem Treffen mit EU- und NATO-Vertretern in Brüssel heute auch über zusätzliche Unterstützung für die Ukraine sprechen. Nato-Generalsekretär Rutte fordert stärkere Unterstützung für Ukraine 6.38 Uhr: Nato-Generalsekretär Mark Rutte fordert angesichts des wachsenden russischen Drucks an der Ostfront der Ukraine mehr Unterstützung für das angegriffene Land. "Wir müssen mehr tun, als nur die Ukraine im Kampf zu halten. Wir müssen die Kosten für Putin und seine autoritären Freunde in die Höhe treiben, indem wir der Ukraine die Unterstützung zukommen lassen, die sie braucht, um den Verlauf des Konflikts zu ändern", sagt Rutte kurz vor einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris. Rutte sagt weiter, die westlichen Partner müssten sich erneut verpflichten, den Kurs langfristig beizubehalten. Es sei wichtig, die Unterstützung fortzusetzen, während sich die Ukrainer auf den möglicherweise härtesten Winter seit 2022 vorbereiten. Dienstag, 12. November Kinderärztin muss für Putin-Kritik in Haft 14:22 Uhr: Ein Moskauer Gericht hat eine Ärztin wegen angeblicher Diffamierung der russischen Armee zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Die Staatsanwaltschaft habe sogar sechs Jahre Haft gefordert, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Kinderärztin Nadeschda Bujanowa soll sich negativ über Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine geäußert haben. Der Fall erzeugte riesiges mediales Interesse, nachdem sich die Witwe eines gefallenen russischen Soldaten im Netz über die Ärztin beschwert und eine Strafverfolgung gefordert hatte. Das Verfahren gegen Bujanowa war im Februar 2024 eröffnet worden. Nach Angaben der Witwe hatte sie bei einer Untersuchung ihres Sohnes geklagt, dass dieser nach dem Tod seines Vaters im Krieg unter Stress stehe. Daraufhin habe die Ärztin ihr geantwortet, der Soldat sei ein "legitimes Ziel" der ukrainischen Streitkräfte gewesen. Bujanowa hat diese Äußerung stets bestritten. Trotzdem leitete das zentrale Ermittlungskomitee in Russland ein Verfahren ein. Der Chef des Ermittlungskomitees, Alexander Bastrykin, der auch Putins Studienkommilitone ist, nahm den Fall unter seine persönliche Obhut. Die Ärztin wurde entlassen, ihre Wohnung bei einer Durchsuchung vollständig verwüstet, selbst die Tapeten rissen die Beamten von den Wänden. Später wurde Bujanowa in Untersuchungshaft genommen. Ukrainer greifen russisches Tanklager mit Drohne an 8.56 Uhr : In Stary Oskol, einer Stadt in der westrussischen Grenzregion Belgorod, ist nach einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff ein Brand in einem Tanklager ausgebrochen. Der Feuerwehr sei es gelungen, die Flammen schnell zu löschen, schrieb der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, bei Telegram. Tote und Verletzte habe es nicht gegeben. Das russische Militär meldete den Abschuss von insgesamt 13 ukrainischen Drohnen in der Nacht. Neun seien dabei im Gebiet Belgorod abgefangen worden, jeweils zwei in den angrenzenden Regionen Brjansk und Kursk, hieß es. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beschießt Moskau systematisch zivile Ziele im Hinterland des Nachbarn. Aber auch Kiew hat seine Drohnenangriffe ausgeweitet und zielt dabei neben rein militärischen Objekten auch auf die Treibstoffversorgung und Logistik, um der russischen Armee den Vormarsch zu erschweren. Mutter und ihre drei Kinder sterben bei Raketenangriff 8.11 Uhr : Nach einem russischen Raketenangriff sind in der ukrainischen Großstadt Krywyj Rih drei tote Kinder aus den Trümmern eines Wohnhauses geborgen worden. Das jüngste sei nicht einmal ein Jahr alt, schreibt der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Serhij Lyssak, bei Telegram. "Insgesamt haben die Russen damit bei der gestrigen Attacke auf Krywyj Rih Stand jetzt vier Menschen getötet", fügt er hinzu. Beim vierten Todesopfer soll es sich um die Mutter der drei Kinder handeln. Zudem wurden 14 Personen bei dem Beschuss verletzt. Immer wieder beschießt Russland zivile Ziele in der benachbarten Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte nach dem gestrigen Angriff auf seine Heimatstadt vom Westen mehr Waffen für die Abwehr solcher Attacken gefordert. "Russland strebt nur eine Fortsetzung des Krieges an, und jeder Schlag widerlegt Russlands Erklärungen zur Diplomatie", schrieb er bei Telegram. Montag, 11. November Ukraine evakuiert weitere Orte im Charkiwer Gebiet 23.01 Uhr: Angesichts der vorrückenden russischen Truppen ist im ostukrainischen Gebiet Charkiw die Zwangsevakuierung von zehn weiteren Ortschaften angeordnet worden. "Der Feind beschießt dort ständig unsere zivilen Siedlungen", begründete der Gouverneur Oleh Synjehubow die Maßnahme im ukrainischen Nachrichtenfernsehen. Es betreffe Orte um die Siedlung Borowa auf dem Ostufer des Flusses Oskil. Vorher gab es solche Anordnungen für Ortschaften im nördlicher gelegenen Großraum Kupjansk. Seit 10. September seien insgesamt gut 6.500 Menschen evakuiert worden, darunter gut 500 Minderjährige, so der Gouverneur. Das Gebiet war im Herbst 2022 im Zuge einer ukrainischen Gegenoffensive nach gut fünf Monaten Besatzung befreit worden. In den vergangenen Wochen gerieten die ukrainischen Truppen auch aufgrund von verstärktem russischen Gleitbombeneinsatz in der Region immer stärker unter Druck. Militär warnt vor Katastrophe in Kurachowe 21.15 Uhr: Angesichts der schweren russischen Angriffe bei Kurachowe im Osten der Ukraine droht den Verteidigern nach Angaben des regierungsnahen ukrainischen Militärkanals "Deep State" eine Katastrophe. Die Stadt sei bereits von drei Seiten eingeschlossen. Inzwischen versuchten die russischen Einheiten, das dort postierte ukrainische Militär von der Versorgung abzuschneiden und einzukesseln, so die Militärexperten. Die Lage der ukrainischen Truppen im Donezker Gebiet verschlechterte sich seit Anfang August rapide. An diesem Frontabschnitt rückt die russische Armee nicht nur auf das inzwischen stark zerstörte Kurachowe vor, sondern hat sich auch dem nahe gelegenen Verkehrsknotenpunkt Pokrowsk genähert. Im Verlauf der schweren Kämpfe um Kurachowe ist nach offiziellen ukrainischen Angaben durch die Russen ein Staudamm bei Stari Terny zerstört worden. Flussabwärts sei der Pegelstand der Wowtscha bereits um über einen Meter angestiegen. Die russische Seite machte hingegen die Ukrainer für die Zerstörung verantwortlich. Möglicherweise sollte dadurch das Vorrücken russischer Einheiten erschwert werden. Ukraine befürchtet neue russische Bodenoffensive im Süden 14.37 Uhr : Das ukrainische Militär warnt vor möglichen Bodenangriffen der russischen Infanterie in der Region Saporischschja. Diese könnten bereits in einigen Tagen beginnen, sagte ein Militärsprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Die Angriffe könnten die ukrainischen Truppen dort zusätzlich unter Druck setzen. Schon jetzt seien sie im Osten des Landes in der Defensive. Saporischschja liegt im Süden der Ukraine. Dort war das Kampfgeschehen in den vergangenen Monaten weniger intensiv. Doch seit mehreren Wochen beobachtet die Ukraine verstärkt russische Aktivitäten, vor allem an den Frontabschnitten bei Pryiutne and Robotyne. Dort soll die russische Armee Soldaten und schweres Kriegsgerät zusammenziehen, berichtete kürzlich der ukrainische Rundfunk Suspilne. Demnach könnte die befürchtete russische Offensive auf die Einnahme der Stadt Saporischschja abzielen. Die Hauptstadt der gleichnamigen Region hat mehr als 700.000 Einwohner. In der Region Saporischschja steht auch Europas größtes Atomkraftwerk. "Entlang der gesamten Ostfront macht der Feind langsame, aber stetige Fortschritte", sagte der ukrainische Veteran und Militäranalyst Oleksii Hetman dem Portal "Euromaidanpress". "Jetzt bereiten die Russen womöglich noch eine große Offensive an der Saporischschja-Front vor, wo sie viele Soldaten und große Mengen Kriegsgerät zusammengezogen haben. Daher sollten wir uns auf erneute Kampfhandlungen in diesem Gebiet einstellen", so Hetman. Tote nach russischem Drohnenangriff in Mykolajiw 8.24 Uhr : Infolge eines russischen Drohnenangriffs sind in der südukrainischen Hafenstadt Mykolajiw in der Nacht mindestens fünf Menschen getötet worden. Eine weitere Frau wurde verletzt, wie Gouverneur Witalij Kim bei Telegram mitteilte. Brände in zwei Häusern seien gelöscht worden. Mehrere Wohngebäude wurden demnach beschädigt. Im Gebiet Mykolajiw seien fünf russische Drohnen abgeschossen worden. In der Großstadt Saporischschja im Südosten des Landes wurde zudem ein Mensch bei russischen Bombenangriffen getötet. Weitere 21 wurden verletzt, wie Gouverneur Iwan Fedorow bei Telegram mitteilte. Insgesamt seien mindestens drei Gleitbomben im Stadtgebiet eingeschlagen. Zahl der Toten und Verletzten in der Südukraine steigt 4.54 Uhr: Bei nächtlichen russischen Luftangriffen im Süden der Ukraine ist die Zahl der Toten nach Angaben der regionalen Behörden auf mindestens fünf gestiegen. 19 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter fünf Kinder, teilen die örtlichen Behörden über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. In der Region Mykolajiw kamen demnach vier Menschen ums Leben, in Saporischschja wurde eine Person bei der Zerstörung eines Wohnhauses getötet. Unter den Verletzten in Saporischschja sind fünf Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren. Selenskyj: Militärische Stärke und Diplomatie müssen Hand in Hand gehen 2.37 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj plädiert für ein Zusammenspiel von militärischer Stärke und diplomatischen Bemühungen, um einen dauerhaften Frieden zu sichern und künftige Konflikte zu verhindern. "Wir verstehen sehr gut, dass Diplomatie ohne Stärke keine Perspektive hat", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Aber ohne ein klares Verständnis der diplomatischen Ziele werden Waffen allein nicht ausreichen. Deshalb müssen Stärke und Diplomatie Hand in Hand gehen." Nur so könne ein dauerhafter Frieden gesichert und eine Wiederholung von Kriegen wie dem zwischen Russland und der Ukraine verhindert werden. Borrell: Ukraine-Frieden nicht ohne Entschädigungszahlungen 1.34 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat bei seinem Ukraine-Besuch unabhängig von der Ausgestaltung eines künftigen Friedensabkommens zwischen Kiew und Moskau russische Entschädigungszahlungen und die Ahndung russischer Kriegsverbrechen gefordert. "Der Frieden, damit es ein Frieden ist und nicht nur ein Waffenstillstand, muss gerecht und dauerhaft sein", sagte Borrell am Sonntag in der nordukrainischen Region Tschernihiw. "Dies ist eine Warnung an diejenigen, die sagen, dass dieser Krieg aufhören soll und man ihn daher so schnell wie möglich beenden soll, ziemlich egal wie", sagte Borrell. Tatsächlich sei es wichtig, "dass der Krieg auf eine Weise endet, bei der Rechenschaft abgelegt werden muss, dass es nicht nur einen wirtschaftlichen Wiederaufbau gibt, sondern jeder verantwortlich" für seine Taten sei. Borrell richtete sich damit offenbar an den künftigen US-Präsidenten Donald Trump, der die Wahl am Dienstag mit deutlicher Mehrheit gewonnen hatte. Scholz will "demnächst" mit dem russischen Präsidenten sprechen 0.50 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz will "demnächst" mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprechen. "Ich habe mir vorgenommen, mit dem russischen Präsidenten zur richtigen Zeit zu sprechen", sagt Scholz in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Er werde dies aber nicht im Alleingang, sondern nur in Absprache mit anderen tun. Wichtig sei vor allem, die Ukraine einzubeziehen. "Wenn sich die Ukraine auf jemanden verlassen kann, dann ist es Deutschland", betont er. Auf die Frage nach einem genaueren Zeitpunkt für das Gespräch sagt er "demnächst". Trump habe auch auf die US-Militärpräsenz in Europa verwiesen, hieß es unter Berufung auf die anonymen Quellen. Auch sei es um das Ziel gegangen, Frieden in Europa zu erreichen. Trump habe weitere Unterhaltungen angeregt, um über eine Lösung des Krieges zu sprechen. Die ukrainische Regierung sei über das Gespräch informiert worden und habe keine Einwände gehabt, schrieb die "Washington Post". US-Berater: Biden will Trump um Unterstützung für Ukraine bitten 0.15 Uhr: US-Präsident Joe Biden will nach Worten des nationalen Sicherheitsberaters den US-Kongress und die neue Regierung des designierten Präsidenten Donald Trump darum bitten, die Ukraine weiter zu unterstützen. "Präsident Biden wird darauf hinweisen, dass wir über das Ende seiner Amtszeit hinaus Mittel für die Ukraine benötigen", sagt Jack Sullivan in einem Interview in der CBS-Nachrichtensendung "Face the Nation". Die USA sollten sich nicht von der Ukraine abwenden, da dies zu mehr Instabilität in Europa führen könnte. Biden und Trump werden sich am Mittwoch auf Einladung Bidens im Weißen Haus treffen. Trump wird sein Amt am 20. Januar antreten, nachdem er die bisherige demokratische Vizepräsidentin Kamala Harris bei den Präsidentschaftswahlen am 5. November besiegt hatte. Biden hat Trump in einem Gespräch eine friedliche Amtsübergabe zugesagt. Biden will Ukraine noch mit sechs Milliarden Dollar unterstützen 0.01 Uhr: Vor der Amtsübergabe an Donald Trump will US-Präsident Joe Biden der Ukraine noch die verbleibenden für ihre Unterstützung vorgesehenen sechs Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Dollar) zukommen lassen. Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan sagte am Sonntag in der CBS-Sendung "Face the Nation", Biden werde den künftigen US-Präsidenten Trump außerdem auf die globalen Risiken hinweisen, die eine Einstellung der US-Unterstützung für die Ukraine mit sich bringen würde. Biden empfängt Trump am Mittwoch zu einem Gespräch im Weißen Haus. Dabei sollen laut Sullivan auch außenpolitische Themen zur Sprache kommen. Biden werde die Gelegenheit haben, Trump zu erklären, "wie er die Dinge sieht, wo sie stehen" und zu erfahren, wie Trump nach seiner Amtsübernahme im Januar diese Themen anpacken wolle. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier . So können Sie für die Ukraine spenden Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Hier finden Sie eine Auswahl an Hilfsorganisationen , an die Sie spenden können.
